Gate-News-Meldung, 29. April — Der US-Pharmakonzern Eli Lilly gab am 28. April bekannt, dass er eine Vereinbarung im Wert von bis zu 2,25 Milliarden US-Dollar mit dem KI-Biotech-Startup Profluent unterzeichnet hat, um Arzneimittel zur DNA-Bearbeitung zu entwickeln. Lilly erhält exklusive Rechte an allen Medikamenten, die sich aus der Partnerschaft ergeben.
Die Unternehmen haben weder die Vorauszahlung noch spezifische Krankheitsziele offengelegt. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf von KI entworfene Proteine, sogenannte Rekombinasen, die große DNA-Abschnitte (kilobase-scale) an präzisen Stellen im Genom einer Zelle einfügen können und möglicherweise über bestehende Werkzeuge wie CRISPR/Cas9 hinausgehen.
Die Vereinbarung passt zu Lilys breiterem Engagement in der KI-gestützten Wirkstoffforschung, bei der bislang noch kein KI-konstruiertes Medikament eine US-Zulassung erhalten hat, obwohl zahlreiche Kandidaten in klinischen Studien sind. Im Januar unterzeichnete Lilly eine separate Zusammenarbeit im Wert von 1,12 Milliarden US-Dollar mit Seamless Therapeutics, um Rekombinase-basierte Behandlungen für Hörverlust zu entwickeln.
Profluent erweitert außerdem den Zugang zu seiner Technologie über Open-Source-Kanäle. Das Startup veröffentlichte OpenCRISPR-1, beschrieben als das weltweit erste Open-Source-Tool, das einen KI-generierten Gen-Editor für lizenziierte Forschung und kommerzielle Nutzung bereitstellt. In Tests mit menschlichen Zellen erreichte OpenCRISPR-1 eine Bearbeitungseffizienz, die mit SpCas9 vergleichbar ist, einem weit verbreiteten CRISPR-Enzym, und reduzierte gleichzeitig unbeabsichtigte Änderungen an anderen Stellen im Genom um 95%.