Gate-News-Meldung, 17. April — Fatih Birol, der Leiter der Internationalen Energieagentur, warnte, dass die Öl- und Gasproduktion im Nahen Osten etwa zwei Jahre brauchen werde, um sich auf das Niveau vor dem Iran-Krieg zu erholen. Mehr als 80 Energieanlagen im Golf hätten während des Konflikts Schaden erlitten, wobei laut IEA-Forschung über ein Drittel schwer oder sehr schwer beschädigt worden seien.
Die Erholungszeiträume werden je nach Land variieren: Für den Irak wird deutlich länger benötigt als für Saudi-Arabien. Birol warnte außerdem, die Welt müsse sich auf deutlich höhere Energiepreise einstellen, falls die Straße von Hormus — durch die typischerweise ungefähr ein Fünftel des globalen Öls fließt — nicht bald wieder geöffnet wird. Die Wasserstraße sei seit Wochen nahezu zum Stillstand gekommen; eine US-Blockade, die Schiffe daran hindern soll, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, soll am Montag beginnen.
Die IEA veröffentlichte diese Woche einen Bericht, wonach die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2026 im Durchschnitt um 80.000 Barrel pro Tag zurückgehen werde. Damit wäre es der erste Rückgang seit der Covid-Pandemie, und die Agentur würde ihre frühere Prognose einer Zunahme um 830.000 bpd umkehren. Im März seien keine neuen Tanker beladen worden, was zu null neuen Öl-, Gas- oder Kraftstofflieferungen in asiatische Märkte führe, so Birol. Die IEA-Mitgliedsstaaten hätten im vergangenen Monat 400 Millionen Barrel Öl freigegeben, um die Märkte zu stabilisieren; Birol deutete an, dass bei Bedarf weitere Freigaben aus den Vorräten erfolgen könnten.
In einem separaten Interview sagte Birol, dass letztlich „kein Land“ von der Energiekrisen im Markt verschont bleiben werde. US-Präsident Donald Trump sagte den Reportern am Donnerstag, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges sei „sehr nahe“, und die Friedensgespräche könnten möglicherweise schon ab diesem Wochenende in Pakistan wieder aufgenommen werden.
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