Die Casper Association hat einen mehrjährigen technischen Fahrplan gestartet, der sich auf institutionenreife Infrastruktur für die Tokenisierung realer Vermögenswerte und KI-gestütztes Commerce konzentriert.
Die Casper Association hat am 12. Mai einen mehrjährigen technischen Fahrplan vorgestellt, der darauf abzielt, das Casper Network als zentrale Infrastruktur für regulierte Asset-Tokenisierung und die aufkommende Machine-to-Machine-Ökonomie zu positionieren.
Michael Steuer, Präsident und CTO der Casper Association, der die Strategie beim Digital Finance Forum in Bermuda vorstellte, bezeichnete den Fahrplan als Abkehr von „Krypto-nativer Hype“ hin zu der praktischen Infrastruktur, die nötig ist, um Billionen US-Dollar an realen Vermögenswerten (RWAs) an Bord zu holen.
„Wenige bauen die Infrastruktur, die die nächsten Milliarden Nutzer, die nächsten Billionen US-Dollar an tokenisierten Assets oder die ersten Milliarden Maschinen onboarden wird“, sagte Steuer. „Für Nutzer sollte Blockchain unsichtbar sein. Ein Tippen. Fertig.“
Bekannt als Casper Manifest, beschreibt der Fahrplan neun zentrale Initiativen, die die Reibung beseitigen sollen, die typischerweise mit der Blockchain-Technologie verbunden ist. Eine zentrale Säule des Plans ist die Einführung vollständiger Ethereum Virtual Machine (EVM)-Kompatibilität.
Während die Grundlage von Casper auf Webassembly (Wasm) basiert, ermöglicht die Ergänzung der EVM-Kompatibilität Entwicklern, bestehende Ethereum-basierte Smart Contracts und Tools – etwa Solidity und MetaMask – ohne Änderungen auf das Casper Network zu migrieren. Die Vereinigung beschrieb die Entwicklung als „eine Chain, zwei Ausführungsumgebungen, null Fragmentierung.“
Mit Blick auf den geschätzten Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte im Wert von 16 Billionen integriert der Fahrplan regulatorische Compliance direkt in das Protokoll. Casper richtet sich auf den ERC-3643-Standard aus, der derzeit ungefähr 28 Milliarden US-Dollar an On-Chain-Assets verwaltet.
Der Fahrplan legt außerdem den Fokus auf autonome Systeme. Durch die Implementierung des offenen Zahlungsstandards X402 will Casper zur ersten Wasm-nativen Layer-1-Blockchain werden, die programmgesteuerte Machine-to-Machine-Mikrozahlungen über HTTP unterstützt. Dadurch könnten KI-Agenten für Datenabfragen oder Rechenleistung in Stablecoins bezahlen – ohne menschliches Eingreifen – und dabei „Smart Accounts“ nutzen, um Ausgabenlimits und Berechtigungen zu verwalten.
Ein entscheidender Unterschied im Fahrplan ist Caspers proaktiver Ansatz für Quanten-Sicherheit. Entwickelt, um von Beginn an die Unterstützung mehrerer Schlüsselalgorithmen zu ermöglichen, nutzt das Netzwerk aktuell Ed25519 und secp256k1 in der Produktion.
Laut Steuer plant Casper, 2027 kryptografische, quantensichere Algorithmen einzuführen, die parallel zur aktuellen klassischen Public-Key-Kryptografie laufen. Dieses Dual-Track-System soll einen reibungslosen Migrationspfad für Netzwerkteilnehmer ermöglichen.
„Unser Design hat es uns ermöglicht, seit Tag eins verschiedene Schlüsselalgorithmen zu unterstützen“, sagte Steuer gegenüber Bitcoin.com News und betonte, dass das Ziel darin besteht, das Ökosystem abzusichern, bevor sich Quanten-Sicherheit zu einem industrieweiten Notfall entwickelt. „Wir glauben, dass Quanten-Resilienz zu einem zentralen Bestandteil der Blockchain-Infrastruktur werden wird.“
In der Zwischenzeit bestätigte die Casper Association, dass die Initiativen in Phasen bis 2027 veröffentlicht werden. Das System für X402-Mikrozahlungen soll innerhalb weniger Wochen live gehen. Später im Jahr 2026 wird das Netzwerk EVM-Kompatibilität und konforme Security Tokens debütieren. Funktionen zur Transaktions-Privatsphäre und die finale Ausrollung quantensicherer Algorithmen sollen bis 2027 abgeschlossen sein.
Das Casper Network durchlief Mitte 2025 ein bedeutendes Upgrade mit der Veröffentlichung von Casper 2.0, das deterministische Finalität und eine Multi-VM-Ausführungsebene einführte und damit die technische Grundlage für das Manifest schuf.