Eröffnung
Bernstein-Analysten haben vier Bitcoin-Miner—IREN, Riot Platforms (RIOT), CleanSpark (CLSK) und Core Scientific (CORZ)—mit „Outperform“ eingestuft und dabei ihre Positionierung als Vorteil bei steigender Nachfrage nach KI-Infrastruktur hervorgehoben, während sie für MARA Holdings (MARA) eine Bewertung von „Market Perform“ beibehielten. In einer Notiz an Kunden am Dienstag mit dem Titel „Bitcoin Miners: Google-Blackstone Neocloud news - Follow the Gigawatts“ erklärte das von Gautam Chhugani geführte Analystenteam, dass Bitcoin-Miner mittlerweile in die Entwicklung von KI-Infrastruktur eingebettet seien. Als Beleg nannten sie mehr als 90 Milliarden US-Dollar an angekündigten KI-Deals, die grob 3,7 Gigawatt Kapazität über Hyperscaler, Neoclouds und Chip-Anbieter abdecken. Bitcoin-Miner kontrollieren zusammen mehr als 27 Gigawatt an geplanter Stromleistung und positionieren sich damit als Gegenparteien für eine groß angelegte Compute-Nachfrage – zu einem Zeitpunkt, an dem es in den USA je nach Marktbedingungen nahezu 50 Monate dauern kann, nur ein einziges Gigawatt Strom zu sichern, einschließlich netztechnisch begrenzter Regionen wie Texas.
Aktienratings und Kursziele
Bernsteins Bewertungen lassen je nach Montagsschlusskurs unterschiedliche Kurspotenziale erwarten. IREN schloss bei 50,46 US-Dollar gegenüber einem Kursziel von 100 US-Dollar, was 98,1% Upside impliziert. Riot Platforms schloss bei 23,18 US-Dollar gegenüber einem Ziel von 25 US-Dollar, entsprechend 7,8% Upside. CleanSpark schloss bei 13,44 US-Dollar gegenüber einem Kursziel von 24 US-Dollar und impliziert 78,5% Upside, während Core Scientific am Montag bei 23,57 US-Dollar endete – rund 1,8% unter seinem Kursziel von 24 US-Dollar. MARA Holdings schloss bei 12,18 US-Dollar gegenüber 23 US-Dollar, was trotz des „Market Perform“-Ratings 88,8% Upside impliziert.
Konkrete Positionierung einzelner Unternehmen
Die Analysten verwiesen auf Deals im gesamten Ökosystem, die die Integration der Miner in KI-Infrastruktur verdeutlichen. IREN plant den Aufbau von 5 Gigawatt KI-Compute auf Basis der AI-Factory-Architektur von Nvidia sowie einen KI-Cloud-Deal im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar, der an GPU-Einsatzverpflichtungen gekoppelt ist. Riot Platforms ist eine Co-Location-Vereinbarung mit AMD eingegangen, die 50 Megawatt abdeckt, mit einer Option zur Erweiterung auf 200 Megawatt. In der Notiz wurde zudem auf breitere Partnerschaften hingewiesen, unter anderem mit Google, Amazon und weiteren Minern über vermittelte Cloud-Arrangements.
Herausforderungen und Risiken
Bernstein erwartet, dass Rechenzentren weiterhin mit regulatorischen und Genehmigungs-Hürden konfrontiert bleiben. Genannt wurden u. a. Interconnection-Queues, Restriktionen bei der Zonierung, verstärkte Umweltprüfung und Begrenzungen der Netzkapazität über mehrere US-Bundesstaaten hinweg. Trotz dieses Umfelds sagten die Analysten jedoch, Bitcoin-Miner „haben immer noch einen Vorteil“, da sie bereits Zugang zu netzgebundenem Strom sowie zu groß angelegten Standorten haben, die entweder bereits in Betrieb sind oder sich in der Entwicklung befinden.
Alle Miner geraten unter die Kritik von Umweltgruppen wegen des Energieverbrauchs, der mit dem Betrieb großer Rechenzentren zusammenhängt. Für Core Scientific sagte Bernstein, dass eine Umverteilung von Strom aus dem Bitcoin-Mining in die KI-Infrastruktur das Unternehmen anfällig für verpasste Aufwärtspotenziale während eines Bitcoin-Bullenzyklus machen könnte, falls der KI-Ausbau langsamer vorankommt. Für IREN wird die KI-Cloud-Expansion als kapitalintensiv beschrieben und von der Verfügbarkeit flexibler Finanzierung abhängig gemacht. Riot Platforms’ Konzentration auf Texas setze das Unternehmen potenziellen Änderungen der Landespolitik aus, darunter auch Besteuerung oder betriebliche Einschränkungen. Für MARA Holdings wurde zudem festgehalten, dass es Produktionsrisiken aufgrund der Abhängigkeit von externen Strom-Partnern gibt, die Kapazitäten möglicherweise anderen kommerziellen Einsätzen zuführen könnten.
Offenlegungen der Analysten
Gautam Chhugani hält Long-Positionen in verschiedenen Kryptowährungen. Bestimmte Tochtergesellschaften von Bernstein agieren als Market Maker oder Liquiditätsanbieter in den Schuldverschreibungen von Riot Platforms.