Die Börse B3 in Brasilien will bitcoinbezogene „Event-Contracts“ für die Superreichen anbieten

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Die wichtigste Börse Brasiliens, B3, wird am 27. April sechs neue Derivatekontrakte anbieten, die es Anlegern ermöglichen, auf die Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse zu setzen – von der Kursentwicklung von Bitcoin bis zu Bewegungen des US-Dollars und des Ibovespa-Index.

Die Instrumente, die „Event Contracts“ heißen, funktionieren auf einem Rahmen, der ähnlich ist wie bei Prediction Markets wie Kalshi und Polymarket. Die Preise reichen bis zu 100 Reais (19 US-Dollar); der Preis jedes Kontrakts spiegelt die vom Markt geschätzte Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses wider.

B3s Kontrakte werden von der brasilianischen Wertpapieraufsichtsbehörde (CVM) reguliert und sind für professionelle Anleger ausgelegt, so die Börse.

Die sechs Kontrakte umfassen Mini-Futures- und Spot-Preise für den Ibovespa-Index, den US-Dollar und Bitcoin. Sie sind mit festen Auszahlungen und bekannten Risiken von Anfang an strukturiert – wie Krypto-Preis-Prognosemärkte auf Kalshi und Polymarket.

Händler werden keine Lieferung der zugrunde liegenden Vermögenswerte vornehmen, und die Abwicklung erfolgt stattdessen bar. Vorerst dürfen nur Anleger mit mehr als 10 Millionen Reais (1,9 Millionen US-Dollar) an Vermögenswerten oder einer CVM-Zertifizierung die neuen Produkte handeln.

Der stellvertretende Vorsitzende für Produkte und Kunden bei B3, Luiz Masagão, sagte, der Start sei Teil einer breiteren Initiative, um den Derivatehandel in Brasilien zu modernisieren.

Die Börse biete bereits Kontrakte an, die an Entscheidungen der Zentralbank in mehreren Ländern gekoppelt sind, und habe die Entwicklung prädiktiver Plattformen im Ausland genau beobachtet, fügte Masagão hinzu.

Ende des vergangenen Jahres hatte die Börse offengelegt, dass sie an einer eigenen Tokenisierungsplattform und einem Stablecoin arbeitet, die beide in diesem Jahr auf den Markt kommen sollen.

Mit dem Start von B3 entsteht der erste bundesweit regulierte Prediction Market in Brasilien, auch wenn er in ein zunehmend dicht besetztes Feld eintritt. Plattformen wie Prévias und Palpitada sind im Inland bereits in einem regulatorischen Graubereich aktiv, während Kalshi mit Sitz in den USA kürzlich eine Partnerschaft mit XP International, dem größten Broker Brasiliens, eingegangen ist, um Event Contracts anzubieten, die an brasilianische wirtschaftliche Ergebnisse gekoppelt sind.

Die Entwicklung erfolgt zudem vor dem Hintergrund eines globalen Booms bei Prediction Markets. Das Nominalvolumen liegt inzwischen bei nahezu 160 Milliarden US-Dollar, wie ein Dune-Dashboard zeigt, während die Zahl einzigartiger Nutzer die 3-Millionen-Marke überschritten hat.

Polymarket und Kalshi dominieren den Markt global und machen den Großteil des Nominalvolumens aus. Intercontinental Exchange, der Eigentümer der New Yorker Börse, hat sich kürzlich weiter festgelegt, Polymarket auszubauen, und damit ihr gesamtes Engagement auf fast 2 Milliarden US-Dollar erhöht.

Trotzdem bleibt die regulatorische Lage auf beiden Seiten des Äquators unklar. In Brasilien sagen Rechtsexperten, es sei nicht eindeutig, ob die Aufsicht über Prediction Markets letztlich bei der CVM, der Zentralbank oder dem Finanzministerium liegen sollte.

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