Die nordtaiwanesische Staatsanwaltschaft hat den Fall der Prince Group abgeschlossen, 62 Personen angeklagt und Vermögenswerte im Wert von über 5,5 Milliarden NT$ beschlagnahmt. Dabei wurde ein 9-jähriges Netzwerk zur Geldwäsche von 10,7 Milliarden NT$ aufgedeckt.
Die Taipei District Prosecutors Office kündigte gestern (4.) die Beendigung der Ermittlungen gegen die grenzüberschreitende kriminelle Organisation der kambodschanischen Prince Group wegen Geldwäsche in Taiwan an. Insgesamt wurden 62 Angeklagte und 13 Unternehmen angeklagt, 9 Personen befinden sich in Haft. Es wurden Vermögenswerte wie Luxuswohnungen, Luxusautos und Finanzkonten im Wert von über 5,5 Milliarden NT$ beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass die Gruppe durch Glücksspielplattformen, Underground-Wechselstuben und ausländische Firmen in Taiwan Geld im Wert von über 10,7 Milliarden NT$ gewaschen hat.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Prince Group unter der Leitung von Chen Zhi seit langem in Kambodscha Betrug und Online-Glücksspiele betreibt und ein großes grenzüberschreitendes Unternehmensnetzwerk zur Geldwäsche aufgebaut hat. Im Oktober 2025 reichten US-Bundesankläger in der Eastern District Court of New York Anklagen gegen Chen Zhi und andere ein. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat zudem die 9 in Taiwan ansässigen Unternehmen der Prince Group sowie drei Staatsangehörige auf die Sanktionsliste gesetzt.
Nach Bekanntgabe der Nachrichten begann die nordtaiwanesische Staatsanwaltschaft am nächsten Tag eigenständig mit der Fallbearbeitung und startete eine interdepartementale gemeinsame Untersuchung, was ein wichtiger Meilenstein bei der Zerschlagung dieser grenzüberschreitenden kriminellen Organisation in Taiwan war.
Die Ermittlungen ergaben, dass die Prince Group bereits 2016 in Taiwan mehrere Firmen gründete, um eine strukturierte kriminelle Organisation aufzubauen. Diese Firmen scheinen auf den ersten Blick im Bereich Technologie, Kundenservice oder Gaming tätig zu sein, in Wirklichkeit übernehmen sie jedoch die technische Betreuung und den Betrieb von Online-Glücksspielplattformen und waschen Betrugserlöse durch den Geldfluss dieser Plattformen.
Neben den Glücksspielplattformen hat die Gruppe auch ein umfangreiches Netzwerk aus ausländischen Firmen aufgebaut. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass die Prince Group in 18 Ländern über 250 ausländische Firmen gegründet hat, um Gelder durch fiktive Verträge und grenzüberschreitende Überweisungen zu transferieren, wobei komplexe Unternehmensstrukturen den tatsächlichen Geldfluss verschleiern.
Im letzten Stadium der Geldtransfers kombiniert die Gruppe Kryptowährungen mit Underground-Wechselstuben. Die Staatsanwaltschaft berichtete, dass die Prince Group ein eigenes virtuelles Asset-Tool namens „OJBK Wallet“ entwickelt hat, mit dem sie Kryptowährungen über Underground-Wechselstuben in Bargeld umwandelt und diese Gelder nach Taiwan leitet. Diese Gelder wurden anschließend genutzt, um Luxuswohnungen, Luxusautos und verschiedene Luxusartikel zu kaufen, als Mittel zur Kapitalparken und Wertübertragung.
Besonders im Blickfeld steht die Luxuswohnanlage „Heping Dayuan“ in Taipei. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Chen Zhi habe zur Einschleusung der kriminellen Erlöse nach Taiwan die Mitglieder der Gruppe angewiesen, acht Scheinfirmen zu gründen und Luxuswohnungen im Namen von Strohmännern zu kaufen. Insgesamt sind 11 Luxuswohnungen und 48 Parkplätze betroffen. Die Gelder wurden zunächst über eine in Singapur gegründete Muttergesellschaft transferiert und dann durch fiktive Miet- oder Darlehensverträge verschleiert.
Die nordtaiwanesische Staatsanwaltschaft beschlagnahmte 24 Immobilien und 35 Luxusautos im Wert von über 5 Milliarden NT$, darunter auch teure Markenartikel und Zigaretten. Einige der Luxusautos und -artikel wurden bereits rechtmäßig versteigert, der Erlös beläuft sich auf über 438 Millionen NT$.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Prince Group ein unternehmerisches Modell für grenzüberschreitende Kriminalität betreibt, das große Mengen an Betrugs- und Glücksspielgewinnen in Taiwan waschen und damit die Finanzordnung erheblich stören sowie das internationale Ansehen Taiwans schädigen würde. Daher wurde für die Hauptakteure die Höchststrafe beantragt. Der Anführer Chen Zhi soll die gesetzliche Höchststrafe erhalten; ein in Taiwan tätiger Manager mit Nachnamen Li wird auf über 20 Jahre Haft plus eine Geldstrafe von 250 Millionen NT$ angeklagt; der Geldtransfers-Manager droht eine Haftstrafe von über 18 Jahren. Mehrere weitere Schlüsselpersonen in Taiwan werden mit Haftstrafen zwischen 10 und 16 Jahren bedroht.
Derzeit sind noch drei Angeklagte flüchtig und wurden zur Fahndung ausgeschrieben. Weitere kriminelle Handlungen im Zusammenhang mit dem Fall werden weiterhin ermittelt.
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