89% der Zentralbanken erwarten, dass die Goldreserven in den nächsten 12 Monaten steigen werden

Der World Gold Council veröffentlichte am 16. Juni die „2026 Global Central Bank Gold Reserves Survey“ und zeigte damit, dass 89% der befragten Reserve-Manager von Zentralbanken erwarten, dass die globalen Goldreserven der Zentralbanken in den nächsten 12 Monaten weiter steigen werden. Dieses Vertrauen spiegelt sich auch in den eigenen Reserveplänen der Zentralbanken wider: 45% der befragten Reserve-Manager gaben an, sie erwarteten, dass ihre Institutionen innerhalb der nächsten 12 Monate Goldbestände aufstocken werden – der höchste jemals gemessene Anteil. Die Umfrageergebnisse spiegeln die gestärkte strategische Rolle von Gold in den Reserveportfolios globaler Zentralbanken wider, angetrieben durch seine Performance in Krisenzeiten, seine langfristigen Eigenschaften als Wertaufbewahrungsmittel sowie seine Wirksamkeit als Diversifizierungstool vor dem Hintergrund sich wandelnder Einschätzungen zur künftigen Rolle des US-Dollar im globalen Reservestatus.

Umfrage zeigt Rekordanteil: Zentralbanken planen Gold-Zuwächse

Laut der Umfrage gehen 84% der befragten Zentralbanken davon aus, dass der Anteil von Gold an den weltweiten Gesamtreserven in den nächsten fünf Jahren steigen wird – gegenüber 76% im vergangenen Jahr. Die Umfrage deutet darauf hin, dass die globalen Zentralbanken in absehbarer Zukunft weiterhin eine robuste Nachfrage nach Goldkäufen aufrechterhalten werden.

Aktuell melden 93% der befragten Zentralbanken, dass sie Gold halten – ein höherer Anteil als im Vorjahr mit 81%. Mit Blick auf die künftige Rolle des US-Dollar in globalen Reserven sind die befragten Zentralbanken weniger optimistisch: 74% der befragten Zentralbanken erwarten, dass der Anteil des US-Dollar an den globalen Reserven in den nächsten fünf Jahren sinken wird.

China meldet 19. Monat in Folge steigende Goldreserven

Chinas Zentralbank veröffentlichte die neuesten offiziellen Daten zu den Reservewerten und zeigte, dass das Gold-Reservevolumen des Landes weiterhin nach oben tendiert. Seit Jahresbeginn zeichnet sich bei den Goldkäufen der Zentralbank ein monatlich beschleunigter Trend ab.

Die Daten zeigen, dass Chinas Goldreserven zum Ende des Monats Mai bei 74,96 Millionen Unzen lagen (entspricht ungefähr 2331,52 Tonnen). Das bedeutet einen Anstieg um 320.000 Unzen (ungefähr 9,95 Tonnen) gegenüber dem Vormonat. Ende April beliefen sich die Reserven auf 74,64 Millionen Unzen (ungefähr 2321,56 Tonnen) – das ist der 19. Monat in Folge mit Goldkäufen.

Umfrage umfasst 76 Zentralbanken in entwickelten und Schwellenmärkten

Die Umfrage erfasste insgesamt 76 Zentralbanken – darunter 58 Zentralbanken aus Schwellen- und Entwicklungsländern (EMDE) sowie 18 Zentralbanken aus entwickelten Volkswirtschaften.

Zentralbanken nennen Krisenperformance als Hauptgrund für das Halten von Gold

Die Wahrnehmung der Zentralbanken zur Rolle von Gold im Reservesystem hat sich entsprechend verschoben. Bei der Frage nach den wichtigsten Gründen für das Halten von Gold wählten 90% der befragten Zentralbanken die Performance von Gold in Krisenzeiten – ein Faktor, der einen Rekordwert beim Anteil erreicht. Danach folgen die Eigenschaften von Gold als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel (84%) und als wirksames Tool zur Diversifizierung von Portfolios (83%).

