Der japanische Yen ist gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Ende 1986 gefallen – 100 Yen sind jetzt nur noch 62 Cent wert. Die Schwäche der Währung resultiert aus Japans Abhängigkeit von in Dollar abgerechneten Energieimporten und einer erheblichen Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA. Japan hält einen Leitzins von etwa 1 % – ein 30-Jahres-Hoch im Inland, aber weit unter den US-Zinsen –, während Bedenken hinsichtlich der hohen Staatsverschuldung des Landes bestehen.
Energiekosten treiben Yen-Schwäche an
Japan importiert den Großteil seiner Energie, und Öl wird in Dollar abgerechnet. Steigen die Ölpreise, benötigen japanische Unternehmen mehr Dollar, um Energie zu bezahlen – also verkaufen sie Yen, um an die grünen Scheine zu kommen. Für US-Amerikaner kauft ein Dollar nun 162 Yen.
Zinsdifferenz und Schuldenmanagement prägen die Währungspolitik
Der japanische Leitzins liegt bei etwa 1 % – ein 30-Jahres-Hoch für das Land, aber weit unter den US-Zinsen. Diese Kluft zieht mehr Investorennachfrage nach Dollar als nach Yen an. Japan hat eine enorme Verschuldung, und einige argumentieren, dass das Land versucht, die Zinsen niedrig zu halten, um diese Situation zu managen.
Japanische Behörden griffen zuvor in die Devisenmärkte ein
Die japanischen Behörden waren bereits Anfang des Jahres eingeschritten, um die Währung zu stützen, indem sie Dollar verkauften und mehr Yen kauften.
Aktienmarktboom stärkt Yen nicht
Die Yen-Schwäche tritt auf, obwohl der japanische Aktienmarkt dank des KI-Handels boomt. Laut der Financial Times hedgen Händler, die japanische Aktien kaufen, gleichzeitig ihr Yen-Exposure, was den Verkaufsdruck auf die Währung zusätzlich erhöhen kann.
FAQ
Warum ist der Yen auf ein 40-Jahres-Tief gefallen?
Der Rückgang des Yen wird durch Japans Bedarf an in Dollar abgerechneten Energieimporten und eine erhebliche Zinsdifferenz zwischen Japan (ca. 1 %) und den USA angetrieben, die die Nachfrage der Anleger nach Dollar gegenüber Yen erhöht.
Warum stärkt der japanische Aktienmarktboom nicht den Yen?
Laut der Financial Times hedgen Händler, die japanische Aktien kaufen, ihr Yen-Exposure, was trotz der guten Aktienmarktperformance den Verkaufsdruck auf die Währung erhöht.