Gate News-Nachricht, 27. April — Der anhaltende US-israelische Konflikt mit Iran dürfte einen starken Anstieg globaler Unternehmenspleiten auslösen. Der Kreditversicherer Allianz Trade geht davon aus, dass die weltweiten Insolvenzen 2026 um 6 Prozent steigen könnten, also 2 Prozentpunkte mehr als in den Prognosen vor Kriegsbeginn. Der Krieg, der am 28. Februar begann, hat mehr als 80 Energieanlagen in den Golfstaaten zerstört und dadurch Öl-, Gas- und Handelsströme durch die Straße von Hormus beeinträchtigt, die ein Fünftel der weltweiten Rohöllieferungen trägt. Wenn die Meerenge über den Sommer hinaus geschlossen bleibt, könnten die Insolvenzen 2026 auf 10 Prozent und 2027 auf 3 Prozent steigen. Dies könnte potenziell fast 15.000 zusätzliche Insolvenzen in den wichtigsten Volkswirtschaften nach sich ziehen.
Asien wird für 54 Prozent des globalen Anstiegs verantwortlich sein: Die Unternehmenspleiten in China dürften 2026 um 9 Prozent und 2027 um 5 Prozent steigen. Deutschland steht unter den entwickelten Volkswirtschaften vor dem steilsten Anstieg mit 10 Prozent, gefolgt von den USA mit 7 Prozent und Frankreich mit 4 Prozent. Die Insolvenzen im Vereinigten Königreich werden voraussichtlich um 1 Prozent zurückgehen, aber weiterhin ungefähr 30 Prozent über den Werten vor dem Brexit liegen. Der Konflikt könnte 2026 weltweit etwa 2,2 Millionen Jobs gefährden, insbesondere in den Bereichen Bau, Einzelhandel und Dienstleistungen. Öl notierte nahe $100 pro Barrel, während steigende Energiekosten, Frachtkosten und Inputkosten die Gewinnspannen von Unternehmen unter Druck setzen und strukturelle Risiken in den globalen Märkten für Tankschiffe schaffen.