Bithumb gewinnt Gerichtsverfahren gegen die Aussetzung durch den südkoreanischen Regulierer

Das Seouler Verwaltungsgericht hat eine sechsmonatige teilweise Geschäftssperre, die der Financial Intelligence Unit (FIU) gegen Bithumb verhängt hatte, aufgehoben – wie lokale Berichte von Yonhap News berichten. Mit der Entscheidung kann Bithumb den normalen Geschäftsbetrieb fortsetzen, während parallel separate Untersuchungen wegen Versäumnissen bei der Bekämpfung von Geldwäsche sowie wegen Praktiken zur Weitergabe von Orderbüchern laufen.

Ursprüngliche Strafe und Verstöße

Die FIU, die Anti-Geldwäsche-Einheit unter der Financial Services Commission (FSC), verhängte im März die sechsmonatige teilweise Sperre und eine Geldbuße von 24,6 Millionen US-Dollar (36,8 Milliarden Won) nachdem sie etwa 6,65 Millionen Verstöße gegen das Specific Financial Information Act entdeckt hatte. Ermittler stellten fest, dass Bithumb die Identitäten von Kunden nicht ordnungsgemäß verifiziert und Transaktionen mit nicht registrierten ausländischen Krypto-Operatoren nicht blockiert hatte. Die geplante Sperre sollte am 27. März beginnen und hätte neue Kunden daran gehindert, Krypto-Assets in die Plattform hinein oder aus ihr heraus zu transferieren.

Bithumb beantragte am 23. März eine einstweilige Verfügung, wenige Tage bevor die Sperre in Kraft treten sollte, und setzte damit die Sperre bis nach der Gerichtsentscheidung aus. Die 2. Abteilung des Seouler Verwaltungsgerichts akzeptierte den Antrag von Bithumb und erlaubte der Börse, den Betrieb ohne Unterbrechung fortzuführen, während der umfassendere Rechtsstreit weiterläuft.

Regulatorische Maßnahmen im gesamten Krypto-Sektor Südkoreas

Das Seouler Verwaltungsgericht entschied außerdem zugunsten von Dunamu (NASDAQ: DUNU), dem Betreiber von Upbit, und hob eine dreimonatige teilweise Geschäftssperre sowie eine Geldbuße von 35,2 Milliarden Won wegen ähnlicher Vorwürfe auf. Das Gericht stellte fest, dass Dunamu angemessene Compliance-Schritte unternommen habe und dass ein kleiner Anteil der als auffällig markierten Transaktionen nicht als beabsichtigtes Fehlverhalten zu werten sei. Die FIU hat seitdem gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt und den Fall damit in ein zweites Verfahren überführt. Auch Coinone hat Sanktionen erhalten und wehrt sich dagegen vor Gericht.

Die Personal Information Protection Commission Südkoreas hat zudem eine separate Untersuchung zu Upbit, Bithumb und weiteren Plattformen eröffnet – mit Blick auf die Weitergabe von Orderbüchern an ausländische Plattformen.

Separate Untersuchung und regulatorische Verschärfung

Bithumb steht eine separate und möglicherweise noch folgenreichere Untersuchung bevor, die mit einem Vorfall im Februar zusammenhängt: Dabei habe ein Mitarbeiter versehentlich 620.000 Bitcoins statt 620.000 Won im Rahmen einer Werbeaktion ausgezahlt. Die FSC stellte bei ihrer Prüfung des Februar-Vorfalls „Mängel im internen Kontrollsystem von Bithumb“ fest.

Der Auszahlungsfehler veranlasste die FSC, die Überwachungsanforderungen für alle großen Börsen zu verschärfen. Vor dem Vorfall glichen drei der fünf größten Plattformen Südkoreas ihre internen Ledger nur einmal alle 24 Stunden mit den tatsächlichen Krypto-Beständen ab; die FSC verlangt nun solche Checks alle fünf Minuten – mit automatischen Handelsstopps, die bei großen Abweichungen ausgelöst werden. Monatliche Audits haben die bisherige Quartalsplanung ersetzt.

Zusätzliche Anforderungen, die inzwischen gelten, umfassen die Drittprüfung für alle manuellen Auszahlungen; zudem müssen die Börsen einen Risk Management Officer ernennen und einen Risk Management Committee bilden.

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