MSCI (ehemals Morgan Stanley Capital International) hat angekündigt, dass MicroStrategy (MSTR) möglicherweise im Januar 2026 aus seinen Indizes entfernt wird. JPMorgan teilte diese Nachricht in einem Research-Bericht, was in der Bitcoin-Community heftige Gegenreaktionen auslöste. Der Immobilieninvestor und Bitcoin-Befürworter Grant Cardone gab bekannt, 20 Millionen US-Dollar von JPMorgan abgezogen und das Unternehmen wegen Missbrauchs im Kreditkartengeschäft verklagt zu haben.
Laut neuesten Informationen von MSCI hat das Indexunternehmen neue Kriterien für die Aufnahme in seine Indizes aufgestellt und wird voraussichtlich im Januar 2026 Finanzunternehmen mit hohem Krypto-Anteil aus seinen Indizes entfernen. Die geplante Änderung der Zulassungskriterien würde dazu führen, dass Finanzunternehmen mit einem Krypto-Anteil von 50 % oder mehr an der Bilanz das Indexprivileg verlieren. Für MicroStrategy wäre dies ein schwerer Schlag, da das Unternehmen große Mengen an Bitcoin als Kernelement seiner Strategie hält.
MicroStrategy wurde im Dezember 2024 in den Nasdaq 100 aufgenommen, der die größten 100 Unternehmen der technologieorientierten Börse abbildet. Dadurch profitiert MicroStrategy von passiven Kapitalzuflüssen durch Fonds und Investoren, die den Nasdaq 100 halten. Die Aufnahme in einen Leitindex bedeutet, dass Dutzende Milliarden Dollar von passiven Fonds das Unternehmen kaufen müssen und so dem Aktienkurs starke strukturelle Unterstützung bieten.
Das Ausschließen von Krypto-Treasury-Unternehmen aus Aktienindizes könnte jedoch dazu führen, dass Fonds und Vermögensverwalter gezwungen sind, deren Aktien automatisch zu verkaufen, weil sie bestimmte Finanzinstrumente kaufen müssen. Das könnte sich negativ auf den Kryptomarkt auswirken: Wenn Indexfonds MicroStrategy-Aktien verkaufen müssen, sinkt nicht nur der MSTR-Kurs, sondern es könnte auch indirekt den Bitcoin-Preis beeinflussen, da der Markt befürchtet, MicroStrategy könnte gezwungen werden, Bitcoin zu verkaufen, um den Krypto-Anteil zu reduzieren.
Verlust passiver Kapitalströme: MicroStrategy verliert die anhaltende Kaufunterstützung durch Nasdaq 100 Indexfonds.
Zwangsverkaufsdruck: Indexfonds müssen MicroStrategy-Aktien automatisch verkaufen, was den Kurs unter Druck setzt.
Kettenreaktion am Markt: Analysten meinen, dass plötzliche Krypto-Verkäufe der betroffenen Unternehmen zu einem Preisverfall digitaler Assets führen könnten.
Diese Unternehmen stehen vor zwei Optionen: Entweder sie senken ihren Krypto-Bestand unter die Index-Aufnahmeschwelle, oder sie verlieren die passiven Kapitalströme aus dem Marktindex. Für MicroStrategy-Gründer Michael Saylor ist die erste Option praktisch ausgeschlossen, da seine gesamte Strategie auf dem kontinuierlichen Kauf von Bitcoin als langfristige Reserve basiert. Die zweite Option würde bedeuten, auf die enormen Vorteile eines Leitindex-Mitglieds zu verzichten.

(Quelle: JPMorgan)
JPMorgan teilte die MSCI-News in einem Research-Bericht, was von der Bitcoin-Community als feindlicher Akt gegenüber der Krypto-Branche gewertet wurde. Obwohl JPMorgan lediglich die Entscheidung von MSCI weitergab, geriet die Wall-Street-Großbank als Überbringer und möglicher Unterstützer der Nachricht ins Visier der wütenden Bitcoin-Anhänger.
