Die Währungsbehörde von Singapur (MAS) verschärfte am 14. April zum ersten Mal seit 2022 ihre geldpolitische Ausrichtung und unterstützte damit einen stärkeren Singapur-Dollar angesichts erhöhter Öl- und Gaspreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran. Singapur-Aktien haben sich gegenüber regionalen Wettbewerbern besser entwickelt und sind seit Beginn des Konflikts Ende Februar nur um 0,5 % gefallen, wie Analystenkommentare zeigen. Die Kursänderung dürfte Singapurs Attraktivität als sicherer Hafen für Anleger mit Blick auf risikoärmere Märkte weiter stärken.
Die geldpolitische Straffung der MAS am 14. April ermöglicht einen festeren Singapur-Dollar, der Zuflüsse ausländischen Kapitals anzieht und die defensive Position der Republik in Asien stärkt, so Jen-Ai Chua, Equity-Research-Analystin für Asien bei Julius Baer. Der Singapur-Dollar ist laut den Marktdaten aus dem Artikel zum Berichtsstichtag auf 0,79 US-Dollar gestiegen. Eine stärkere Landeswährung unterstützt die Bewertung von Aktien, indem in Singapur gelistete Aktien für internationale Anleger attraktiver werden, und sie stärkt zudem den Status des Landes als Anlageziel mit geringerem Risiko inmitten geopolitischer Volatilität.
Der Aktienmarkt von Singapur hat sich seit der Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar im Vergleich zu regionalen Wettbewerbern als widerstandsfähig erwiesen. Das lokale Börsensegment ist in diesem Zeitraum nur um 0,5 % gefallen und liegt damit deutlich über regionalen Benchmark-Werten, wie Analystenbewertungen zeigen, die im Bericht zitiert werden. Diese Outperformance spiegelt die Präferenz der Anleger für Singapurs institutionelle Stabilität, die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik und die geringere geopolitische Exponierung gegenüber anderen asiatischen Märkten wider.
Die drei großen Singapur-Banken – DBS, OCBC und UOB – sind seit Beginn des Konflikts stabil geblieben und handelten zum Zeitpunkt der Abfassung des Artikels laut den im Artikel herangezogenen Marktdaten jeweils bei ungefähr $57.55, $22.85 und $37.61. Jen-Ai Chua von Julius Baer wies darauf hin, dass diese Banken regionale Wettbewerber übertroffen haben und angesichts ihrer begrenzten Kreditexponierung gegenüber dem Nahen Osten sowie ihrer soliden Kapitalpositionen relativ defensiv geblieben sind. Als starke Anbieter von Wealth Management sind die Singapur-Banken dafür positioniert, von Kapitalzuflüssen in risikoärmere Regionen zu profitieren, und dürften einen Anstieg des Nettozinsertrags verzeichnen, der sich aus potenziell höheren Zinssätzen ergibt, so Frau Chua.
Singapur-REITs sind seit Ende Februar als Sektor um mehr als 4 % gefallen, weil Sorgen über höhere Zinssätze bestehen, haben jedoch regionale REITs übertroffen, die im selben Zeitraum um bis zu 10 % eingebrochen sind, so die Analyse von Jen-Ai Chua. Der Drei-Monats-Singapur-Overnight-Rate-Average (SORA) liegt weiterhin stabil bei etwa 1,07 %, was Spielraum für Einsparungen bei den Zinskosten bietet, da REITs Schulden zu niedrigeren Sätzen refinanzieren. Ausgewählte Blue-Chip-REITs mit Fokus auf Singapur bleiben attraktiv, da der heimische Immobilienmarkt stabil ist und die Wirtschaft auf Dienstleistungen und Logistik ausgerichtet ist, was die Bewertung der Vermögenswerte trotz geopolitischer Volatilität weiterhin unterstützt, sagte Frau Chua. Das Equity-Research-Team von OCBC, angeführt von Carmen Lee, identifizierte bevorzugte REIT-Positionen, darunter CapitaLand Integrated Commercial Trust und Parkway Life Reit, als Top-Defensivwerte; zudem sieht es zusätzliches Aufwärtspotenzial in CapitaLand Ascendas Reit, Mapletree Logistics Trust, Mapletree Pan Asia Commercial Trust und Frasers Logistics & Commercial Trust, falls sich die Spannungen im Nahen Osten beruhigen und die Zinsrisiken nachlassen.
