Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bloomberg-Bericht, der sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, soll China einigen leitenden KI-Fachkräften in privaten Unternehmen – darunter Alibaba und DeepSeek – eine Genehmigungspflicht vor Auslandsreisen auferlegen. Die Beschränkungen betreffen Gründer von Startups, Forschende und Führungskräfte, die als strategisch wichtig für Chinas KI-Branche gelten. Dabei würden Behörden Personen nicht nach Dienstalter oder Arbeitgeber auf die Liste setzen, sondern nach ihrem strategischen Wert. Die Maßnahme stellt eine Verschärfung der staatlichen Kontrolle über einen zentralen Bereich der Technologiebranche des Landes dar, obwohl noch unklar bleibt, wie viele Beschäftigte betroffen sein könnten, welche Rollen unter die Regel fallen und wie breit die Einschränkungen sich über Chinas KI-Industrie erstrecken. Einige KI-Fachkräfte aus dem privaten Sektor mussten zuvor Reisepläne für das Ausland melden, allerdings nicht zwingend, um vor der Abreise eine Genehmigung einzuholen. Die gemeldeten Einschränkungen folgen auf weitere jüngste Anzeichen für eine striktere staatliche Kontrolle über China-nahe KI-Unternehmen und stehen für eine Verschiebung in der Art, wie Peking die Mobilität von Talenten als Frage der nationalen Sicherheit handhabt.
Broader State Control Over AI Sector
The travel restrictions follow other recent government actions affecting China's AI industry. Last month, Beijing ordered Meta to unwind its $2 billion acquisition of Manus, an AI startup that began in China before relocating to Singapore. China has also moved to reduce reliance on U.S. AI chips, pushing domestic firms toward Huawei and other local alternatives. DeepSeek, one of the firms named in the travel restrictions report, has drawn scrutiny from the Trump administration over national security concerns.
Returning Scientists and Engineers
A wider return flow of Chinese scientists and engineers in AI and semiconductors has accelerated, per reports from SCMP. These cases include semiconductor researcher Da Bo's return to China after work tied to TSMC's 3nm plant in Japan, and Oxford-trained AI chip researcher Song Yuhang joining Nanjing University's School of Artificial Intelligence.
Expertenanalyse: „Reverse Brain Drain“ und Sicherheitsimplikationen
Die gemeldeten Reisebeschränkungen verkomplizieren laut Joshua Chu, Anwalt, Dozent und Co-Vorsitzender der Hong Kong Web3 Association, die Erzählung vom „Reverse Brain Drain“. Rückkehrende Chip- und KI-Forschende würden als Beleg dafür ins Feld geführt, dass Peking mit Geld, Titeln und Prestige Elite-Talente zurückholen könne, so Chu.
Für KI- und Halbleiterforschende an vorderster Front in chinesischen Unternehmen sei das Reisen inzwischen Teil der Sicherheitskalkulation des Staates geworden. Reisepässe und Konferenztermine könnten als „Variablen der nationalen Sicherheit“ behandelt werden, wenn Peking wegen Technologie-Leaks beunruhigt ist, erklärte Chu. Das könne die Grenze zwischen privatem Unternehmertum und Staat verwischen, während es zugleich das „Bündnis“ für Talente, die nach China zurückkehren, neu rahme.
Top-Wissenschaftler und -Ingenieure seien nach dem Kalten Krieg einst durch eine offenere globale Wirtschaft gegangen, so Chu. Dass Exit-Kontrollen für KI-Talente aus dem privaten Sektor im Jahr 2026 diskutiert werden, deute darauf hin, dass für manche Länder „die Logik, menschliches Kapital ‚im‘ zu halten, langsam gegenüber der Logik zu gewinnen beginnt, Ideen und Menschen frei fließen zu lassen“, sagte er.