Ein führender US-Batteriewissenschaftler wechselt wegen der Politik von Trump nach Singapur

In letzter Zeit gab Shirley Meng, eine der führenden Batteriewissenschaftlerinnen der USA, bekannt, dass sie die University of Chicago verlassen und als Vizepräsidentin für Innovation und globale Angelegenheiten an die Nanyang Technological University in Singapur wechseln wird. Meng hatte in der Vergangenheit die Leitung der Energy Storage Research Alliance (ESRA) des US-Energieministeriums mit einem Volumen von 62,0 Millionen US-Dollar inne und ist damit richtungsweisend für die Entwicklung von Batteriesystemen der nächsten Generation. Laut der Berichterstattung von Science führt der Wechsel ihrer Laufbahn vor allem auf ihre Sorge über die politische Kehrtwende der aktuellen US-Regierung zurück: Dazu gehören eine stärkere Bevorzugung fossiler Brennstoffe sowie striktere Einwanderungsprüfungen. Auch die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China erhöhen direkt die Schwierigkeiten und die Compliance-Kosten für die Zusammenarbeit ausländischer Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen.

US-Politikverschiebung bremst den Weg zur Dekarbonisierung

Meng sagte in einem Interview, dass die Energiepolitik der aktuellen US-Regierung eine deutliche Wende vollzogen habe und fossile Brennstoffe stärker unterstützt würden. Das setze die Forschungsumgebung unter Druck, die sich dafür einsetzt, die Dekarbonisierung voranzutreiben (Decarbonization, also die Senkung der gesamten Wirtschafts-CO2-Emissionen und die Umstellung auf erneuerbare Energien). Meng betonte, dass die Wirtschaft zwar allgemein davon ausgehe, dass die Reduktion von CO2-Emissionen ein zwingender Trend sei, die offizielle politische Ausrichtung jedoch im Widerspruch dazu stehe. Dieses Phänomen könnte dazu führen, dass Forschungsprojekte zur grünen Energiewende an eine Bremse geraten und dadurch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der USA auf dem Markt für neue Energien beeinträchtigt wird.

Trump-Politik beeinflusst die grenzüberschreitende Mobilität von Talenten

Meng ist in China aufgewachsen und hat ihren Abschluss in Singapur gemacht, doch ihre berufliche Laufbahn begann in den USA. Obwohl sie längst die chinesische Staatsangehörigkeit aufgegeben habe, sei sie in den letzten Jahren angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China zunehmend frustriert. Sie ist der Ansicht, dass der Begriff „Chinesen“ inzwischen mit Rasse, Staatsangehörigkeit und Kultur vermischt werde, was sie sehr ermüde.

Und die geopolitische Lage wirkt sich inzwischen ganz konkret auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Technologiebranche aus. Die USA verschärfen die Prüfungen für bestimmte Nationalitäten und Unternehmenshintergründe zunehmend, was die Zeit und die finanziellen Kosten für die Beantragung von Arbeitsvisa für ausländische Talente deutlich erhöht. Beispielsweise sollen einzelne Studierende, die von Unternehmen mit China-Geschäftsbezug gesponsert werden, beim Zugang zu US-amerikanischen Nationalen Laboren auf Hürden gestoßen sein. Das steigere nicht nur die Personal-Compliance-Kosten der Institutionen, sondern veranlasse auch Spitzenwissenschaftler, ihre Laufbahnstandorte neu zu bewerten. Länder wie Singapur, die in ihrer Politik neutral bleiben und grenzüberschreitende Kooperationen fördern, würden sich zunehmend zu einem neuen Magneten für die Ansiedlung von High-Tech-Talenten entwickeln.

Durchbruch bei Festkörperbatterien – kommt es zu einer Wende, wenn Trump sein Amt niederlegt?

Obwohl Meng mit einem Stellenwechsel konfrontiert ist, habe ihr Team in letzter Zeit im Bereich der anodenfreien Natrium-Festkörperbatterie (anode-free sodium solid-state battery, also eine Batterietechnologie, die feste Elektrolyte anstelle herkömmlicher flüssiger Elektrolyte nutzt und damit mehr Sicherheit sowie höhere Energiedichte bietet) einen Durchbruch erzielt. Die Technologie könnte die Kosten von Elektrofahrzeugen deutlich senken und die Ladeeffizienz verbessern.

Nach 20 Jahren Arbeit in den USA verlässt Meng den Posten mit gemischten Gefühlen – und sie hofft, dass sich das politische Umfeld für nachhaltige Energien nach dem Ausscheiden von US-Präsident Trump verbessern wird.

Der Artikel „Die führende US-Batteriewissenschaftlerin wechselt wegen der Trump-Politik nach Singapur“ erschien zuerst auf Kettennachrichten ABMedia.

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