Bemerkenswert ist, dass die Rolle von Gold als Absicherung gegen geopolitische Risiken weitgehend Beachtung gefunden hat – insbesondere bei Zentralbanken aus Schwellen- und Entwicklungsländern: 85%. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Zentralbanken, die Gold aus einem „Legacy Asset“-Grund halten, weiter: von 62% im Jahr 2025 auf 46% in diesem Jahr.

Zentralbanken erhöhen die heimische Lagerung und diversifizieren Standorte im Ausland

Die Umfrage zeigt zudem einen neuen Trend: Zentralbanken sind zunehmend dazu geneigt, die Standorte zu diversifizieren, an denen sie ihre Goldreserven lagern. 9% der befragten Zentralbanken gaben an, sie hätten im vergangenen Jahr die inländischen Goldlagerungsvolumina erhöht – ein höherer Anteil als noch 5% im Vorjahr. 10% der befragten Zentralbanken erklärten, dass ihre Lagerstandorte im Ausland weiter diversifiziert wurden – gegenüber 2% im Vorjahr.

Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: 7% der befragten Zentralbanken planen, den Anteil der inländischen Goldlagerung im kommenden Jahr zu erhöhen, und 9% geben an, dass sie die Lagerstandorte im Ausland weiter diversifizieren wollen. Die Bank of England bleibt der beliebteste Lagerort für Gold unter den befragten Zentralbanken mit 57%, gefolgt von der Platzierung der inländischen Goldreserve-Lagerung mit 49% auf Rang zwei.

Spot-Goldpreis erholt sich, nachdem er am 11. Juni auf 4.020 US-Dollar je Unze gefallen war

Seit Jahresbeginn haben die internationalen Goldpreise erhebliche Schwankungen erlebt. Die Spot-Goldpreise (London gold spot) fielen in volatilen Handelssitzungen von einem historischen Hoch von 5.598 US-Dollar je Unze und sanken am 11. Juni auf den Tiefstpunkt nahe 4.020 US-Dollar je Unze. Dabei wurden kurzfristig sämtliche Gewinne des Jahres wieder zunichte gemacht, und der Kurs drehte ins Negative.

In den jüngsten Handelssitzungen hat sich Spot Gold jedoch deutlich erholt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Meldung liegt der aktuellste Preis bei 4.346,055 US-Dollar, ein Plus von 0,85%, wobei die Entwicklung seit Jahresbeginn wieder positiv ist.

FAQ

Welcher Prozentsatz der Zentralbanken plant, die Goldbestände in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen?

Laut der am 16. Juni veröffentlichten Umfrage des World Gold Council gaben 45% der befragten Reserve-Manager von Zentralbanken an, sie erwarteten, dass ihre Institutionen innerhalb der nächsten 12 Monate Goldbestände aufstocken werden. Dieser Anteil stellt ein Rekordhoch dar.

Um wie viel haben sich Chinas Goldreserven im Mai erhöht?

Chinas Goldreserven lagen zum Ende des Monats Mai bei 74,96 Millionen Unzen (ungefähr 2331,52 Tonnen). Das entspricht einem Anstieg um 320.000 Unzen (ungefähr 9,95 Tonnen) gegenüber den 74,64 Millionen Unzen (ungefähr 2321,56 Tonnen) im April. Das bedeutet den 19. Monat in Folge mit Goldkäufen durch Chinas Zentralbank.

Warum halten Zentralbanken laut der Umfrage Gold?

90% der befragten Zentralbanken nannten die Performance von Gold in Krisenzeiten als Hauptgrund für das Halten von Gold. Weitere wichtige Gründe sind Golds Rolle als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel (84%) und als wirksames Tool zur Diversifizierung von Portfolios (83%). Darüber hinaus betrachten 85% der Zentralbanken aus Schwellen- und Entwicklungsländern Gold als Absicherung gegen geopolitische Risiken.

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