
On-Chain-Analyseunternehmen Santiments neueste Daten zeigen, dass, während der Bitcoin-Preis stabil bei etwa 71.000 USD liegt, diese großen Wallet-Adressen derzeit etwa 68,17 % des im Umlauf befindlichen Bitcoin kontrollieren. Santiment beschreibt dies als ein „positives Umkehrsignal“, das darauf hindeutet, dass die Hauptakteure möglicherweise auf eine potenzielle Erholung vorbereiten.
(Quelle: Santiment)
Santiments Daten dokumentieren zwei sich gegenseitig bestätigende On-Chain-Änderungen. Erstens steigt der Anteil großer Wallets – in der vergangenen Woche stieg der Anteil der Wallets mit 10 bis 10.000 BTC leicht von 68,07 % auf 68,17 %. Obwohl die absoluten Zahlen gering erscheinen, deuten sie auf eine systematische Kapitalverschiebung hin: Langfristige Großinvestoren häufen wieder an, anstatt weiter zu diversifizieren.
Zweitens sind die Bitcoin-Bestände an Börsen auf einem historischen Tiefstand – laut Santiment sind die Bestände an Börsen auf den niedrigsten Stand seit November 2017 gefallen, mehr als acht Jahre nicht gesehen. Sinkende Börsenbestände bedeuten in der Regel, dass die Inhaber Bitcoin in Cold Wallets transferieren, um sie langfristig zu halten, anstatt sie zu verkaufen. Dies stellt eine strukturelle Unterstützung für das Angebot dar.
Santiment weist in seiner Analyse darauf hin: „Unter idealen Bedingungen möchten wir sehen, dass die Anzahl kleiner Wallets abnimmt, während die großer Wallets zunimmt.“ – Das bedeutet, dass Token von kurzfristigen Tradern zu größeren, geduldigeren Langzeit-Investoren wandern, was ein typisches Merkmal für die Bildung eines Bitcoin-Tiefs ist.
Derzeit zeigen mehrere Indikatoren zusammen ein komplexes, insgesamt vorsichtig optimistisches Signal:
Bitcoin-Preis: ca. $71.350, Anstieg in der letzten Woche um etwa 6 %, Zuwachs von über 7 % in den letzten 30 Tagen
Angst- und Gier-Index: 16 („extreme Angst“), was trotz jüngster Preissteigerungen auf eine insgesamt vorsichtige Marktstimmung hindeutet
US-Spot-Bitcoin-ETF: Diese Woche verzeichnete es den ersten anhaltenden Zufluss von Kapital seit 2026, insgesamt etwa 767 Millionen USD an neuen Mitteln
VIX (Volatilitätsindex): deutet auf eine mögliche Risikoaufnahme-Phase in den kommenden Wochen hin
Allerdings nennt Santiment auch historische Bedingungen für die Bestätigung eines Tiefs: Bitcoin tendiert dazu, den Boden zu erreichen, wenn die Privatanleger von Optimismus zu Pessimismus wechseln und aktiv verkaufen, nicht wenn die Stimmung noch euphorisch ist. Obwohl die Angst derzeit hoch ist, ist sie noch nicht auf dem Niveau, das typischerweise mit einem vollständigen „Aufgeben“ der Privatanleger einhergeht.
Bemerkenswert ist, dass die Daten vom 6. März zeigen, dass große Bitcoin-Inhaber zwischen dem 23. Februar und dem 3. März etwa 66 % ihrer angesammelten Bitcoin verkauft haben, als Bitcoin zeitweise auf 74.000 USD stieg. Das erneute Zuwachsen erfolgt in einer Phase der Korrektur nach diesem Hoch.
On-Chain-Analyst Willy Woo äußert eine vorsichtigere Einschätzung: Aus der Perspektive eines langfristigen Liquiditätszyklus könnte Bitcoin sich noch in einer längeren Bärenmarktphase befinden, und kurzfristige Erholungssignale seien noch nicht ausreichend, um einen großen Zyklus-Tiefpunkt zu bestätigen.
Santiment beschreibt damit die steigende Beteiligung großer Wallets am Bitcoin-Angebot, was auf eine Kapitalverschiebung von einer dezentralen Verteilung hin zu einer Akkumulation hindeutet. Historisch gesehen korreliert die erneute Konzentration bei großen Wallets oft mit der Bildung eines mittelfristigen oder langfristigen Bitcoin-Tiefs und gilt als ein vorlaufender On-Chain-Indikator mit potenzieller Vorhersagekraft.
Der Rückgang der Börsenbestände zeigt, dass die verfügbaren Bitcoins zum Verkauf abnehmen, was die potenzielle Verkaufsquelle einschränkt. Seit November 2017 hat die globale Krypto- und Bitcoin-Ökonomie mehrere Bullen- und Bärenmärkte durchlaufen. Dieser historische Tiefstand bedeutet, dass die Menge an Bitcoin, die derzeit an Börsen zum Verkauf steht, auf einem Rekordtief ist, was grundsätzlich eine günstige Angebotslage für steigende Preise schafft.
Dieses scheinbare Paradoxon ist typisch für die Markttief-Phase: Während die Stimmung der Privatanleger (im Angst- und Gier-Index sichtbar) von Angst geprägt ist, bauen Institutionen und Großinvestoren (sichtbar an ETF-Zuflüssen und On-Chain-Beständen) still und leise Positionen auf. Santiments historische Analysen zeigen, dass genau dann, wenn Privatanleger ängstlich sind und Großinvestoren aufstocken, sich oft die besten Kaufgelegenheiten ergeben.