Gate News-Meldung, 22. April — Die chinesischen E-Commerce-Plattformen AliExpress und Temu haben sich im ersten Quartal 2026 deutlich auf dem Markt in Südkorea ausgeweitet. Dabei haben sie jeweils die inländischen Wettbewerber übertroffen, während Verbraucher angesichts von Inflation und schwächerer Konsumnachfrage nach günstigeren Waren suchen.
Laut WiseApp Retail verzeichnete AliExpress 8,57 Millionen monatlich aktive Nutzer und Temu erreichte im Zeitraum Januar bis März 8 Millionen. Beide lagen damit vor lokalen Rivalen wie 11street und Gmarket. Trotz dieses Wachstums blieb Coupang mit 33,25 Millionen Nutzern der Marktführer. Temu führte außerdem bei der Download-Menge unter allen Shopping-Apps. Die Konsumausgaben in Südkorea gingen 2025 um 0,4% zurück, was die Attraktivität günstigerer Alternativen erhöhte.
Auch die chinesische Mode-App Shein gewann an Zugkraft und verdreifachte nahezu ihre jüngere Nutzerbasis auf 1,22 Millionen im Januar. Die Expansion hat lokale regulatorische Prüfungen ausgelöst; der südkoreanische Datenschutz-Wächter verhängte gegen AliExpress 2 Milliarden Won ( ungefähr 1,4 Millionen USD) wegen der Auslandsübertragung von Kundendaten an Drittanbieter, während Temu möglicherweise mit ähnlichen Durchsetzungsmaßnahmen konfrontiert wird.
Um ihre lokale Präsenz zu stärken, investieren beide Plattformen in Logistikinfrastruktur. Temu unterzeichnete einen langfristigen Mietvertrag für ein 165.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Gimpo nahe Seoul, während AliExpress seine Partnerschaft mit CJ Logistics ausweitete, einem großen südkoreanischen Zustellunternehmen. Analysten führen die beschleunigte Expansion teilweise auf Änderungen in der US-Handelspolitik zurück; eine kürzlich erlassene US-Verordnung beseitigte die Zollbefreiung für Sendungen unter 800 US-Dollar, wodurch die Rentabilität chinesischer Shopping-Plattformen auf dem US-Markt sank und sie dazu veranlasst wurden, andere Regionen stärker in den Fokus zu nehmen.