Ein Analyst von RHB, Vijay Natarajan, merkte an, dass der Konflikt im Nahen Osten nur eine begrenzte direkte Auswirkung auf Singapurs Wohnimmobiliensektor hat. Starke Rücksetzer bei den Aktien von Entwicklern werden als Kaufgelegenheiten betrachtet, da die Rahmenbedingungen für Nachfrage und Angebot günstig sind, einschließlich eines erwarteten Anstiegs der Wohnbevölkerung, geringer nicht verkaufter Bestände und unterstützender Bedingungen bei den Zinssätzen, so Herr Natarajan. Entwickleraktien seien außerdem als Nutznießer des Equity Market Development Programme (EQDP) und entsprechender Initiativen positioniert, die darauf ausgelegt sind, Wert freizusetzen und Dividendenausschüttungen zu verbessern. Herr Natarajan hat eine Kaufempfehlung für City Developments und Coliwoo Holdings auf Basis dieser Bewertungen und Reformkatalysatoren.
Das Equity-Research-Team von OCBC erklärte, dass Singapur-Aktien typischerweise innerhalb eines Jahres wieder anziehen, wenn die wirtschaftlichen und Liquiditätsbedingungen unterstützend bleiben, und verwies damit auf weiteres Aufwärtspotenzial für Aktien, einschließlich kleinerer Unternehmen, im Zuge der fortlaufenden Reformen des Aktienmarkts. Die Analysten hoben ein neues Investitionsprogramm hervor, das 2028 vom Central Provident Fund von Singapur angeboten werden soll und vereinfachte, kostengünstige sowie diversifizierte Produkte für Investments über den Lebenszyklus bereitstellen wird. Obwohl die Programme noch nicht vollständig definiert sind, sind OCBC-Analysten der Ansicht, dass sie zusätzliche langfristige Kapitalzuflüsse in Singapurs Aktien unterstützen könnten und so das EQDP ergänzen. Bevorzugte Positionen bei Small- und Mid-Caps, die von OCBC identifiziert wurden, umfassen Boustead, CapitaLand India Trust, China Aviation Oil, Hong Leong Asia, Info-Tech Systems Integrators, Nordic Group, OUE Reit, Parkway Life Reit und Stoneweg Europe Stapled Trust.
F: Wann hat die Währungsbehörde von Singapur ihre Geldpolitik verschärft und warum?
Die MAS verschärfte ihre geldpolitische Ausrichtung am 14. April zum ersten Mal seit 2022, wie aus der offiziellen Ankündigung zur Geldpolitik hervorgeht. Die Straffung wurde als Reaktion auf stark steigende Öl- und Erdgaspreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt umgesetzt, der Ende Februar begonnen hatte. Dadurch konnte sich der Singapur-Dollar festigen, und das stärkt zudem die Attraktivität Singapurs als sicherer Hafen.
F: Wie hat sich der Aktienmarkt von Singapur im Vergleich zu regionalen Wettbewerbern entwickelt, seit der Iran-Konflikt begonnen hat?
Singapur-Aktien sind seit Ende Februar, als der Konflikt begann, nur um 0,5 % gefallen und haben damit laut Analystenkommentaren die regionalen Wettbewerber deutlich übertroffen. Diese relative Widerstandsfähigkeit spiegelt die Präferenz der Anleger für Singapurs institutionelle Stabilität und die geringere geopolitische Exponierung wider.
F: Welche Sektoren und Aktien empfehlen Analysten als defensiven Ansatz in der aktuellen Lage?
Analysten empfehlen die drei großen Banken (DBS, OCBC, UOB) und ausgewählte REITs als defensiven Ansatz, da sie als sicherer Hafen gelten und starke Dividendenrenditen aufweisen; dies geht aus Stellungnahmen von Julius Baer, OCBC und Macquarie Equity Research hervor. Immobilienentwickler werden ebenfalls als attraktiv angesehen, weil die Marktdynamik günstig ist und sie mit Blick auf Initiativen zur Reform des Aktienmarkts exponiert sind, so der RHB-Analyst Vijay Natarajan.