Laut Bloomberg-Meinungskolumnistin Shuli Ren werden die jüngsten optimistischen Äußerungen von Nvidia-CEO Huang Ren-yuan zur Nachfrage nach KI-Chips auf dem Computex mit Vorsicht betrachtet, nachdem der Markt bereits Blasensignale zeigt. Auf der asiatischen Tech-Konferenz Mitte Juni lobte Huang öffentlich das Lieferketten-Ökosystem Taiwans und forderte SK Hynix dazu auf, mehr Chips zu produzieren; dabei kommentierte er sogar, dass die jüngsten Kursrückgänge bei Tech-Aktien „Schnäppchenpreise“ zum Einstieg geboten hätten. Doch Shuli Ren warnt, dass solche direkten Anlageempfehlungen rückrecksichtslos seien – angesichts steigender Privatanleger-Nachfrage, gehebelteter Positionen und einer weit verbreiteten Spekulation in „AI-Konzept-Aktien“.
Der Aktienmarkt in Taiwan hat historische Höchststände erreicht: Halbleiter- und Hardware-Aktien machen 78% des gewichteten Index aus, während die Bewertungen inzwischen an den S&P 500 heranreichen – trotz deutlich geringerer Planungssicherheit bei den Gewinnen und viel geringerer industrieller Vielfalt. In Korea stehen Samsung Electronics und SK Hynix allein für mehr als 50% des Kospi-Index. Beide Märkte verfügen über zu wenig Einblick in langfristige Verträge, die die aktuellen Bewertungen stützen, sodass Anleger bis zur Wiederaufnahme der Ergebnisberichte in der zweiten Julihälfte in einem Informationsvakuum navigieren müssen.