
Everclear und ZERO Network gaben am 22. Mai in dieser Woche in Japan bekannt, dass sie schließen. Damit reiht sich das Projekt in die Welle von DeFi-Protokoll-Schließungen im Jahr 2026 ein. Das monatliche Transaktionsvolumen von Everclear erreichte zeitweise 500 Millionen US-Dollar, ließ sich jedoch nicht in nachhaltige Einnahmen umwandeln. Nutzer von ZERO Network müssen ihre Gelder bis zum 31. Juli abziehen, andernfalls wird die Blockproduktion eingestellt.
Everclears Schließungsgründe: Nach dem B2B2C-Shift gingen die Mittel aus
Everclear ist ein Protokoll, das auf einem Modell zur Lösung von grenzüberschreitendem Cash-Resizing auf Basis von Cross-Chain-Rebalancing aufbaut. Das monatliche Transaktionsvolumen erreichte zeitweise 500 Millionen US-Dollar, doch das Team erklärte, dass es aufgrund der zu starken Fokussierung der Nutzer auf den Preis nie gelungen sei, eine nachhaltige Ertragsstruktur aufzubauen. In den vergangenen sechs Monaten wechselte Everclear auf ein Business-to-Business-to-Consumer (B2B2C)-Modell und schloss Verträge mit mehreren industriellen Kooperationspartnern ab. Dabei habe man jedoch die Zeit, die die Partner für den Markteintritt benötigen, unterschätzt: Noch bevor die Kooperationen offiziell live gingen, waren die Mittel bereits aufgebraucht. Everclear erwähnt in einer Ankündigung auf X, dass das Projekt nach der Begleichung aller Schulden, falls noch verbleibende Mittel vorhanden seien, über einen Rückkauf bestehender Tokens im Bereich von 50.000 bis 200.000 US-Dollar nachdenke. Gleichzeitig wird jedoch klar darauf hingewiesen, dass der „Rückkaufplan noch nicht feststeht“, und man verpflichtet sich, vor einer endgültigen Entscheidung alle Details und Mechanismen offenzulegen.
ZERO Network: 31. Juli als Deadline, Bridging-Inflows sind gestoppt
ZERO Network ist ein Ethereum-Layer-2-Netzwerk von Zerion. Die Schließung ist das Ergebnis einer Anpassung der Zerion-Strategie mit Fokus auf Wallet- und API-Dienste. Die Funktion zum Bridging-Zufluss zu ZERO wurde sofort deaktiviert; die Funktion zum Bridging-Abfluss bleibt bis zum 31. Juli 2026 geöffnet. Nach Ablauf dieser Frist wird die Blockproduktion von ZERO Network eingestellt. Das ZERO-Team erklärte, dass die Talente und Lernergebnisse des Projekts in den Aufbau von „Best-Wallet- und Data-API-Erlebnissen für alle Blockchains“ fließen.
Liste der DeFi-Protokoll-Schließungen 2026
Zu den in dieser Woche angekündigten Stilllegungen gehören außerdem: Syndicate Labs (Anbieter für Ethereum-Infrastruktur, Betrieb über fünf Jahre; am 21. Mai eingestellt, Grund: Integration und Marktveränderungen führten zu einer grundlegenden Neuausrichtung) sowie Fantasy.top (Krypto-Kartenspiel, Betrieb über zwei Jahre; geplant ist eine Schließung Ende Juni). Alle Projekte nennen ein ungünstiges Marktumfeld als gemeinsamen Hintergrund, die konkreten Gründe unterscheiden sich jedoch.
Häufige Fragen
Ist der Token-Rückkaufplan von Everclear bereits festgelegt?
Stand dieser Berichterstattung ist der Rückkaufplan noch nicht festgelegt. Everclear sagt, dass man nach der Begleichung aller Schulden und falls noch verbleibende Mittel vorhanden seien, über einen Rückkauf bestehender Tokens im Bereich von 50.000 bis 200.000 US-Dollar nachdenke. Gleichzeitig verpflichtet sich das Projekt, alle Details und Mechanismen vor einer finalen Festlegung offenzulegen.
Bis wann müssen ZERO-Network-Nutzer ihre Gelder abziehen?
Nutzer müssen alle Gelder bis zum 31. Juli 2026 aus dem ZERO Network-Bridging abziehen. Die Funktion zum Bridging-Zufluss wurde sofort deaktiviert; nach Ablauf der Frist wird die Blockproduktion eingestellt. Die Sicherheit der Nutzergelder sei gewährleistet, aber Zerion hat keine Angaben zum Umgang mit den Assets nach der Deadline gemacht.
Das monatliche Transaktionsvolumen von Everclear liegt bei 500 Millionen US-Dollar – warum lässt sich der Betrieb dennoch nicht aufrechterhalten?
Everclear führt aus, dass die zu starke Preisfokussierung der Nutzer dazu führte, dass das Protokoll keine ausreichende kommerzielle Tiefe aufbauen konnte. Das monatliche Transaktionsvolumen konnte daher nicht in nachhaltige Einnahmen umgewandelt werden. Nach der B2B2C-Umstellung wurden mehrere Kooperationspartner gewonnen, doch man habe die für den Markteintritt benötigte Zeit unterschätzt. Letztlich reichten die Mittel nicht mehr aus, bevor die Kooperationen live gingen.