
Circle-tochter-stabilcoin-nativer Layer-1-Blockchain Arc hat am 26. Mai auf X eine Blaupause für Infrastruktur im Prognosemarkt veröffentlicht und dabei vier zentrale Designrichtungen bestätigt: stabilcoin-natives Execution, integrierte Unterstützung für den Währungsumtausch, deterministische Abrechnung sowie eine Architektur, die darauf ausgelegt ist, konforme Arbeitsabläufe zu unterstützen. Das Arc-Mainnet soll 2026 an den Start gehen; zuvor hat das öffentliche Testnet bereits über 150 Millionen Transaktionen verarbeitet.
Das technische Design von Arc löst gezielt vier Hauptbeschränkungen bestehender Prognosemarkt-Plattformen:
Volatilität der Gas-Kosten: Netzwerke wie Ethereum nutzen volatile Gas-Token; Nutzer müssen zusätzliche Assets verwalten, Transaktionskosten sind schwer vorhersehbar und gerade für kleinere Transaktionen wenig benutzerfreundlich. Die Lösung von Arc: Gas-Kosten werden direkt mit USDC bezahlt, die Transaktionskosten werden in Fiatwährung beziffert und sind damit planbar. Entwickler können die Nutzerprozesse genauer modellieren; für verbraucherfreundliche, niedrigschwellige Prognosemärkte ist das wirtschaftlich deutlich besser umsetzbar.
Dollar-zentrierte Geldflüsse: Die meisten Prognosemärkte unterstützen nur USD als Preis- und Abrechnungsbasis, was Nutzer aus anderen Bereichen der Krypto-Welt sowie grenzüberschreitende Anwendungsfälle einschränkt. Die Lösung von Arc: nativer On-Chain-Forex-Routing-Ansatz, der es Entwicklern ermöglicht, um verschiedene Stablecoin-Designmärkte herum zu bauen (z. B. werden Märkte mit Bezug auf europäische Inflationskoppelung mit EURC abgerechnet, US-Policy-bezogene Märkte mit USDC), ohne Nutzer zu zwingen, ihre Coins umzutauschen.
Fragmentierte UX über Jurisdiktionen hinweg: Nutzer in unterschiedlichen Regionen haben mit uneinheitlichen Markteinstiegen und -erfahrungen zu kämpfen; dadurch ist die globale Zugänglichkeit von Prognosemärkten begrenzt. Die Lösung von Arc: Unterstützung für lokalisierte Marktdesigns und Teilnahme in mehreren Währungen; Entwickler können auf einer einzelnen Abrechnungsebene Marktversionen aufbauen, die sich an verschiedene Regionen anpassen.
Unzureichende Unterstützung für konforme Arbeitsabläufe: Wenn Prognosemärkte in Governance-, Unternehmens- oder regulierte Szenarien vordringen wollen, benötigen sie Überweisungs-Kontrollmechanismen, Identitätsprüfung und Nachvollziehbarkeit; bestehende Public-Chain-Architekturen sind dafür nur schwer geeignet. Die Lösung von Arc: Transferkontrolle, Identitäts-Gates oder Offenlegungsprozesse für Informationen können direkt in die Anwendungslogik kodiert werden; die deterministische Finalität liefert klare Abrechnungsergebnisse, und die Nachprüfbarkeit unterstützt Verifikation und operatives Vertrauen.
Auf Ethereum und seinen Layer-2-Systemen müssen Gas-Gebühren üblicherweise in ETH oder nativen Tokens bezahlt werden; dadurch müssen Nutzer zusätzliche native Token halten, um überhaupt interagieren zu können, was die Einstiegshürden erhöht. Arc ist eine eigenständige Layer-1-Blockchain; ihr Konsensschichtprotokoll ist so entworfen, dass es USDC als Gas-Token direkt akzeptiert, statt diese Fähigkeit außerhalb des Protokolls über Mechanismen wie Gas Station Network zu simulieren. Das bedeutet: Nutzer müssen nur USDC halten, um auf Arc alle Operationen auszuführen, ohne zusätzliche native Tokens zu beschaffen. Für Entwickler bleiben die Gas-Kosten in Fiatwährung beziffert und stabil, wodurch sich Geschäftsmodelle und Nutzererfahrung besser vorhersagen lassen.
Deterministische Finalität bedeutet: Sobald ein Block bestätigt ist, können Transaktionen nicht zurückgerollt oder verändert werden. Für Prognosemärkte ist das in der Abrechnungsphase entscheidend: Wenn ein Marktereignis-Ergebnis bestätigt ist (z. B. Wahlergebnis oder wenn der Preis einen bestimmten Level erreicht), muss das System den Gewinnern unmittelbar und unumkehrbar die Gelder zuweisen. Wenn die darunterliegende Blockchain nur „probabilistische Finalität“ bietet (z. B. benötigt Bitcoin mehrere Bestätigungen, damit es als sicher gilt), besteht theoretisches Risiko, dass der Abrechnungsprozess durch Reorg-Angriffe beeinflusst werden kann. Die deterministische Finalität von Arc in Kombination mit einer Testnet-Abrechnungszeit von etwa 0,5 Sekunden schafft klare Abrechnungsgrenzen – besonders wichtig für Institutionen- und Compliance-Szenarien.
Die Compliance-Struktur von Arc ermöglicht es Entwicklern, Überweisungs-Kontrollen, Identitäts-Gating und Offenlegungsmechanismen auf Ebene der Anwendungslogik zu integrieren. Das macht es möglich, dass Prognosemarkt-Plattformen, die in bestimmten Jurisdiktionen operieren, ihre Umsetzung an lokale regulatorische Anforderungen anpassen können – etwa indem der Zugang für bestimmte Länder/Regionen eingeschränkt, KYC-Verifizierungsprozesse integriert oder Audit-Trails für Geldflüsse eingerichtet werden. Das Vorhandensein von Compliance-Tools löst jedoch rechtliche Qualifizierungsfragen nicht automatisch: Dass Prognosemärkte in Ländern wie Indonesien und Indien blockiert werden, beruht auf der rechtlichen Einordnung als „Online-Glücksspiel“. Diese Einordnung gilt unabhängig davon, welches Compliance-Framework die Plattform übernimmt. Die Architektur von Arc ist eher darauf ausgerichtet, technische Reibungen in Compliance-Szenarien von Institutionen zu reduzieren (z. B. AML/KYC, grenzüberschreitende Geldflüsse), nicht darauf, Glücksspielgesetze in bestimmten Jurisdiktionen zu umgehen.
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