Aevo, früher bekannt als Ribbon Finance, sieht sich zunehmender Kritik gegenüber, nachdem es seinen Plan zur Behebung eines Legacy-Vault-Ausnutzens skizziert hat. Diese Reaktion hat Vorwürfe unfairer Behandlung, hitzige Reaktionen in den sozialen Medien und eingeschränkte Diskussionen auf X ausgelöst.
Aevo veröffentlichte ein Update, in dem erklärt wird, wie es plant, die betroffenen Ribbon-dezentralen Options-Vaults nach einem Dezember-Exploit, bei dem etwa 2,7 Millionen US-Dollar aus veralteten Smart Contracts abgezogen wurden, abzuschalten. Laut dem Team wurden alle Ribbon-Vaults gestoppt und werden vollständig außer Betrieb genommen, wobei Nutzer eingeladen sind, ihre Gelder abzuheben, sobald ein Vertrags-Upgrade nächste Woche live geht.
Das Team des Protokolls sagte, der Exploit habe zu Verlusten von etwa 32% in den betroffenen Vaults geführt, schlug jedoch vor, Abhebungen mit einem reduzierten Abschlag von 19% zu ermöglichen. Aevo erklärte, dass diese geringere Reduktion möglich sei, weil die dezentrale autonome Organisation (DAO) plant, etwa 400.000 US-Dollar ihrer eigenen Vault-Assets aufzugeben, und weil viele der größten Einlagen offenbar zwei bis vier Jahre inaktiv waren.
Diese Argumentation wurde schnell zu einem Konfliktthema. Ein Beobachter antwortete auf X: „Menschen ziehen immer noch von Saffron V1 aus dem Jahr 2020 ab. Man kann doch kein Geld stehlen, nur weil es schon eine Weile eingezahlt wurde.“ Ein anderer Kommentar war direkter und fragte: „Ist das nicht das, was Ponzi-Schemata tun?“ Die Bemerkungen verbreiteten sich, da Aevo die Antworten auf seinen Beitrag auf verifizierte Konten oder die vom offiziellen @ribbonfinance-Handle erwähnten Nutzer beschränkte.
Eine Antwort, die durchkam, schrieb:
Das ist super besch***, du kannst doch nicht einfach Geld von ruhenden Konten nehmen. Was stimmt nicht mit dieser Branche?
Aevo stellte seinen Vorschlag als eine Möglichkeit dar, aktive Nutzer zu priorisieren, während die Tür für eine vollständige Wiederherstellung offen bleibt. Das Team sagte, es bestehe eine „hohe Chance“, dass Nutzer, die während des sechsmonatigen Anspruchsfensters abheben, letztlich wieder vollständig entschädigt werden könnten, sobald die verbleibenden Assets nach dem 12. Juni liquidiert werden, abhängig davon, wie viele ruhende Konten inaktiv bleiben.
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Das Update betonte auch, dass das DAO niemals eine Versicherung für Einlagen angeboten hat und unzufriedene Nutzer ermutigte, bis zum 19. Dezember alternative Governance-Vorschläge einzureichen. Während das Team den Plan als das „beste mögliche Ergebnis“ charakterisierte, argumentieren Kritiker, dass Annahmen über Nutzerinaktivität einen Präzedenzfall schaffen könnten, der das langfristige Vertrauen in Onchain-Vault-Produkte beeinträchtigt.
Neben den Zahlen trägt die Entscheidung, öffentliche Antworten zu beschränken, zur Kontroverse bei. Manche interpretieren den Schritt als Versuch, das Bild zu steuern, anstatt Kritiker einzubinden. Für Aevo zeigt die Episode, wie Exploit-Wiederherstellungspläne schnell zu Reputations-Tests werden können—besonders wenn Legacy-Nutzer, gesperrte Verträge und teilweise Wiederherstellungen öffentlich kollidieren.