Ein vorgeschlagenes Bitcoin-Upgrade zur Behebung einer Quantenverwundbarkeit hat die Krypto-Community gespalten: darüber, ob Legacy-Adressen eingefroren werden sollen, einschließlich derjenigen, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. Der BIP-361-Vorschlag, der am 14. April live ging, hat Debatten zwischen prominenten Persönlichkeiten ausgelöst, darunter Software-Ingenieur Jameson Lopp, der die Maßnahme unterstützt, und Adam Back, der ihr widerspricht.
BIP-361 führt einen "post-quantum migration and legacy signature sunset"-Mechanismus ein, um Bitcoin vor potenziellen Angriffen durch Quantencomputing zu schützen. Der Vorschlag bleibt in der Entwurfsphase, ohne Frist für das Signalieren von Unterstützung.
Der Vorschlag funktioniert in zwei Phasen. In Phase A würden neue Transaktionen an quantenverwundbare Adressen eingefroren, wodurch das Netzwerk gezwungen würde, auf post-quantum (PQ)-Adressarten umzuschwenken. Phase B würde jegliches Ausgeben an verwundbare Adressen blockieren, möglicherweise mit einer fünfjährigen Schonfrist. Laut dem Vorschlag liegt die Verantwortung für das quentensichere Halten bei den einzelnen Wallet-Inhabern, von denen jeder verpflichtet ist, seine Adressen zu aktualisieren.
Grobe Schätzungen deuten darauf hin, dass etwa 6,7M BTC gefährdet sein könnten, weil sie in frühen, weniger sicheren Adressen gehalten werden. Das Argument für das Einfrieren lautet, dass gehackte Gelder verkauft werden könnten, was den Bitcoin-Preis untergräbt und das Vertrauen in das Netzwerk erodiert.
Die Reaktion aus der Community war gemischt. Cypherpunk Jimmy Song twitterte am 16. April 2026: "BIP361 ist für mich ein kompletter Totalausfall, aber ich würde trotzdem gern sehen, dass seine Unterstützer einen Versuch unternehmen, es auf das Bitcoin-Netzwerk zu bringen – entweder als Soft Fork oder als Hard Fork. Nicht weil ich eine 'Fork-Dividende' bekommen will, sondern weil wir sehen müssen, wie sich diese Dinge entwickeln." Unterstützer von BIP-361 argumentieren, dass das ursprüngliche Bitcoin-Ethos der Selbstbestimmung ohne zentralisierte Zensur angesichts quantenbedingter Bedrohungen veraltet sei.
Gegner von BIP-361 argumentieren, dass Quantencomputing eine weniger unmittelbare Bedrohung darstellt als Befürworter behaupten. Die Adressen von Satoshi Nakamoto verwenden den P2PK-Standard, der öffentliche Schlüssel offenlegt und sie theoretisch anfällig für Quantenangriffe macht. Allerdings sind Satios Bestände auf mehr als 22.000 Adressen verteilt, was bedeutet, dass jede einzelne Adresse erst gezielt gehackt werden müsste, bevor Coins freigegeben werden könnten.
Kritiker weisen außerdem darauf hin, dass Quantencomputer derzeit nicht ohne Weiteres außerhalb von Forschungskontexten verfügbar sind und die Nutzung für Angriffe in der nahen Zukunft möglicherweise prohibitiv teuer sein könnte. Zwar verbessern sich Quantenalgorithmen weiter und senken die Rechenanforderungen für Angriffe, doch ein praktikabler Quantenhack bleibt weit entfernt von der Realität.
Es wurden alternative Lösungen vorgeschlagen, darunter ein Hard Fork zu einem quentensicheren Netzwerk in einem vorab festgelegten Block – mit einer langen Schonfrist für die Geltendmachung von Coins. Das ist ein Ansatz, der ähnlich zu sein scheint wie einer, den Satoshi Nakamoto in den frühen Tagen von Bitcoin vorgeschlagen hatte. Einige Community-Mitglieder schlagen vor, das Netzwerk so zu lassen, wie es ist, und alte Wallets als Kopfgeld für Entwickler von Quantencomputern zu behandeln.
Die Debatte macht eine grundlegende Spannung deutlich: Wie stellt man sicher, dass Bitcoin auch langfristig gegen zukünftige Bedrohungen überlebt, ohne seinen Marktwert, seinen Ruf und den bisher erreichten Proof-of-Work-Konsens zu untergraben? Das Einfrieren von Adressen könnte große Bestände schützen und einen Flash-Crash verhindern, falls Wallets kompromittiert werden. Kritiker argumentieren jedoch, dass es im Widerspruch zum Kernethos von Bitcoin steht, Zensur und Asset-Einfrierungen zu vermeiden.
Was ist BIP-361 und wann wurde es vorgeschlagen? BIP-361 ist ein Vorschlag, um Bitcoins potenzielle Verwundbarkeit gegenüber Quantencomputing-Angriffen über einen "post quantum migration and legacy signature sunset"-Mechanismus zu adressieren. Der Vorschlag ging am 14. April live und bleibt in der Entwurfsphase, ohne Frist für das Signalieren von Unterstützung.
Wie viel Bitcoin könnte durch Quantenangriffe gefährdet sein? Grobe Schätzungen deuten darauf hin, dass etwa 6,7M BTC gefährdet sein könnten, weil sie in frühen, weniger sicheren Adressen gehalten werden, insbesondere solche, die den P2PK-Standard verwenden, wie die Bestände von Satoshi Nakamoto.
Ist Quantenhacking eine realistische unmittelbare Bedrohung für Bitcoin? Laut der Quelle sind Quantencomputer derzeit nicht ohne Weiteres außerhalb von Forschungskontexten verfügbar, und die Nutzung für Angriffe könnte in der nahen Zukunft prohibitiv teuer sein. Während sich Quantenalgorithmen verbessern, bleibt ein praktikables Quantenhacking weit von der praktischen Realität entfernt.
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