Der US-amerikanische Speicherhersteller Micron überholte am 26. Juni im Intraday-Handel zeitweise Meta und Tesla und wurde zum begehrtesten KI-Infrastruktur-Titel an der Wall Street. Am 27. Juni fiel er zwar wieder auf etwa das gleiche Niveau wie die beiden Giganten zurück, aber das Etikett „das nächste Nvidia“ kursiert bereits weitläufig. Der Citigroup-Analyst Christopher Danely hat das Kursziel für Micron auf 200 US-Dollar angehoben.
Citigroup-Analyst Danely hat das Kursziel für Micron auf 200 US-Dollar angehoben
Der Citigroup-Analyst Danely hat das Kursziel für Micron auf 200 US-Dollar angehoben und erklärte, dass die KI-Nachfrage einen beispiellosen Superzyklus für Speicher geschaffen habe. Der Evercore-ISI-Analyst Lipacis wies darauf hin, dass die strategische Kooperationsvereinbarung zwischen Micron und Anthropic ein in der Halbleiterindustrie beispielloses Modell darstellt: KI-Modellentwickler binden sich direkt über langfristige Lieferverträge an Speicherhersteller. Diese vertikale Integration verändert die passive Position der Speicherhersteller, die zuvor rein dem Konjunkturzyklus folgten.
Der CEO von Micron erklärte in der jüngsten Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen: „Wir verändern unser Geschäftsmodell grundlegend“, von einem konjunkturabhängigen Rohstofflieferanten hin zu einem strategischen Partner, der Einnahmen durch langfristige Lieferverträge sichert.
IDC: HBM-Knappheit dauert bis 2027 an
Hochbandbreitenspeicher (HBM) ist eine Kernkomponente von Nvidia-GPUs. Jede H200/B200-GPU benötigt 6 bis 8 gestapelte HBM-Chips. Ein einziger KI-Server verbraucht oft mehrere hundert GB an Hochbandbreitenspeicher. Da Cloud-Anbieter wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure gleichzeitig massiv ihre Rechenkapazitäten ausbauen, ist die weltweite HBM-Produktionskapazität stark überfordert.
IDC zufolge hält diese Knappheit bis 2027 an und wirkt sich bereits auf die Unterhaltungselektronik aus: Apple war kürzlich gezwungen, die Preise für MacBook und iPad zu erhöhen, was auf die gestiegenen Speicherkosten zurückzuführen ist.
Die historischen Aufzeichnungen der Speicherindustrie sind beachtenswert: In den letzten 30 Jahren gab es mindestens fünf große Auf- und Abschwünge im DRAM-Markt. Auch Samsung und SK Hynix bauen ihre HBM-Produktion aus. In der Geschichte kam es jedes Mal zu Gewinneinbußen, sobald das Angebot die Nachfrage einholte.
Micron hat in Houli (Taichung) und Guishan (Taoyuan) bedeutende HBM-Verpackungsstandorte aufgebaut
Micron hat in Taiwan umfangreiche Investitionen getätigt. Die Fabrik A3 in Houli, Taichung, und das Werk in Guishan, Taoyuan, sind wichtige Standorte für fortschrittliche DRAM- und HBM-Verpackung. Im letzten Jahr kaufte Micron in großem Umfang taiwanesische Anlagen und Materialien, wovon die gesamte Lieferkette für Speichertest, -verpackung, Substrate und Testschnittstellen profitierte. SK Hynix plant Berichten zufolge einen Börsengang in den USA, um rund 29,4 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der HBM-Produktion zu beschaffen. Dies zeigt, dass sich das KI-Speicherrennen von Asien auf die globalen Kapitalmärkte ausweitet.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist HBM zum zentralen Engpass im KI-Markt geworden?
Hochbandbreitenspeicher (HBM) ist ein wesentlicher Kernbestandteil von Nvidia-GPUs. Jede H200/B200-GPU benötigt 6 bis 8 gestapelte HBM-Chips und ist die notwendige Grundlage für KI-Training und Inferenz-Rechenleistung. Die gleichzeitige massive Ausweitung der Rechenkapazitäten durch globale Cloud-Anbieter führt zu einem Überangebot an HBM, wobei IDC eine bis 2027 anhaltende Knappheit prognostiziert.
Was sind die wichtigsten Bewertungen von Citigroup und Evercore ISI für Micron?
Der Citigroup-Analyst Danely hat das Kursziel für Micron auf 200 US-Dollar angehoben, mit der Begründung, dass der KI-Nachfrage-Superzyklus beispiellos sei. Der Evercore-ISI-Analyst Lipacis wies darauf hin, dass die strategische Kooperationsvereinbarung zwischen Micron und Anthropic ein neues Modell der vertikalen Integration darstellt, bei dem KI-Modellentwickler direkt langfristige Lieferverträge mit Speicherherstellern abschließen.
Welche identifizierten historischen Risiken bestehen für das HBM-Wachstum von Micron?
Die Speicherindustrie hat in den letzten 30 Jahren mindestens fünf große Auf- und Abschwünge erlebt. Auch Samsung und SK Hynix bauen ihre HBM-Produktion aus. In der Geschichte kam es jedes Mal zu Gewinneinbußen, sobald das Angebot die Nachfrage einholte. Der CEO von Micron hat angekündigt, durch langfristige Lieferverträge in eine strategische Partnerschaft umzuwandeln, um das zyklische Risiko zu verringern.