
SpaceX (SPCX) wurde am 12. Juni an der NASDAQ gelistet. FTSE Russell (Russell), MSCI und die Indexanbieter der NASDAQ 100 nahmen daraufhin nacheinander Änderungen vor bzw. beriefen sich auf bestehende Schnellaufnahme-Regeln. Erwartet wird, dass SpaceX innerhalb von weniger als drei Wochen nach der Notierung in den Index aufgenommen wird. Russell will nach Börsenschluss am 18. Juni den Russell 1000 sowie den Russell Top 200 aufnehmen.
NASDAQ-100-Schnellaufnahme: Drei-Stufen-Zeitplan
Die neuen Regeln für die „Schnellaufnahme“ des NASDAQ 100 treten am 1. Mai 2026 in Kraft. Die drei von SpaceX bestätigten Zeitpunkte lauten wie folgt:
Der 7. Handelstag (ca. 6/23): Prüfung der Qualifikation. Ein neu gelistetes Unternehmen muss unter den Top 40 nach Gesamtmarktkapitalisierung im Universum der bestehenden Indexwerte liegen
Der 10. Handelstag (ca. 6/26): Bekanntgabe, ob aufgenommen wird
Der 15. Handelstag (ca. 7/3 bis 7/6): Offizielles Wirksamwerden der Aufnahme
Für die Schnellaufnahme ist kein Ausschluss bestehender Indexwerte erforderlich (der Index kann vorübergehend über 100 Titel hinausgehen). Außerdem muss bestätigt werden, dass der durchschnittliche Tagesumsatz über drei Monate hinweg über 5 Millionen US-Dollar liegt.
Gründe, warum der S&P 500 unverändert bleibt
Der S&P 500 hält derzeit an der Politik fest, dass „neue Indexbestandteile keine Aktiengattungen mit unterschiedlichen Stimmrechten“ aufweisen dürfen. Zudem verlangt der S&P 500, dass neue Indexbestandteile erst nach 12 Monaten Börsennotierung eine Aufnahme beantragen können.
SpaceX nutzt eine Doppelaktienstruktur: Die A-Aktien haben jeweils eine Stimme, während die von Musk und wenigen zentralen Insidern gehaltenen B-Aktien jeweils zehn Stimmen haben. FTSE Russell hatte bereits 2017 die Regel „Mindestens 5% der Stimmrechte für Indexbestandteile“ eingeführt, um derartige Strukturen daran zu hindern, in einen breit angelegten Index zu gelangen. Diesmal jedoch änderte Russell die Schnellaufnahmeregeln für SpaceX.
Gegenstimmen: Forderungen von Pensionskassen und Senator Warren
New Yorks Rechnungsprüfer (Comptroller) Mark Levine richtete ein offenes Schreiben an FTSE Russell und argumentierte, SpaceX solle den normalen quartalsweisen Rebalancing-Zyklus (6/26) durchlaufen und nicht den 5-Tage-Schnellpfad. Auch New Yorks Rechnungsprüfer DiNapoli sowie CalPERS-CEO Frost äußerten sich öffentlich dagegen. Pensionskassenmanager aus New York, Maryland und Illinois richteten am 10. Juni 2026 gemeinsam ein Schreiben an die Beteiligten und äußerten Bedenken.
Senatorin Elizabeth Warren und der Bankenausschuss des US-Senats fordern, dass alle Indexanbieter bis zum 26. Juni eine schriftliche Erklärung vorlegen. Der Kern der Kritik: Die Regeländerungen der Indexanbieter würden faktisch dazu führen, dass Pensionskassen und andere passive Gelder gezwungen werden, ein von Musk stark kontrolliertes Unternehmen zu kaufen, während passive Anleger keinen Spielraum haben.
Häufige Fragen
Welche konkreten Bestimmungen umfasst die von Russell für SpaceX geänderte Schnellaufnahmeregel?
Die von FTSE Russell am 26. Mai 2026 verabschiedete „IPO-Schnellaufnahme“-Regel bestätigt unter anderem: Für qualifizierte große IPOs reicht die schnellste Aufnahme bereits am 5. Handelstag nach Listing; Anpassung in einem Einmalverfahren; das Investment-Vermögen muss über dem Marktkapitalisierungs-Schwellenwert liegen, der beim letzten Rebalancing für Russell Top 500 festgelegt wurde; Voraussetzung ist ein vollständig überzeichnetes IPO (Fully Underwritten IPO). Die Mindestanforderungen an Free Float sowie an die Stimmrechte gelten weiterhin, wobei gesperrte Positionen eine 12-monatige Schonfrist erhalten.
Ist die MSCI-Aufnahme von SpaceX eine neu geschaffene Regel?
Nein. MSCI bestätigte am 8. Juni 2026, dass es die seit 2007 bestehende Regel „Early Inclusion for Large IPOs“ heranziehen wird und dass es sich nicht um neu geschaffene Bestimmungen für SpaceX handelt. Nach dieser Regel werden große IPOs etwa am 10. Handelstag in den Global Standard Index aufgenommen (der ACWI- und World-Indizes umfasst).
Was sind die konkreten Inhalte, die Senator Warren bis 6/26 fordert?
Senatorin Elizabeth Warren und der Bankenausschuss des US-Senats verlangen, dass alle Indexanbieter bis zum 26. Juni eine schriftliche Erklärung einreichen, um das Governance-Problem zu erläutern, das sich daraus ergibt, dass passive Gelder wie Pensionskassen aufgrund der geänderten Regeln der Indexanbieter gezwungen würden, SpaceX zu kaufen. Der 26. Juni ist zugleich das Zeitfenster, in dem MSCI möglicherweise wirksam werden könnte, sowie der Zeitrahmen, in dem entschieden wird, ob der NASDAQ 100 SpaceX aufnimmt.