
Der US-Finanzminister Scott Bessent forderte am 4. Juni in einer Sitzung des Senatsausschusses für Finanzen im Rahmen der Anhörung zum FY2027-Budget die Abgeordneten auf, das CLARITY-Gesetz (CLARITY Act) zu unterstützen, mit dem Ziel, dass der Gesetzentwurf in diesem Sommer verabschiedet wird. Bessent bestätigte, dass das Finanzministerium den Aufbau strategischer Bitcoin-Reserven mit einem „vorsichtigen Tempo“ vorantreibt. Das CLARITY-Gesetz steckt derzeit im Senat fest.
Status des CLARITY-Gesetzes: Der Repräsentantenhaus-Entwurf ist bereits verabschiedet, im Senat blockieren drei große Hürden
Laut öffentlich zugänglichen Gesetzesaufzeichnungen und einem Bericht von The Block soll das CLARITY-Gesetz erstmals auf Bundesebene die digitale-Asset-Branche regulieren:
Repräsentantenhaus: Eine Version des Gesetzes wurde bereits im vergangenen Jahr verabschiedet
Hürden im Senat (drei bestätigte Streitpunkte):
· Behandlung von Stablecoin-Boni
· Rechtlicher Schutzumfang für Softwareentwickler
· Umgang mit Interessenkonflikten, die sich ergeben könnten, nachdem Präsident Trump in den Krypto-Bereich eingestiegen ist
Bessent brachte in der Anhörung des Senatsausschusses für Finanzen zu den oben genannten drei Streitpunkten keine konkreten Lösungsvorschläge vor, sondern äußerte lediglich die Hoffnung, dass der Gesetzentwurf im Sommer verabschiedet wird.
Strategische Bitcoin-Reserven: Grundlage per Exekutivorder und Bessent bestätigt am Mittwoch
Trump unterzeichnete in den frühen Tagen seiner Amtszeit eine Exekutivorder, mit der der Aufbau strategischer Bitcoin-Reserven geschaffen werden soll. Als Mittelquelle wurden bestätigte Bitcoin-Zuflüsse festgelegt, die dem Staat durch straf- oder zivilrechtliche Einziehungen zufließen, sowie eine separate digitale Asset-Reserve.
Bessent erklärte in seiner öffentlichen Stellungnahme in der Anhörung vom 4. Juni: „Wir gehen diese Arbeit mit einem vorsichtigen Tempo an. Wir stellen sicher, dass wir in diesem komplexen Prozess Best Practices anwenden, und dass diese Arbeit dauerhaft und wirksam bleibt.“
Zuvor hatte der Executive Director des Trump-Digital-Assets-Beratergremiums, Patrick Witt, im April 2026 erklärt, dass in den kommenden Wochen „bedeutsame Ankündigungen“ zu den nächsten Schritten bei den Reserven erfolgen sollen. Bis zum 4. Juni hat Bessent jedoch keine konkreten Angaben zur Größe der Reserven, zum Zeitplan oder zu operativen Details für die nächste Phase veröffentlicht.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich das CLARITY-Gesetz von der Version, die letztes Jahr im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde?
Bessent erläuterte in der Anhörung keine konkreten Unterschiede zwischen dem derzeit vorangetriebenen Gesetzentwurf und der bereits verabschiedeten Repräsentantenhaus-Version. Nach den derzeit verfügbaren öffentlichen Aufzeichnungen konzentrieren sich die wichtigsten Streitpunkte im Senat auf Stablecoin-Boni, den Schutz für Softwareentwickler sowie mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Trumps Krypto-Interessen; noch ist keine Senatsversion in das Verfahren für die finale Abstimmung eingetreten.
Welche Mittelquelle hat die strategische Bitcoin-Reserve und wie groß ist sie derzeit?
Gemäß Trumps Exekutivorder besteht die wichtigste Mittelquelle für die strategische Bitcoin-Reserve aus Bitcoins, die der Staat über straf- oder zivilrechtliche Einziehungsverfahren erhält, sowie aus einer separaten digitalen Asset-Reserve. Bessent hat am 4. Juni keine Angaben zum aktuellen Umfang der Reserve, zur Anzahl der Bestände oder zu Einzelheiten eines möglichen Beschaffungsplans gemacht, sondern lediglich bestätigt, dass der Prozess „komplex“ ist und voranschreitet.
Warum ist der Zeitplan so eng, damit das CLARITY-Gesetz noch vor dem Sommer verabschiedet wird?
Laut öffentlich berichteten Informationen werden die legislativen Prioritäten auf dem Capitol Hill voraussichtlich noch vor Jahresende auf den Haushaltsplanungsprozess umschalten. Zudem wird die für Mitte November erwartete Zwischenwahl im Sommer nach und nach sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit der Gesetzgeber in Anspruch nehmen. Falls der Gesetzentwurf nicht noch im Sommer durch die Senatsverfahren kommt, würde sich das nächste mögliche gesetzgeberische Zeitfenster auf 2027 verschieben.