Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am 10. Mai in einem CBS-Interview bei „60 Minutes“, dass der Krieg mit dem Iran „noch nicht beendet“ sei und dass die USA und Israel den nuklearen Ambitionen Teherans ein Ende setzen müssten. Am selben Tag lehnte Trump auf Truth Social den jüngsten Friedensvorschlag des Iran ab und nannte ihn „völlig inakzeptabel“ (TOTALLY UNACCEPTABLE!). CNBC fasst zusammen: Der Iran hat den US-Vorgaben zum Nuklearprogramm und zu den Beständen an hochangereichertem Uran nicht zugestimmt, sondern fordert stattdessen separate neue Nukleargespräche, schlägt vor, einen Teil des Urans zu verdünnen und den Rest von Dritten verwahren zu lassen; der Iran stimmt einer Aussetzung der Urananreicherung zu, jedoch mit einem Zeitrahmen, der kürzer ist als das von den USA vorgeschlagene 20-Jahres-Verbot, und lehnt zudem den Abbau der Nuklearanlagen ab. Am Montag ziehen die Ölpreise zum Handelsstart wieder an.
Netanjahu: Noch ausstehende Nuklearmaterialien, Anreicherungsanlagen, die Streitkräfte der Stellvertreter und ballistische Raketen
Netanjahu führte im Interview konkrete Gründe dafür auf, warum der Krieg noch nicht beendet sei:
Im Iran gibt es weiterhin Nuklearmaterial sowie angereichertes Uran, das entfernt werden muss
Die Anreicherungsanlagen müssen abgebaut werden
Die vom Iran unterstützten Stellvertreterkräfte (u. a. Hisbollah im Libanon, Huthi-Milizen im Jemen) müssen behandelt werden
Das iranische Programm für ballistische Raketen muss in die nächsten Verhandlungen einbezogen werden
Netanjahus Liste steht für Israels Mindestanforderungen an ein „Kriegsende“ — bloßes Aufhören der Kampfhandlungen reicht nicht. Strukturelle Bedrohungen (Fähigkeiten für Nuklearwaffen, Stellvertreter, Langstreckenwaffen) müssen zusammen angegangen werden. Diese Haltung stimmt nicht vollständig mit dem Plan der Trump-Regierung von „Nuklearverhandlungen aussetzen + Sanktionen aufheben“ überein.
Iran unterbreitet Gegenangebot: Teilweise Verdünnung von Uran, der Rest zu Dritten, Ablehnung des Anlagenabbaus
Der Iran schickte am Wochenende folgendes Gegenangebot:
Zustimmung zur Aussetzung der Urananreicherung, aber mit einer Laufzeit, die kürzer ist als 20 Jahre
Für die bestehenden Bestände an hochangereichertem Uran: teilweise verdünnen, den Rest von Dritten verwahren lassen (nicht an die USA abgeben)
Ablehnung des Abbaus von Nuklearanlagen, nur Zustimmung zur Aussetzung des Betriebs
Forderung nach separaten Verhandlungen zu „abgetrennten“ Nuklearfragen
Der Kern des iranischen Gegenangebots ist die „Wahrung des Souveränitäts-Spielraums“ — keine Akzeptanz für den US-Wunsch nach vollständigem Abbau, stattdessen ein Kompromissvorschlag. Trump lehnte mit „völlig inakzeptabel“ ab, was zeigt, dass zwischen beiden Seiten in Nuklearfragen weiterhin ein substantieller Abstand besteht.
Marktreaktion: Ölpreise steigen wieder, asiatische Aktien sensibel für das Kriegsrisiko
Die Marktwirkung dieser außenpolitischen Pattsituation:
Ölpreise steigen zum Handelsstart am Montag wieder; Brent-Rohöl und West Texas Intermediate legen gleichzeitig zu
Südkoreas KOSPI eröffnet mit +3,67% und markiert ein neues Hoch (angetrieben von Halbleiteraktien; das Iran-Risiko hat den Kursanstieg der Aktien nicht abgewürgt)
Japanischer Nikkei 225 +0,81%, australischer ASX 200 -0,71% — gemischtes Bild
Fortgesetzte, aber zeitlich unklare Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran über die Vermittlung Pakistans
Konkrete Ereignisse, die man als Nächstes beobachten kann: die nächste Reaktion des Iran auf Trumps „inakzeptable“ Haltung, ob die Trump-Regierung einen überarbeiteten Plan vorlegt oder droht, den Militäreinsatz wieder aufzunehmen, und ob die Schifffahrt durch die Straße von Hormus erneut beeinträchtigt wird. In diesem Fall handelt es sich um die jüngste Etappe von abmedia in der Folge: 5/6 — Trump droht dem Iran; 5/8 — Gefechte zwischen den USA und dem Iran; 5/9 — die neuesten Sanktionen der US-Seite gegen Akteure im Nahen Osten und gegen die Unterstützung des Iran durch China; die Struktur des Waffenstillstands steht weiterhin unter Druck.
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