Während viele Analysten glauben, dass die Kapitulationsphase von Bitcoin bei etwa 60.000 US-Dollar beendet ist, sind nicht alle überzeugt, dass das Schlimmste bereits vorbei ist. Bei der Consensus Hong Kong 2026 warnte Michael Terpin, CEO von Transform Ventures, dass der Markt möglicherweise noch eine letzte Verkaufswelle erleben könnte, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzt. Seiner Ansicht nach könnte Bitcoin die 40.000–50.000 US-Dollar-Region erneut testen, bevor eine solide Basis für den nächsten Aufwärtstrend geschaffen wird.
Die Meinungsverschiedenheiten unter den Analysten heben den fragilen Zustand des Marktes hervor. Einige sehen die 60.000 US-Dollar als eine starke langfristige Untergrenze, was darauf hindeutet, dass die Kapitulation bereits stattgefunden hat. Andere, darunter Terpin, argumentieren, dass historische Muster nahelegen, dass ein weiterer „Schmerzpunkt“ notwendig sein könnte, um verbleibende schwache Hände auszusortieren, bevor eine echte Erholung einsetzen kann. Diese Divergenz lässt Investoren zwischen Optimismus und Vorsicht balancieren.
Historische Halving-Zyklen deuten auf Volatilität vor der Erholung hin
Bitcoin-Halving-Zyklen haben in der Vergangenheit eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Marktbewegung gespielt. In den vorherigen Zyklen nach den Halvings 2012, 2016 und 2020 erlebte Bitcoin bedeutende Rallyes, die etwa ein Jahr nach dem Angebotsreduktionsereignis ihren Höhepunkt erreichten. Diese Rallyes waren jedoch nicht ohne Turbulenzen. Jeder Zyklus beinhaltete starke Korrekturen und finale Shakeouts, bevor eine nachhaltige Bullenphase vollständig einsetzte.
Da das Halving 2024 nun hinter dem Markt liegt, glaubt Terpin, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Wenn frühere Muster zutreffen, könnte Bitcoin vor einem stärkeren langfristigen Aufwärtstrend noch eine weitere Korrektur durchlaufen. Das vierte Quartal nach einem Halving hat sich historisch als eine kritische Phase erwiesen, die oft mit erhöhter Volatilität und entscheidenden Kursbewegungen einhergeht.
Makroökonomischer Druck erhöht das Marktrisiko
Neben den technischen Zyklen tragen auch breitere makroökonomische Bedingungen zur Komplexität von Bitcoins Ausblick bei. Hohe Zinssätze und anhaltende Inflation belasten risikobehaftete Anlagen weltweit, einschließlich Kryptowährungen. Zudem hat die jüngste Marktturbulenzen innerhalb von 24 Stunden etwa 250 Millionen US-Dollar an Liquidationen ausgelöst, was verdeutlicht, wie schnell gehebelte Positionen die Abwärtsdynamik verstärken können.
Obwohl die institutionelle Akzeptanz weiter wächst und Spot-Bitcoin-ETFs die Legitimität des Vermögenswerts stärken, könnten diese Faktoren allein den Markt nicht vor kurzfristigen Korrekturen schützen. Investoren navigieren daher in einem Umfeld, in dem die langfristigen Fundamentaldaten weiterhin positiv sind, kurzfristige Risiken jedoch erhöht bleiben.
Mit Blick auf 2026 bleibt die Debatte offen. Hat Bitcoin bereits bei etwa 60.000 US-Dollar seinen Zyklus-Tiefpunkt erreicht, oder steht noch ein weiterer Rückgang auf 40.000 US-Dollar bevor? Die Antwort hängt letztlich davon ab, wie sich historische Muster, makroökonomische Kräfte und Marktstimmung in den kommenden Monaten entwickeln.
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