
„The New York Times“ veröffentlichte der bekannte Investigativjournalist John Carreyrou eine 18-monatige umfassende Recherche, die darauf hindeutet, dass Blockstreams CEO Adam Back möglicherweise der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto ist, was in der globalen Krypto-Community breite Diskussionen auslöste. Adam Back veröffentlichte daraufhin umgehend eine Stellungnahme in den sozialen Medien und dementierte die Behauptung ausdrücklich.
Der Recherchebericht bringt mehrere indirekt zielende Anhaltspunkte vor. Erstens ist Adam Back der Gründer von Hashcash – einem Anti-Spam-System, das auf einem Proof-of-Work- (PoW-) Mechanismus basiert. Die zugrunde liegende Idee wird direkt in das originale Bitcoin-Whitepaper zitiert und bildet die technische Grundlage für den Bitcoin-Mining-Mechanismus.
Zweitens war Back Ende der 1990er-Jahre in den Cypherpunk-Foren aktiv und diskutierte dort ausführlich Konzepte wie digitales Bargeld und dezentrale Systeme. Die Ausrichtung dieser Ideen passt in hohem Maße zu den Designprinzipien von Bitcoin. Als drittes Indiz nennt die Untersuchung das zeitliche „mysteriöse Zeitfenster“: Back war zuvor lange in einschlägigen Online-Diskussionen aktiv, doch rund um die entscheidende Phase, als Bitcoin 2008 aufkam, gab es eine seltene Phase der auffälligen Flaute bei seiner Online-Aktivität. Die Untersuchung weist außerdem darauf hin, dass Back’s schriftlicher Stil in einigen Punkten Ähnlichkeiten mit dem Whitepaper von Nakamoto sowie frühen Forenbeiträgen aufweist.
Nach Veröffentlichung des Berichts äußerte sich Adam Back schnell in einer Stellungnahme auf der X-Plattform und dementierte, dass er Nakamoto sei.
Allgemeine Forschungs-Hintergründe: Vor dem Auftreten von Bitcoin erforschten viele Krypto-Forscher digitale Währungen und dezentrale Systeme; Back war nur einer von ihnen.
Bestätigungsfehler-Effekt: Da Back über lange Zeit sehr viele Artikel zu Krypto-Technologien verfasst hat, finden Analysten in seiner riesigen Textmenge eher Passagen, die Nakamoto ähneln. Diese Verbindungen sind jedoch im Kern das Ergebnis einer subjektiven, selektiven Interpretation.
Position zur Identität von Nakamoto: Back sagt, er wisse nicht, wer Nakamoto sei, und ergänzt: „Vielleicht ist das so sogar besser“.
Argument des „No-known-founder“-Vorteils: Back ist der Ansicht, dass Bitcoins Fehlen eines bekannten Gründers einer der Kernvorteile sei. Dadurch könne niemand das Bitcoin-Netzwerk steuern, was sicherstelle, dass das System langfristig neutral und unabhängig bleibt.
Seit das Bitcoin-Netzwerk 2009 gestartet ist, gilt die Identität von Nakamoto in der Branche stets als das berühmteste ungelöste Rätsel. Über viele Jahre wurden mehrere Personen wie Hal Finney und Nick Szabo genannt, und Craig Steven Wright löste zudem Rechtsstreitigkeiten aus, weil er behauptete, Nakamoto zu sein; am Ende wurde er vor Gericht jedoch zurückgewiesen.
In der Krypto-Fachwelt gilt allgemein, dass die einzige Methode, die die Identität von Nakamoto vollständig eindeutig bestätigen kann, darin besteht, digitale Signaturen unter Verwendung der privaten Schlüssel im Zusammenhang mit dem Genesis-Block zu erzeugen oder die geschätzten rund 1,1 Millionen Bitcoins zu bewegen, die sich nie aus dem Genesis-Wallet bewegt haben. Adam Back hat solche Vorgänge nie durchgeführt, und unter diesem Standard können sämtliche indirekten Belege keine Gewissheit auf mathematischem Niveau liefern.
Das Hashcash-Work-of-Proof-System, das Adam Back geschaffen hat, wird direkt im Bitcoin-Whitepaper zitiert. Hinzu kommt seine aktive Beteiligung an Cypherpunk-Foren, sein fundierter Hintergrund in der Kryptografie sowie die Flaute seiner Online-Aktivität während der Phase, in der Bitcoin auf die Welt kam. Zusammen macht das ihn zu dem zentralen Zielobjekt dieser Recherche von „The New York Times“.
Bestätigungsfehler bedeutet, dass Menschen dazu neigen, innerhalb eines bestehenden Glaubensrahmens selektiv nach Belegen zu suchen, die ihre Überzeugung stützen, während Informationen, die nicht mit der Annahme übereinstimmen, ignoriert werden. Adam Back weist darauf hin, dass Analysten aufgrund seiner jahrelang verfassten großen Menge kryptografischer Artikel zwangsläufig selektiv matchen, wenn sie „Ähnlichkeiten“ suchen. Das ist kein objektives Vergleichsergebnis, sondern ein typisches Erscheinungsbild von Bestätigungsfehlern.
In der Krypto-Fachwelt gilt allgemein, dass die einzige verlässliche Verifikationsmethode darin besteht, digitale Signaturen unter Verwendung der privaten Schlüssel im Zusammenhang mit dem Genesis-Block zu erzeugen oder die geschätzten rund 1,1 Millionen Bitcoins zu bewegen, die sich nie aus dem Genesis-Wallet bewegt haben. Erst wenn dieser Vorgang umgesetzt ist, können alle Formen indirekter Belege keine Gewissheit auf dem Niveau der Kryptografie erreichen.