Die US-Börsenaufsicht (SEC) hat ihre erste formelle Leitlinie veröffentlicht, die klärt, wann Kryptowährungen als Wertpapiere gelten sollten, und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Rechtssicherheit. Das Dokument betont, dass viele Kryptowährungen möglicherweise nicht als Wertpapiere im Sinne des Bundesrechts eingestuft werden.
Die 68-seitige Interpretation bietet eine klare Taxonomie und adressiert jahrelange Unsicherheiten, die das Handeln der Aufsichtsbehörden beeinflusst haben.
Die Leitlinie spiegelt den Versuch der SEC wider, „klare Linien in verständlichen Begriffen“ zu ziehen, um Marktteilnehmer zu leiten, und bietet einen Rahmen dafür, wie die Behörde die Wertpapiergesetze auf Krypto-Assets anwendet.
Sie basiert auch auf der jüngsten Zusammenarbeit mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), um Überschneidungen bei der Zuständigkeit zu verringern und zu klären, welcher Regulator welche digitalen Vermögenswerte überwacht.
Zum ersten Mal legt die Leitlinie Kategorien für Krypto-Assets fest:
Die Leitlinie behandelt gängige Praktiken bei Kryptowährungen. Mining in öffentlichen Proof-of-Work-Netzwerken und Staking in Proof-of-Stake-Ketten stellen in der Regel keine Investitionsverträge dar.
Airdrops werden nicht als Wertpapiere betrachtet, wenn sie nicht mit der Förderung von Gewinnen durch zentrale Anstrengungen verbunden sind.
Das Dokument weist darauf hin, dass ein Token während seiner Emission Teil eines Investitionsvertrags sein kann, aber aufhört, ein Wertpapier zu sein, wenn das Netzwerk dezentralisiert wird und die Kontrolle der Entwickler abnimmt.
Dieser Ansatz priorisiert die wirtschaftliche Realität gegenüber einer starren Anwendung des Howey-Tests, einem seit Jahrzehnten bestehenden rechtlichen Standard, der bestimmt, ob Investoren hauptsächlich aufgrund der Bemühungen Dritter Gewinne erwarten.
Es wird erwartet, dass die Leitlinie unmittelbare Compliance-Auswirkungen für Token-Emittenten, Börsen und Vermittler haben wird. Unternehmen, die als Wertpapiere eingestufte Tokens anbieten, müssen sich bei der SEC registrieren und die Offenlegungs- sowie Anlegerschutzpflichten erfüllen.
Die Klarstellung erfolgt im Rahmen breiterer Bemühungen, einen strukturierten Markt für digitale Vermögenswerte zu schaffen, einschließlich Vorschlägen zur Festlegung regulatorischer Verantwortlichkeiten zwischen SEC und CFTC.
Die SEC-Leitlinie ist kein Gesetz oder eine formale Vorschrift. Es ist eine offizielle Mitteilung, die beschreibt, wie die Behörde die bestehenden Wertpapiergesetze im Zusammenhang mit Krypto-Assets interpretiert.
Dennoch stellt sie einen bedeutenden Schritt in Richtung regulatorischer Klarheit dar, indem sie der Branche Informationen darüber gibt, wie die SEC plant, die geltenden Gesetze anzuwenden und welche Tokens wahrscheinlich unter ihre Aufsicht fallen.