Deutsche Bank: Bitcoin-Verkauf ist Vertrauensverlust, kein Zusammenbruch, ETF-Abflüsse in Milliardenhöhe

比特幣拋售是信心喪失非崩盤

Die Deutsche Bank veröffentlichte am Mittwoch einen Bericht, in dem festgestellt wird, dass der Bitcoin-Ausverkauf einen Vertrauensverlust bei den Institutionen widerspiegelt und kein Marktzusammenbruch ist. Seit Oktober verzeichnen US-Spot-ETFs Abflüsse von über 120 Milliarden US-Dollar. Bitcoin hat sich von Gold und Aktien entkoppelt, und der Krypto-Angstindex ist wieder in den Bereich extremer Angst gefallen. Die Regulierungsgesetze sind ins Stocken geraten, was die Volatilität neu entfacht hat; die 30-Tage-Volatilität liegt wieder über 40 %.

Institutionelle ETF-Abflüsse von mehr als 120 Milliarden US-Dollar sind zum Kernproblem geworden

Die Deutsche Bank weist in ihrem Bericht darauf hin, dass der Bitcoin-Ausverkauf weniger ein einzelner makroökonomischer Schock ist, sondern vielmehr ein langsamer Vertrauensverlust bei den Institutionen und in der Regulierung. Es wurden drei große Stressfaktoren identifiziert: der anhaltende Abfluss institutioneller Gelder, das Zusammenbrechen der traditionellen Marktbeziehungen von Bitcoin und der Verlust regulatorischer Impulse, die zuvor Liquidität und Volatilitätskompression unterstützten.

Laut den Analysten Marion Laboure und Camilla Siazon kommt der unmittelbare Druck vor allem durch den Ausverkauf institutioneller Akteure. Seit Oktober verzeichnen US-Spot-Bitcoin-ETFs erhebliche und anhaltende Kapitalabflüsse, darunter im November über 70 Milliarden US-Dollar, im Dezember etwa 20 Milliarden US-Dollar und im Januar mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Insgesamt sind mehr als 120 Milliarden US-Dollar abgeflossen. Dieser kontinuierliche Nettoabfluss zeigt, dass institutionelle Investoren ihre Bitcoin-Positionen systematisch reduzieren.

Dieser Rückzug der Institutionen steht im starken Gegensatz zu der Euphorie um die ETFs, als sie Anfang 2024 eingeführt wurden. Damals zogen BlackRocks IBIT und Fidelitys FBTC innerhalb weniger Monate Hunderte von Millionen Dollar an Zuflüssen an, was den Bitcoin-Preis von 40.000 auf 126.000 US-Dollar steigen ließ. Doch dieses Interesse der Institutionen kehrte nach seinem Höhepunkt im Oktober 2025 schnell um. Mehrmonatige Nettoabflüsse deuten darauf hin, dass das Vertrauen institutioneller Investoren in ihre langfristige Bitcoin-Strategie schwankt.

Die Deutsche Bank betont, dass mit der Reduktion der Exponierung durch die Institutionen auch das Handelsvolumen sinkt, was Bitcoin-Ausverkäufe anfälliger für starke Preisschwankungen macht. Diese sogenannte „Liquiditätsspirale“ ist das größte strukturelle Risiko am aktuellen Markt: Sinkende Liquidität führt zu erhöhter Volatilität, was wiederum weitere Liquiditätsanbieter vertreibt und so einen Teufelskreis in Gang setzt.

Zeitplan für institutionelle ETF-Abflüsse

November 2025: Abflüsse von über 70 Milliarden US-Dollar
Dezember 2025: Abflüsse von ca. 20 Milliarden US-Dollar
Januar 2026: Abflüsse von mehr als 30 Milliarden US-Dollar
Gesamtabfluss: Über 120 Milliarden US-Dollar
Marktauswirkungen: Rückgang der Liquidität, Anstieg der Volatilität auf über 40 %

Auch die Stimmungslage bestätigt diesen Trend. Der Crypto Fear & Greed Index ist wieder in den Bereich extremer Angst gefallen, während eine eigene Umfrage der Deutschen Bank zeigt, dass die Krypto-Adoption bei US-Verbrauchern auf etwa 12 % gefallen ist, nach 17 % Mitte 2025. Dieser Rückgang bei Privatanlegern zeigt, dass der Bitcoin-Ausverkauf nicht nur auf institutionelle Akteure beschränkt ist, sondern auch die Einzelhandelsnachfrage deutlich nachlässt.

Bitcoin und Gold sowie Aktien sind vollständig entkoppelt

Deutsche Bank-Analysten betonen, dass Bitcoin sich zunehmend von vertrauten Marktankern entfernt. Das Asset bewegt sich stark gegen Gold, das im Jahr 2025 um 65 % gestiegen ist, während Bitcoin um 6,5 % gefallen ist. Damit wird die Erzählung vom „digitalen Gold“ geschwächt. Diese Divergenz ist beispiellos, denn Bitcoin wurde lange als „Gold des 21. Jahrhunderts“ vermarktet, das ähnliche Schutzfunktion wie Gold haben sollte.

Obwohl Bitcoin lange Zeit als das „digitale Gold“ galt, zeigt es in diesem Jahr eine deutliche Abweichung von traditionellen sicheren Anlagen. Während Gold durch anhaltende Käufe der Zentralbanken und Flucht in sichere Häfen im Jahr 2025 um mehr als 60 % gestiegen ist, kämpft Bitcoin mit mehreren Monatsverlusten und einer schwachen Performance bei anderen Risikoprädikaten. Diese Divergenz offenbart die peinliche Positionierung von Bitcoin: Bei hoher Risikobereitschaft ist es weniger attraktiv als Tech-Aktien, bei Flucht in sichere Anlagen ist es weniger geeignet als Gold.

