Hong Kong Exchange verlangt Aktionärszustimmung für Änderungen bei Wirtschaftsprüfern, um „opinion shopping“ zu bekämpfen

Gate News-Mitteilung, 20. April — Die Hong Kong Exchanges and Clearing haben am 17. April aktualisierte Leitlinien veröffentlicht, nach denen börsennotierte Unternehmen eine Zustimmung der Aktionäre einholen müssen, um Wirtschaftsprüfer zu bestellen oder zu entfernen. Die neuen Regeln schreiben vor, dass solche Änderungen nur in Hauptversammlungen erfolgen dürfen, und verlangen von den Unternehmen, konkrete Prüfungshonorare oder Bandbreiten offenzulegen, um zu verhindern, dass Honorardispute als Grundlage für eine Abberufung genutzt werden.

Der Schritt richtet sich gegen „opinion shopping“, eine Praxis, bei der Unternehmen Wirtschaftsprüfer kurz vor Jahresend-Fristen unter Druck setzen, zurückzutreten, um anschließend besser „kompatible“ Ersatzprüfer zu bestellen. Die Securities and Futures Commission (SFC) hat späte Rücktritte in der Endphase als Warnsignale für Governance-Versagen eingestuft. Bei einer kürzlich durchgeführten Überprüfung stellte die SFC fest, dass Wirtschaftsprüfer bei 89 Unternehmen innerhalb von vier Monaten nach den Fristen für die Veröffentlichung der Jahresergebnisse zurückgetreten waren, wobei 66 Honorardifferenzen anführten. Nach den neuen Regeln gilt jede Maßnahme, die zum Rücktritt eines Wirtschaftsprüfers führt, als aktive Abberufung und erfordert eine formelle Abstimmung der Aktionäre.

Die regulatorische Verschärfung folgt einer erhöhten Aufmerksamkeit für die Qualität von Unternehmen nach dem Zusammenbruch der China-Evergrande Group. Gründer Hui Ka Yan bekannte sich letzte Woche schuldig wegen Bestechung, Unterschlagung und Betrug; Peking warf dem Entwickler vor, den Umsatz um über 560 Milliarden Yuan aufzublähen. Der Evergrande-Prüfer PricewaterhouseCoopers wurde anschließend in China mit einer Geldstrafe belegt und für sechs Monate suspendiert. Im Jahr 2026 haben 39 in Hongkong gelistete Unternehmen den Handel eingestellt, nachdem sie die Frist für die Offenlegung der Finanzberichte Ende März verpasst hatten — die niedrigste Aussetzungsquote seit 2023.

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