
Der in Atlanta ansässige Kryptowährungs-Automatenbetreiber Bitcoin Depot kündigte an, von seinen Kunden künftig bei jeder Nutzung seines Automaten einen Identitätsnachweis zu verlangen. Zuvor wurde die Identitätsprüfung nur einmalig bei der ersten Nutzung durchgeführt. Diese Policy wurde Anfang dieses Monats schrittweise umgesetzt und vom Unternehmen als „wichtiger Fortschritt“ im Kampf gegen Betrug und Geldwäsche bezeichnet.

(Quelle: Bitcoin Depot)
CEO Scott Buchanan von Bitcoin Depot sagte gegenüber den Medien: „Die Verifizierung der Identität bei jeder Transaktion hilft uns, Verhaltensmuster zu erkennen, die bei der Erstregistrierung möglicherweise nicht sichtbar sind. Bitcoin Depot legt großen Wert darauf, das Vertrauen und die Sicherheit unserer Kunden zu schützen, und wir werden weiterhin alles tun, um beides zu gewährleisten.“
Das Unternehmen, das in Nordamerika etwa 8.800 Automaten betreibt, forderte seine Kunden seit Oktober letzten Jahres auf, bei der ersten Nutzung ihre Identität anzugeben. Zuvor konnten Kunden kleinere Beträge nur mit Angabe ihrer Telefonnummer abheben. Die Einführung der verpflichtenden Verifizierung bei jeder Transaktion stellt eine substantielle Verbesserung der Identitätsüberprüfung dar, um Konto-Sharing, Identitätsdiebstahl und Kontenmissbrauch zu verhindern.
Die Compliance-Verbesserungen von Bitcoin Depot erfolgen vor dem Hintergrund zunehmender rechtlicher Herausforderungen:
Massachusetts: Der Generalstaatsanwalt Andrea Campbell reichte in diesem Monat eine Klage ein, in der Bitcoin Depot vorgeworfen wird, „wissentlich Betrug im Kryptowährungsbereich zu erleichtern und gleichzeitig Schutzmaßnahmen gegen Betrug abzuschaffen, um sich zu bereichern“; die Klage fordert, Transaktionen über 10.000 USD zu verbieten und ein Rückerstattungsprogramm für Opfer einzurichten.
Iowa: Bereits im letzten Jahr wurde eine Klage wegen ähnlicher Vorwürfe eingereicht; das oberste Gericht des Bundesstaates entschied, dass Bitcoin Depot Beträge, die im Zusammenhang mit Betrug stehen, behalten darf.
Maine: Bitcoin Depot einigte sich mit dem Consumer Credit Protection Bureau auf eine Vergleichszahlung von 1,9 Millionen USD und stimmte zu, Betrugsopfer zu entschädigen.
Texas: Im vergangenen Jahr kam es zu einem Vorfall, bei dem die Polizei versuchte, mit Elektrowerkzeugen einen Bitcoin Depot-Automaten aufzubrechen, um Betrugsgelder zurückzuholen.
Unter dem Druck von Klagen und öffentlicher Kritik fiel der Aktienkurs von Bitcoin Depot am Dienstag um 6,7 % auf 5,37 USD, was in den letzten sechs Monaten einem Rückgang von 80 % entspricht.
Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk sind irreversibel, was Krypto-Automaten zu einem riskanten Kanal für Betrüger macht, insbesondere bei älteren Menschen. Laut FBI-Schätzungen beliefen sich die Verluste durch Betrug im Zusammenhang mit Krypto-ATMs in den USA im Jahr 2025 auf bis zu 333 Millionen USD.
Betrüger geben sich häufig als Regierungsbeamte oder technische Support-Mitarbeiter aus, um Opfer zu einem Einzahlungs- oder Überweisungsauftrag an einem Automaten zu verleiten, bevor sie verschwinden. Laut der American Association of Retired Persons (AARP) gibt es bereits 14 Bundesstaaten mit speziellen Gesetzen gegen Krypto-ATMs, und Kalifornien sowie Texas haben strenge Obergrenzen für einzelne Transaktionen festgelegt.
Früher führte Bitcoin Depot die Identitätsprüfung nur bei der ersten Nutzung durch. Das Unternehmen war der Ansicht, dass dies ausreichend sei, um die Nutzer zu identifizieren. Die Klagen in Massachusetts und Iowa kritisieren jedoch, dass diese Praxis Betrugsrisiken offenlasse, etwa durch Konto-Sharing oder Stellvertretungen.
Bei jeder Nutzung des Automaten muss ein Identitätsnachweis vorgelegt werden, was den Ablauf verlängert. Für legitime Nutzer bedeutet dies vor allem eine zusätzliche Schritt im Prozess. Für Betrugsopfer bietet diese Maßnahme theoretisch einen zusätzlichen Schutz, da der Betreiber potenzielle Betrugsfälle vor der Transaktion erkennen kann.
Derzeit haben 14 Bundesstaaten spezielle Gesetze gegen Krypto-ATMs erlassen, wobei einige, wie Kalifornien und Texas, strenge Obergrenzen für einzelne Transaktionen festlegen. Die Klage in Massachusetts fordert zudem, dass Bitcoin Depot sein Geschäftsmodell ändert, inklusive der Einrichtung eines Rückerstattungsprogramms für Opfer, was einen wichtigen Präzedenzfall für die Branche darstellt.