Mit kryptobasierten Hypotheken gedeckte Produkte werden irgendwann in den australischen Kreditmarkt einziehen, wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen reifen, so Stephanie Coleman, Betriebsleiterin der in Sydney ansässigen Maklerfirma Unconditional Finance. Im Gespräch mit Broker Daily erklärte Coleman, dass Länder wie die USA zwar bereits mit solchen Produkten voranschreiten, australische Kreditgeber jedoch wegen Besorgnis über Volatilität und mangelnder regulatorischer Klarheit vorsichtig bleiben.
Trotz eines erheblichen Wachstums der Krypto-Akzeptanz in Australien bleibt Krypto bei Kreditentscheidungen weitgehend ausgeschlossen. Coleman erklärte, dass die regulatorische Ungewissheit das wichtigste Hindernis sei: „AUSTRAC- und ASIC-Richtlinien bedeuten, dass Kreditgeber ein erhebliches Compliance-Risiko tragen, falls sie die Herkunft des Krypto-Vermögens nicht verifizieren können, weshalb viele es einfach ganz vermeiden.“
Auch die Volatilität stellt für Kreditgeber eine Herausforderung dar, da die Werte von Sicherheiten sich in kurzer Zeit erheblich ändern können. „Bis es klarere regulatorische Leitlinien gibt, die speziell für digitale Assets im Kreditgeschäft gelten, werden die meisten Kreditgeber konservativ bleiben“, sagte Coleman.
Die USA haben bereits begonnen, in diese Richtung zu gehen. Kürzlich hat die Krypto-Börse Coinbase eine Partnerschaft mit Better Home and Finance geschlossen, um ein Produkt anzubieten, das es Kreditnehmern ermöglicht, USDC oder Bitcoin als Sicherheit zu nutzen, um dabei zu helfen, die Anzahlung für ein Hausdarlehen abzudecken.
Coleman glaubt, dass sich der australische Markt für Krypto-Kredite entlang zweier Linien entwickeln wird: ein Mainstream-Hypothekenansatz mit einem standardisierten Bewertungsrahmen für digitale Assets, die von regulären Kreditnehmern gehalten werden, und ein spezialisierter Kreditansatz für Personen mit erheblichem Krypto-Vermögen.
Laut dem Cryptocurrency Index 2026 von Independent Reserve halten derzeit 33% der Australier Krypto, was die höchste Eigentumsquote in der Geschichte des Index darstellt. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg gegenüber 2019, als die Eigentumsquote bei 17% lag.
Trotz dieses Wachstumsschubs merkte Coleman an, dass „Krypto immer noch außerhalb des Mainstream-Hypothekensystems in Australien liegt. Die meisten Kreditgeber akzeptieren es nicht als Sicherheit, und seine hauptsächliche Verwendung besteht darin, in Bargeld umgewandelt und als Anzahlung genutzt zu werden.“
Coleman sieht erhebliche Chancen entstehen, wenn sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickeln. Für Hypothekenmakler, die die Krypto-Landschaft verstehen, besteht die Möglichkeit, jüngere Australier mit bedeutenden Krypto-Beständen anzusprechen, die in den Immobilienmarkt einsteigen möchten. „Makler, die diesen Bereich verstehen und wissen, mit welchen Kreditgebern sie bei kryptobasierten Geldern zusammenarbeiten können, können sich wirklich glaubwürdig abheben und einen unterversorgten Markt bedienen“, sagte sie.
Für Kreditnehmer ist der Vorteil klar: Sie könnten ihr Krypto-Vermögen nutzen, ohne es zuerst in Fiatwährung umwandeln zu müssen. Allerdings bleibt das Volatilitätsproblem ein Thema, das zusammen mit regulatorischen Lösungen adressiert werden muss.
Coleman zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der Fortschritte in diesem Bereich und stellte fest: „Vor zwölf Monaten war das Krypto-Gespräch mit Mainstream-Kreditgebern fast nicht vorhanden.“
F: Warum akzeptieren australische Kreditgeber Krypto derzeit nicht als Hypotheken-Sicherheit?
A: Laut Coleman ist die regulatorische Ungewissheit die wichtigste Hürde. AUSTRAC- und ASIC-Richtlinien schaffen ein Compliance-Risiko für Kreditgeber, die die Herkunft des Krypto-Vermögens nicht verifizieren können. Außerdem machen Besorgnisse über die Volatilität es schwierig, Sicherheiten zu akzeptieren, die im Wert erheblich schwanken können.
F: Welcher Anteil der Australier hält derzeit Kryptowährung?
A: Laut dem Cryptocurrency Index 2026 von Independent Reserve halten derzeit 33% der Australier Krypto, gegenüber 17% im Jahr 2019.
F: Wie könnte sich das Krypto-Kreditgeschäft in Australien entwickeln?
A: Coleman nannte zwei mögliche Ansätze: einen Mainstream-Hypothekenansatz mit standardisierten Bewertungsrahmen für digitale Assets, die von regulären Kreditnehmern gehalten werden, und einen spezialisierten Kreditansatz für Personen mit erheblichem Krypto-Vermögen.