Gleichzeitig ist die Korrelation von Bitcoin zu Aktien auf den mittleren Zehnerbereich gefallen, deutlich niedriger als während der makroökonomisch getriebenen Ausverkäufe Anfang 2022, als Bitcoin meist im Gleichschritt mit dem Nasdaq schwankte. Während des Zinserhöhungszyklus der Fed 2022 lag die Korrelation bei 0,7 bis 0,8, beide stiegen und fielen fast synchron. Heute ist diese Korrelation zusammengebrochen, Bitcoin zeigt eine eigenständige Abwärtsbewegung.

Die Deutsche Bank hebt hervor, dass dieses Entkoppeln dazu führt, dass Bitcoin seine klare Investitionslogik verliert. Wenn Bitcoin weder mit Risiko- noch mit sicheren Anlagen korreliert, ist es für Investoren schwer, es in traditionelle Asset-Allokationen einzubetten. Diese „Zwei-Welten“-Situation ist der zentrale Grund für den Bitcoin-Ausverkauf: Er macht Bitcoin in jedem Marktumfeld zur weniger bevorzugten Anlage.

Der Bericht beschreibt, dass die aktuelle Phase eher eine Neuausrichtung als eine Krise ist. Es ist eine Prüfung, ob Bitcoin die Reifung hin zu einer glaubensgetriebenen Rendite schafft und wieder regulatorisch sowie durch institutionelles Kapital gestützt werden kann. Diese Einschätzung sieht den aktuellen Ausverkauf eher als Wachstumsschmerz denn als das Ende, erkennt aber auch, dass die Hürde, das Vertrauen wiederzugewinnen, deutlich gestiegen ist.

Regulatorische Stillstände befeuern die Volatilitätskompression

Der dritte Gegenwind, den die Deutsche Bank identifiziert, ist die regulatorische Unsicherheit. Der parteiübergreifende „Digital Asset Market CLARITY Act“ kommt im Kongress wegen Streitigkeiten um die Stablecoin-Regelungen nicht voran. Die Deutsche Bank stellt fest, dass die Pause die vorherigen Marktgewinne umkehrt und die 30-Tage-Volatilität von Bitcoin wieder auf über 40 % steigt, fast auf das Niveau Ende Oktober.

Diese regulatorische Verzögerung hat vielfältige Effekte: Sie erhöht die Unsicherheit, erschwert langfristige Investitionsentscheidungen der Institutionen, und das Fehlen klarer Rahmenbedingungen birgt rechtliche Risiken für traditionelle Finanzinstitute bei der Bereitstellung von Krypto-Dienstleistungen. Zudem behindert die Unklarheit bei Stablecoins die Entwicklung des Krypto-Zahlungssektors und schwächt die Erzählung vom praktischen Nutzen von Bitcoin.

Die Deutsche Bank deutet an, dass der Verlust regulatorischer Impulse eine strukturelle Ursache für den aktuellen Ausverkauf ist. Ende 2024 und Anfang 2025 erwartete man eine freundlichere Regulierung durch die Trump-Regierung, was den Bitcoin-Preis antrieb. Doch die tatsächlichen Fortschritte sind deutlich langsamer ausgefallen. Die Aufhebung von SAB 121 und das OCC-Schreiben 1188 waren positive Schritte, aber nicht ausreichend, um die Marktstimmung zu stützen.

Die Analysten schreiben: „Obwohl der jüngste Preisrückgang von Bitcoin im Vergleich zu seiner längeren Geschichte deutlich erscheint, spiegelt er die Rückkehr der spekulativen Übertreibung der letzten zwei Jahre wider, was zeigt, dass noch Spielraum für eine Erholung besteht.“ Damit meinen sie, dass der starke Anstieg 2024 vor allem spekulativ war, ohne fundamentale Unterstützung, und die jetzige Korrektur eine Übertreibung nach oben korrigiert.

Seit dem Hoch im Oktober 2025 befindet sich der Kryptomarkt in einem anhaltenden Abwärtstrend. Bitcoin ist mehr als 40 % von seinem Höchststand gefallen und fällt bereits den vierten Monat in Folge – eine Serie, die vor der Pandemie so nicht gesehen wurde. Im Gegensatz zu früheren makroökonomisch getriebenen Ausverkäufen fällt dieser Rückgang zusammen mit einer Erholung bei Aktien und Gold, was auf schwache Nachfrage und nachlassende Dynamik hindeutet.

Dennoch warnt die Deutsche Bank davor, den Rückgang zu stark zu interpretieren. Selbst nach der Korrektur liegt Bitcoin immer noch etwa 370 % über dem Niveau Anfang 2023, was die spekulativen Prämien unterstreicht, die während der Rallye aufgebaut wurden. Diese langfristige Perspektive erinnert Investoren daran, dass der kurzfristige Trend zwar pessimistisch ist, Bitcoin aber auf längere Sicht immer noch erheblich gewachsen ist.

Die Wall-Street-Bank Citigroup teilte am Dienstag in einer Kundenmitteilung mit, dass die weltweit größte Kryptowährung unter den Kosten wichtiger ETFs liegt und sich dem Preisboden vor der Wahl nähert, da Zuflüsse abnehmen und Gegenwinde zunehmen. Zum Redaktionszeitpunkt wurde Bitcoin bei etwa 63.400 US-Dollar gehandelt.

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