- Arbitrum treibt den Plan voran, über eine DAO-Abstimmung 30.765 ETH freizugeben, um die Wiederherstellung zu unterstützen und betroffene DeFi-Protokolle zu stabilisieren.
- Der Kelp-DAO-Exploit erzeugte eine erhebliche rsETH-Unterdeckung; die Wiederherstellungsfonds decken jedoch nur einen Teil der Liquiditätsdifferenz ab.
- Mehrere Protokolle sagen 43.000 ETH zu und unterstreichen damit eine koordinierte DeFi-Reaktion sowie die wachsende Bedeutung des DAO-Krisenmanagements.
Das Arbitrum-Governance hat einen Vorschlag vorangebracht, rund 71 Millionen US-Dollar in ETH freizugeben, nachdem es zu Störungen im Zusammenhang mit dem Kelp-DAO gekommen war. Die Mittel wurden am 21. April vom Security Council eingefroren und sollen nun in eine DAO-Abstimmung überführt werden. Laut dem Vorschlag soll die Freigabe die Liquidität stabilisieren und die betroffenen DeFi-Protokolle nach dem Vorfall vom 18. April unterstützen.
Vorschlag beschreibt den Ablauf zur Freigabe der Mittel
Laut den Governance-Dokumenten zielt der Plan auf 30.765 ETH ab, die derzeit in einer dafür vorgesehenen Adresse gehalten werden. Der Vorschlag wurde gemeinsam verfasst von Aave Labs, Kelp DAO, LayerZero, EtherFi und Compound.
Bemerkenswert ist, dass die Mittel erst nach der Zustimmung durch die Governance bewegt werden. Die Abstimmung hat bereits eine vollständige Unterstützung der teilnehmenden Token gezeigt und repräsentiert dabei mehr als 34 Millionen ARB.
Wenn der Vorschlag genehmigt wird, wird die ETH an eine Wiederherstellungs-Wallet übertragen, die durch ein 3-von-4 Gnosis Safe abgesichert ist. Unterzeichner sind Aave Labs, Kelp DAO, Certora und EtherFi.
Währenddessen umfasst der Prozess einen Snapshot-Temperaturcheck, bevor die finale Onchain-Übermittlung über Tally erfolgt. Diese Struktur fügt vor der Ausführung zusätzliche Kontrolle hinzu.
Unterdeckung zeigt die breitere Auswirkung
Der Vorschlag adressiert jedoch nur einen Teil einer größeren Schieflage. Der Exploit vom 18. April setzte 116.500 restaked ETH frei, ohne dass ein entsprechender Burn erfolgte.
Dadurch entstand eine Lücke zwischen ausgegebener rsETH und dem zugrunde liegenden Sicherheitenbestand. Aktuelle Daten zeigen etwa 152.577 rsETH als Sicherung, die jedoch nur gegen 40.373 gehalten werden.
Das führt zu einer Unterdeckung von ungefähr 76.127 rsETH, bewertet bei nahezu 174,5 Millionen US-Dollar. Die zur Diskussion stehenden 30.765 ETH decken einen Teil dieser Lücke ab.
Daher konzentriert sich der Wiederherstellungsplan darauf, den unmittelbaren Liquiditätsdruck zu begrenzen, statt die gesamte Lücke zu schließen.
Koordinierte Reaktion über mehrere Protokolle hinweg
Parallel dazu haben mehrere Protokolle zusätzliche Unterstützung koordiniert. Mantle, EtherFi Foundation, Golem Foundation, Lido DAO, Ethena, LayerZero, Ink Foundation und Tyrdo sagten jeweils rund 43.000 ETH zu.
Dieser breitere Ansatz soll Absteckrisiken in miteinander verbundenen DeFi-Systemen reduzieren. Der Vorfall machte deutlich, wie gemeinsame Liquiditätsstrukturen Störungen über Plattformen hinweg übertragen können.
Währenddessen spiegelt der Governance-Ansatz von Arbitrum eine zunehmende Abhängigkeit von DAO-gestütztem Krisenmanagement wider. Das Ergebnis der Abstimmung wird bestimmen, wie schnell die Mittel im Rahmen der Wiederherstellung bewegt werden.