Am 12. März wurde bekannt gegeben, dass das in London ansässige Fintech-Unternehmen Revolut offiziell eine vollständige Banklizenz im Vereinigten Königreich erhalten hat, die von der Prudential Regulation Authority (PRA) genehmigt wurde. Mit der Erteilung dieser Lizenz hat Revolut eine neue Bankeinheit, Revolut Bank UK Ltd., gegründet, um die entsprechenden Geschäfte zu übernehmen. Die Konten der britischen Nutzer werden in den kommenden Monaten schrittweise auf das neue Bankensystem umgestellt.
Diese Genehmigung markiert einen entscheidenden Fortschritt im mehrjährigen Zulassungsprozess von Revolut bei den Aufsichtsbehörden. Das Unternehmen erhielt bereits im Jahr 2024 eine restriktive Banklizenz im Vereinigten Königreich und trat in die sogenannte „Mobilisierungsphase“ ein, eine standardmäßige Übergangsphase vor dem vollständigen operativen Betrieb einer neuen Bank. Derzeit verfügt das Unternehmen in Großbritannien über mehr als 10 Millionen Kunden und wurde nach einer jüngsten Finanzierungsrunde auf etwa 75 Milliarden US-Dollar bewertet.
Gemäß der neuen Lizenz werden qualifizierte Kundeneinlagen in den Schutz des Financial Services Compensation Scheme (FSCS) einbezogen. Im Falle einer Bankeninsolvenz kann dieses Programm bis zu 120.000 Pfund Sterling pro Kunde als Entschädigung leisten. Dieses System ähnelt dem Einlagensicherungssystem der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) in den USA. Zuvor waren die Guthaben auf den Hauptkonten von Revolut nicht durch eine ähnliche Absicherung geschützt.
Die Kontoumstellung erfolgt schrittweise. Wenn ein Konto bereit ist, auf das neue System umgestellt zu werden, informiert Revolut die Nutzer per E-Mail oder App. Das Unternehmen betont, dass während des Umstellungsprozesses die Kontonummern, Sortiercodes und IBAN-Informationen unverändert bleiben. Historische Transaktionen und Abrechnungen können weiterhin in der App eingesehen werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass Kryptowährungstransaktionen, Aktieninvestitionen und Rohstoffhandel auf der Revolut-Plattform nicht in die neue Bankeinheit integriert werden. Diese Geschäfte werden weiterhin über eigenständige Tochtergesellschaften betrieben und unterliegen unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen. Daher betrifft die neue Banklizenz hauptsächlich Einlagenkonten sowie zukünftige Angebote wie Kredite und traditionelle Finanzprodukte.
Revolut erklärt, dass die Lizenz eine größere regulatorische Flexibilität für die Erweiterung seiner Finanzdienstleistungen bietet, einschließlich Krediten, Sparprodukten und anderen Bankgeschäften. Im Januar dieses Jahres reichte Revolut zudem einen Antrag auf eine bundesweite Banklizenz in den USA ein und verfolgt ähnliche Genehmigungen in Peru.
Branchenexperten sehen in der Beantragung der Banklizenz durch Revolut einen Trend, bei dem Fintech-Unternehmen zunehmend in Richtung traditioneller Banken aufrücken. Mit der verbesserten regulatorischen Stellung könnten solche Plattformen künftig eine bedeutendere Rolle im Zahlungsverkehr, bei digitalen Vermögenswerten und im grenzüberschreitenden Finanzgeschäft spielen. Die vollständige Umstellung der Konten der britischen Kunden wird voraussichtlich in den kommenden Monaten abgeschlossen sein.
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