Ethereum zeigt eine Liquiditätskrise von 3 bis 9 Monaten, Lesaege erhebt Steuern auf Staking-Erträge bei Nachschub-Einlagen

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Der Krypto-Medienanbieter BlockTempo zitiert am 24. Juni Warnungen eines ehemaligen Ethereum-Insiders: Das Ethereum-Kernentwicklungs-Ökosystem könnte in den kommenden 3 bis 9 Monaten mit einer „sich langsam aufzehrenden Liquiditätskrise“ konfrontiert sein; Hintergrund ist, dass die Ethereum Foundation eine Kürzung ihrer Belegschaft um 20% abgeschlossen hat und das jährliche Budget um rund 40% reduziert wurde. Kleros-Mitgründer Clément Lesaege bringt einen Vorschlag mit einem Höchstwert von 10% der „Verifier-Transfer-Einnahmen“ ein.

Lesaege’s Staking-Steuer-Vorschlag: jährlich 50.000 bis 70.000 ETH

Lesaege’s „Verifier-Transfer-Einnahmen“-Modell schlägt über einen Mechanismus auf Schichtebene vor, den maximalen Anteil von 10% der Staking-Belohnungen der Verifier in einen Ökosystem-Fonds zu lenken. Er schätzt, dass bei der aktuellen Staking-Größe ein Transferanteil von 5% bis 10% pro Jahr etwa 50.000 bis 70.000 ETH generieren kann (umgerechnet etwa 82,5 Millionen bis 116 Millionen US-Dollar). Lesaege weist darauf hin, dass Ethereum gerade einer „Koordinations-Fehlfunktion“ gegenübersteht: Jeder profitiert von gemeinsam genutzter Infrastruktur, aber niemand ist bereit, dafür zu zahlen. Eine alternative Algorithmus-Analyse von Shannon zeigt: Die jährliche Lücke liegt bei etwa 30 Millionen US-Dollar; im Verhältnis zu den annualisierten Staking-Belohnungen von 1,9 Milliarden US-Dollar genügt es, lediglich 1,6% der Staking-Belohnungen zu verwenden, um die Lücke zu schließen – ökonomisch betrachtet also plausibel. In der Governance werde dies jedoch als ein branchenfremder Schritt angesehen, der Verifier zu einer Art „Steuerbehörde“ macht.

Ethereum-Staking-APR von 4,6% auf 2,7% gesunken

Bitwise Senior Researcher Max Shannon weist darauf hin, dass der Ethereum-Staking-APR von rund 4,6% im Juni 2023 auf derzeit 2,7% gesunken ist, während sich die verfügbare Staking-Zufuhr und der Staking-Anteil im Zeitraum etwa verdoppelt haben. Eine weitere Kompression der Belohnungen würde „das Risiko von Liquiditätseinschnitten und das Liquiditätsrisiko von Exit-Warteschlangen im Verhältnis zur Rendite stärker in den Vordergrund rücken“ und könnte dazu führen, dass Verifier stärker auf MEV angewiesen sind, um Verluste auszugleichen, was wiederum die Zensurresistenz beeinflussen kann.

Figment-Sprecher sagen, dass eine Reduktion der Staking-Profite „tendenziell Verifier hin zu großen, konsolidierten Betreibern“ verschiebt – und zwar „mit dem Preis“ einer geringeren Vielfalt der Betreiber. Twinstake-Mitgründer Andrew Gibb weist darauf hin, dass die empfindlichste Kapitalgruppe „die Staking-Allokation reduziert oder verlässt“.

Hintergrund der Gründung von EthLabs: 5 ehemalige Ethereum-Foundation-Forscher

EthLabs wurde am 23. Juni 2026 (Montag) von fünf ehemaligen Ethereum-Foundation-Forschern vorgestellt. Es handelt sich um eine neu gegründete gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungsorganisation, die durch Finanzierung und Zusagen der größten Ökosystem-Unterstützer in der Szene getragen wird – darunter Joe Lubin, der Gründer von BitMine, Sharplink und ConsenSys. EthLabs verfolgt den Weg der „freiwilligen Sponsoring“-Variante: Große, ETH-ausgerichtete Institutionen finanzieren die Entwicklung direkt, statt über einen Mechanismus auf Schichtebene eine Art „Zwangsabgabe“ zu erzwingen.

Joe Lubin schrieb auf X, dass die Ethereum Foundation weiterhin auf „Krypto-Punk- Kernbausteine“ fokussiere, während andere Entwicklungsteams weitere Dimensionen ausloten. Mit dem Auftreten von EthLabs verlagere sich der Diskussionsschwerpunkt von „Wie besteuern wir Ethereum?“ hin zu „Benötigen wir wirklich eine Steuer?“.

Häufige Fragen

Wie stark wirken sich Budgetkürzungen und Entlassungen der Ethereum Foundation auf die Kernentwicklung aus?

Laut Bericht warnte ein ehemaliger Ethereum-Insider davor, dass innerhalb von 3 bis 9 Monaten eine Liquiditätskrise auftreten könnte. Hintergrund seien die EF-Entlassungen um 20% und ein Budget-Schnitt um etwa 40%, wodurch sich eine jährliche Finanzierungslücke von rund 30 Millionen US-Dollar ergibt. Vitalik Buterin erklärt, dass die jährlichen Ausgaben der Stiftung von etwa 15% vor 2026 schrittweise auf rund 5% nach 2030 sinken sollen. Das zeige, dass es sich um eine langfristig geplante Reduktion handelt, nicht um eine plötzliche finanzielle Notlage.

Ist Lesaege’s 10%-Staking-Steuer-Vorschlag bereits in den Ethereum-Verbesserungsvorschlags (EIP)-Prozess eingegangen?

Laut Bericht hat Lesaege dieses Vorhaben im Eth Research-Forum vorgestellt, doch der Artikel macht keine Angaben dazu, ob es bereits in einen formalen EIP-Prozess übergegangen ist. Die Gründung von EthLabs und der weit verbreitete Widerstand der Community gegen die Staking-Steuer machen die Zukunftsaussichten des Vorschlags noch unsicherer.

Sind Finanzierungsquelle und Umfang von EthLabs bereits veröffentlicht?

Laut Bericht wird EthLabs von Organisationen wie BitMine, Sharplink und Joe Lubin unterstützt, im Rahmen eines freiwilligen Sponsoring-Modells. Der Artikel nennt jedoch keine konkreten Zahlen zum Startkapital oder zur Zielgröße des Budgets; die entsprechenden finanziellen Details wurden bislang nicht vollständig offengelegt.

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