Der Immobilieninvestor und Bitcoin-Befürworter Grant Cardone erklärte in Reaktion auf den Boykottaufruf gegen den Finanzdienstleistungsgiganten: „Ich habe gerade 20 Millionen US-Dollar von JPMorgan abgezogen und verklage deren Kreditkartengeschäft wegen Fehlverhaltens.“ Das ist nicht nur ein symbolischer Protest, sondern der Abzug von echtem Geld – ein Zeichen dafür, dass der Ärger der Bitcoin-Community in konkrete Handlungen umschlägt.
Mit zunehmender Dynamik der Online-Boykottbewegung sagte Bitcoin-Befürworter Max Keiser: „Zerschlagt JPMorgan, kauft Strategy und Bitcoin.“ Dieser Slogan verbreitete sich rasch in der Community und verband den Boykott von JPMorgan mit der Unterstützung für MicroStrategy und Bitcoin – ein klares Signal: „Verkauft traditionelle Banken, kauft Krypto-Assets.“
Die tieferliegende Logik dieser Boykottbewegung ist das langjährige Misstrauen der Bitcoin-Community gegenüber dem traditionellen Finanzsystem. Sie sind überzeugt, dass große Wall-Street-Institute die Entwicklung von Kryptowährungen zu behindern versuchen, weil dezentrale digitale Währungen die Monopolstellung der Banken gefährden. Die Regeländerung von MSCI wird als weiterer Versuch der traditionellen Finanzwelt gesehen, Krypto-Firmen zu marginalisieren.
Die Boykottaufrufe der Bitcoin-Community finden in den sozialen Medien große Resonanz. Tausende Krypto-Investoren kündigen an, ihre Konten bei JPMorgan zu schließen und zu krypto-freundlicheren Finanzinstituten zu wechseln. Auch wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser individuellen Maßnahmen begrenzt sein mögen, hat die Bewegung große Symbolkraft: Sie zeigt die Geschlossenheit der Bitcoin-Community und ihren Willen, dem traditionellen Finanzsystem die Stirn zu bieten.
MicroStrategy-Gründer Michael Saylor brach am Freitag sein Schweigen und reagierte auf die angekündigte MSCI-Regeländerung. Er sagte: „Strategy ist weder ein Fonds noch ein Trust oder eine Holdinggesellschaft.“ Saylor betonte die grundlegenden Unterschiede zwischen MicroStrategy und traditionellen Anlagevehikeln, um die MSCI-Klassifizierung herauszufordern.
Saylor erklärte: „Fonds und Trusts halten Vermögenswerte passiv. Holdinggesellschaften halten Investments. Wir hingegen erschaffen, bauen, emittieren und betreiben Strukturen.“ Er fügte hinzu, dass Strategy „eine durch Bitcoin gedeckte Unternehmensstruktur“ sei. Im Kern dieser Argumentation steht die Betonung des aktiven Managements und des realen Geschäftsbetriebs von MicroStrategy – im Gegensatz zu reinem Asset-Halten.
Mit dieser Argumentation versucht Saylor, MicroStrategy als operatives Technologieunternehmen zu positionieren, das zufällig Bitcoin als Finanzreserve gewählt hat – und nicht als passiver Krypto-Investmentfonds. Aus rechtlicher und regulatorischer Sicht könnte dieser Unterschied entscheidend sein, da er bestimmt, ob MSCI berechtigt ist, MicroStrategy aus dem Index auszuschließen.
Saylors Antwort zeigt, dass er sich nicht kampflos aus dem Index drängen lässt. Er könnte rechtliche Schritte einleiten oder bei MSCI für eine Neubewertung der Klassifizierung lobbyieren. Außerdem hat MicroStrategy bis Januar 2026 Zeit, seine Strategie anzupassen – auch wenn eine massive Reduzierung der Bitcoin-Bestände unwahrscheinlich erscheint, könnten andere Wege gefunden werden, um die Indexanforderungen zu erfüllen.
Der Ausgang dieses Streits wird weitreichende Folgen für die gesamte Krypto-Branche haben. Beharrt MSCI auf seiner Position und schließt MicroStrategy und andere Unternehmen aus, könnte dies andere börsennotierte Firmen davon abhalten, Bitcoin als Finanzreserve zu nutzen. Sollte Saylors Argumentation jedoch anerkannt werden, könnte dies weiteren Unternehmen das Vertrauen geben, Kryptowährungen in die eigene Bilanz aufzunehmen.
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