BIS warnt, dass die eigenständige Verwahrung von Kryptowährungen eine neue Schlupfloch für Geldwäschebekämpfung werden könnte

Vertrauenswürdiger redaktioneller Inhalt, geprüft von führenden Branchenexperten und erfahrenen Redakteuren. Werbung Offenlegung Ein neues Papier der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) argumentiert, dass selbstverwaltete Krypto-Assets zum nächsten Schwachpunkt bei der Geldwäschebekämpfung werden könnten, wenn Regulierungsbehörden die Regeln für andere Zahlungswege verschärfen, ohne die Lücke bei nutzerkontrollierten Wallets zu schließen. Das Kernanliegen ist einfach: Wenn ein Kanal schwerer zu nutzen wird, verschwinden illegale Transaktionen nicht. Sie verlagern sich.

BIS warnt vor selbstgehosteten Krypto-Wallets

Am Beispiel der EU erklärt das Papier, dass selbstgehostete Wallets eine besonders sensible Position einnehmen, weil sie nicht auf einen erkennbaren Vermittler angewiesen sind, um Kundenprüfungen durchzuführen, Transaktionen zu überwachen oder Verdachtsmeldungen zu erstellen. Das ist die gestalterische Unterscheidung, auf die die Autoren immer wieder zurückkommen.

„Selbstgehostete Wallets sind eine Art Wallet, die vollständig vom Nutzer kontrolliert wird, ohne auf einen Vermittler angewiesen zu sein. Die Validierung von Transaktionen mit selbstgehosteten Krypto-Assets erfolgt auf einer permissionless öffentlichen Blockchain, wobei kein einzelner Vermittler für die Aktualisierung der Konten verantwortlich ist.“ Basierend darauf sagt das Papier, dass selbstgehostete Krypto-Zahlungen, ohne zusätzliche Maßnahmen, eine der geringsten Erkennungs- und Durchsetzungswahrscheinlichkeiten aufweisen.

Weiterführende Lektüre: Krypto-Finanzierung steigt um 50 %, aber die meisten Startups werden ausgeschlossen: AnalystenDas Papier geht noch einen Schritt weiter. Es besagt, dass selbstgehostete Wallets in der Praxis sogar noch attraktiver für illegale Nutzung sein könnten als Bargeld. Bargeld bietet nach wie vor das geringste Maß an Überwachung, argumentieren die Autoren, aber physische Beschränkungen spielen eine Rolle: Es ist sperrig, schwer in großem Umfang zu bewegen und riskanter zu lagern oder zu transportieren. Selbstverwaltete Krypto-Assets haben diese Friktionen nicht, was bedeutet, dass die Portabilität und grenzüberschreitende Geschwindigkeit digitaler Vermögenswerte die Compliance-Lücke verstärken können, sobald Vermittler aus dem Spiel ausscheiden.

Dieses Framing trägt zu dem, was das Papier den „Wasserbett-Effekt“ nennt. „Unterschiede in der Erkennungswahrscheinlichkeit … können zu Arbitrage zwischen Zahlungsinstrumenten führen. Dies könnte als Wasserbett-Effekt bezeichnet werden: Wenn das Wasser in einem Bereich gedrückt wird, steigt es in einem anderen auf. Mit der Zeit schwächt diese Dynamik die Gesamteffektivität von AML/CFT-Rahmenwerken und erfordert regulatorische und aufsichtsrechtliche Eingriffe.“ Im Krypto-Kontext bedeutet das, dass nicht nur das Risiko der Selbstverwahrung besteht, sondern auch, dass ungleichmäßige Regulierung aktiv schlechte Akteure in diese Richtung lenken kann.

Weiterführende Lektüre: Große Banken drohen, die OCC wegen Krypto-Regeln zu verklagen, da sie die finanzielle Stabilität bedrohenDas Beispiel der EU ist zentral für dieses Argument. Gehostete Krypto-Wallets sind nun viel stärker in die AML-Architektur des Blocks eingebunden durch das breitere Krypto-Asset-Dienstleister- oder CASP-Framework, aktualisierte Überwachungspflichten und das Travel-Rule-Regime. Das Papier stellt fest, dass Wallets und Dienste, die Anonymisierung ermöglichen, aus dem regulierten Bereich verdrängt werden.

Selbstgehostete Wallets werden dagegen eher indirekt behandelt: Transaktionen, die sie betreffen, unterliegen keiner Sorgfaltspflicht und keiner Transaktionsüberwachung, es sei denn, ein CASP ist an einer Seite der Übertragung beteiligt. In solchen Fällen müssen CASPs Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken bewerten und Abhilfemaßnahmen ergreifen.

Was diese Asymmetrie bemerkenswert macht, sagen die Autoren, ist, dass Bargeld eine harte Rückendeckung hat, die das Segment der Selbstverwahrung nicht besitzt. Ihre Vergleichstabelle stellt es klar: Bargeld in der EU unterliegt einem Transaktionslimit von 10.000 €, während selbstgehostete Krypto-Assets „keine Transaktions- oder Haltebegrenzungen“ haben. Das Fazit des Papiers lautet, dass dieser Unterschied „einen Anreiz für böswillige Akteure schaffen könnte, von Bargeld auf selbstgehostete Krypto-Asset-Wallets umzusteigen.“

Zum Redaktionsschluss lag die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen bei 2,37 Billionen US-Dollar.

Total crypto market cap chartGesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen, 1-Wochen-Chart | Quelle: TOTAL auf TradingView.comFeatured image erstellt mit DALL.E, Chart von TradingView.com Redaktionsprozess für bitcoinist konzentriert sich darauf, gründlich recherchierte, genaue und unvoreingenommene Inhalte zu liefern. Wir halten strenge Quellenstandards ein, und jede Seite wird sorgfältig von unserem Team aus Top-Technologieexperten und erfahrenen Redakteuren geprüft. Dieser Prozess stellt die Integrität, Relevanz und den Wert unserer Inhalte für unsere Leser sicher.

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