Amerikas führender Speicherchip-Hersteller Micron Technology hat seine neuesten Quartalszahlen veröffentlicht, die sowohl Umsatz- als auch Gewinnprognosen deutlich über den Markterwartungen liegen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, seine Kapitalausgaben erheblich zu erhöhen, um die enorme Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zu decken. Dies führte dazu, dass die MU-Aktie nachbörslich um 4,6 % fiel, obwohl sie in diesem Jahr bisher um 56 % gestiegen ist und damit die beste Performance im Halbleiterindex aufweist.
Micron beeindruckt mit starken Quartalszahlen, doch hohe Investitionen drücken den MU-Kurs
Im zweiten Geschäftsquartal erzielte Micron einen Umsatz von 23,9 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 12,20 US-Dollar, was die Markterwartungen übertraf. Für das dritte Quartal gab das Unternehmen eine starke Prognose von 33,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und 19,15 US-Dollar Gewinn je Aktie ab. Trotz dieser positiven Zahlen fiel die Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen um etwa 4,6 %. Der Hauptgrund dafür sind die unerwartet hohen Kapitalausgaben, die für das laufende Jahr auf über 25 Milliarden US-Dollar geschätzt werden, mit einer geplanten Steigerung um weitere 10 Milliarden US-Dollar bis 2027. Dies zeigt, dass das Unternehmen große Kosten für die Kapazitätserweiterung auf sich nimmt, um die steigende Nachfrage zu bewältigen.
Dennoch ist Micron (MU) in diesem Jahr bisher um 56 % gestiegen und gehört damit zu den Top-Performern im Halbleiterindex.
KI-getriebener HBM-Markt treibt Margen hoch – Micron erzielt 74 % Bruttomarge
Die KI-Modelle sind stark auf effizienten Datentransfer angewiesen, weshalb Hochbandbreiten-Speicher (HBM) zu einem zentralen Baustein geworden sind. Um die enorme Nachfrage zu bedienen, verlagern große Hersteller wie Micron ihre Produktion zunehmend auf profitablere HBM-Produkte. Dieser Kapazitätsdruck auf traditionelle Speicher führt zu einer Verknappung des Angebots und treibt die Marktpreise nach oben. Durch die Verbesserung des Produktportfolios konnte Micron seine Bruttomarge innerhalb eines Jahres deutlich auf 74,4 % steigern, nach 36,8 % im Vorjahr und 56 % im letzten Quartal.
Derzeit baut Micron die Produktion der neuen Generation HBM4 aus. Die zukünftige Akzeptanz der neuen Nvidia-Chips wird entscheidend sein für den Anteil von Micron am KI-Lieferkettenmarkt.
Weltweite Speicherknappheit – Kann Micron den Aufwärtstrend fortsetzen?
Obwohl Speicherknappheit den Herstellern Gewinne bringt, belastet sie die breite Tech-Industrie. Lieferkettenprobleme erhöhen die Beschaffungskosten und senken die erwarteten Verkaufszahlen bei Smartphones und PCs. So gab HP kürzlich an, dass die Speicherpreise sich fast verdoppelt haben. Der Vorsitzende der SK Group, Chey Tae-won, erklärte diese Woche, dass aufgrund inhärenter Produktionsbeschränkungen die weltweite Knappheit noch vier bis fünf Jahre andauern könnte.
(GTC 2026|SK Group Chairman: Speicherknappheit wird bis 2030 andauern, TSMC wird Schlüsselpartner)
Während die Bruttomarge weiter steigt, bleibt die Frage, ob der Aktienkurs von Micron diesen Aufwärtstrend fortsetzen kann – ein zentrales Thema für Investoren.
Dieser Artikel „Micron (MU) beeindruckt mit Quartalszahlen, hohe Investitionen sorgen für Marktunsicherheit, Aktien fallen um mehr als 4 %“ erschien zuerst bei ABMedia.