Die CIA habe kürzlich mithilfe von KI einen Geheimdienstbericht erstellt, ohne dass ein menschlicher Analyst ihn gesteuert hätte. Der stellvertretende Direktor Michael Ellis bestätigte den Meilenstein am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Special Competitive Studies Project und markierte damit eine Wende von stiller Erprobung hin zu einer öffentlichen Ankündigung von Ambitionen. Ellis sagte, die Behörde habe letztes Jahr mehr als 300 KI-Projekte durchgeführt, berichtet Politico. Irgendwo in diesem Stapel habe eine Maschine ein Geheimdienstprodukt ganz für sich selbst erstellt – das erste Mal in der Geschichte der Behörde. Die kurzfristige Roadmap ist eher schrittweise. Analysten würden KI-"Kollegen" erhalten, die in Analyseplattformen der Behörde eingebettet sind, um beim Erstellen zu helfen, beim Überarbeiten auf Klarheit, sowie Outputs gegen Standards der Einsatzpraxis (Tradecraft) zu benchmarken. Menschen würden letztlich weiterhin die Ergebnisse abzeichnen. Aber das Ziel ist Tempo – Geheimdienstprodukte schneller herauszubringen, als es ein nur-menschlicher Prozess allein zulässt.
Innerhalb eines Jahrzehnts, sagte Ellis, würden CIA-Beamte Teams von KI-Agenten verwalten, die als „autonome Kooperationspartner für Missionen“ arbeiten – ein hybrides Modell, das die Informationsgewinnung in einer Weise skaliert, wie es kein menschliches Personal allein leisten kann. Die CIA baut dafür seit Jahren. 2023 kündigte die Geheimdienstbehörde ihren eigenen KI-Chatbot an, um Mitarbeitenden zu helfen, Überwachungsdaten zu analysieren. Bis 2024 gaben CIA-Direktor Bill Burns und MI6-Chef Richard Moore gemeinsam bekannt, dass sie aktiv generative KI für Content-Sichtung, Analystenunterstützung und dafür nutzen, wie ausländische Gegenspieler den Einsatz dieser Technologie steuern. Ellis’ Äußerungen schieben diese öffentliche Zeitlinie erheblich nach vorn. Noch in diesem Jahr lehnte Anthropic es ab, Einschränkungen aufzuheben, die seine Tools von Inlandsüberwachung oder vollständig autonomen Waffenanwendungen ausschließen. Verteidigungsminister Pete Hegseth reagierte, indem er Anthropics Produkte als „Supply-Chain-Risiko“ einstuft. Präsident Trump ordnete daraufhin an, dass jede Bundesbehörde Anthropic-Tools auslaufen lassen soll. Das Unternehmen hat die Maßnahme rechtlich angefochten.
Ellis nannte Anthropic nicht, aber die Botschaft kam klar an. Die CIA „kann nicht zulassen, dass die Launen eines einzelnen Unternehmens ihren Einsatz von KI einschränken“, sagte er, und die Behörde diversifiziert aktiv über mehrere Anbieter hinweg, um operativ flexibel zu bleiben. Ellis machte außerdem darauf aufmerksam, dass die CIA ihre technologieorientierte Berichterstattung über ausländische Geheimdienste verdoppelt hat und verfolgt, wie Gegner wie China KI über Halbleiter, Cloud-Computing und F&E einsetzen. Das Center for Cyber Intelligence der Behörde wurde zu einem vollständigen Mission Center aufgewertet – ein Schritt, den Ellis als entscheidend beschrieb, da „der Kampf um Cybersicherheit ein Kampf um künstliche Intelligenz sein wird“.