Gate-News-Nachricht, 16. April — Der Baltic Dry Index (BDI), ein zentraler Richtwert für Frachtraten im Massengutverkehr, ist am Mittwoch um 5,5% auf 2.484 Punkte gestiegen. Damit setzte er seinen neunten Handelstag in Folge mit Kursgewinnen fort und erreichte das höchste Niveau seit Anfang Dezember des vergangenen Jahres. Steigende Nachfrage und eine Verknappung des verfügbaren Frachtraums haben den Anstieg befeuert.
Der Index bildet Frachtraten für Capesize-, Panamax- und Supramax-Schiffe ab, die vor allem Rohstoffe wie Eisenerz, Kohle und Getreide transportieren. Capesize-Schiffe — die größte Klasse mit einer standardmäßigen Kapazität von 182.000 Tonnen Tragfähigkeit (Deadweight) — haben die Rally angeführt und ihr bisheriges Höchstniveau in diesem Jahr erreicht. Diese Schiffe können aufgrund von Größenbeschränkungen nicht durch den Suezkanal fahren und müssen stattdessen um die Kap-der-Guten-Hoffnung-Route segeln, daher ihr Name. Bedeutende Minenbetreiber wie Rio Tinto und Fortescue waren im Spotmarkt aktiv, haben Tonnagen gesichert und die Raten nach oben gedrückt. Auch die Aktivität in der Atlantikregion hat sich verstärkt: Mehr Chartervereinbarungen zwischen Brasilien und China haben die bullische Stimmung gestützt.
Die Nachfrage erreicht typischerweise im zweiten Quartal ihren Höhepunkt für Eisenerzlieferungen, während China — der weltweit größte Stahlproduzent — in seine geschäftige Saison eintritt, da die Bauaktivitäten im Frühling wieder anziehen. Die chinesischen Zolldaten zeigten, dass die Eisenerzimporte im März um 11% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Die Eisenerz-Futures in Singapur legten um 1% auf 105,35 US-Dollar je metrische Tonne zu.