
Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis berichtete am 4. Juni, dass die jährliche Laufquote der „Grey-Market“-Synthetik-Peptid-Industrie, deren wichtigste Zahlungsmittel Kryptowährungen sind, die Schwelle von 100 Millionen US-Dollar überschritten hat. Im 1. Quartal 2026 erreichte der Krypto-Einkaufswert von Peptidprodukten 32 Millionen US-Dollar. Der Bericht zeigt außerdem, dass On-Chain-Aufzeichnungen einzelner „Grey-Market“-Peptid-Anbieter auf Verbindungen zu chinesischen Chemieherstellern hindeuten, die zuvor am Verkauf von Vorläuferstoffen für Fentanyl und Amphetamine beteiligt waren.
Marktgröße-Daten: bestätigte Quartalszahlen
(Quelle: Chainalysis)
Laut dem Chainalysis-Bericht lag der Krypto-Einkaufswert von „Grey-Market“-Peptiden im Jahresverlauf 2024 bei durchschnittlich rund 200.000 US-Dollar pro Monat. Ab 2025 setzte dann ein beschleunigtes Wachstum ein. Im 1. Quartal 2026 erreichte der Einkaufswert 32 Millionen US-Dollar (Quartalswachstum: 159%, im Vorquartal: 12 Millionen US-Dollar). Für das 2. Quartal 2026 werden 39 Millionen US-Dollar erwartet; der Jahresdurchsatz soll voraussichtlich 100 Millionen US-Dollar überschreiten. Chainalysis weist darauf hin, dass der Markt stark konzentriert ist und eine kleine Zahl großer Anbieter einen beträchtlichen Anteil am Transaktionsvolumen hält.
Zahlungsmuster: bestätigter Trend zur Ablösung volatiler Kryptowährungen durch Stablecoins
Die Analyse der On-Chain-Aktivitäten durch Chainalysis zeigt, dass große Anbieter zunehmend Stablecoins statt volatiler Kryptowährungen einsetzen. Wenn man Anbieter herausfiltert, deren durchschnittliche Einzahlung pro Transaktion bei 1.000 US-Dollar oder darüber liegt, verschiebt sich das Portfolio deutlich hin zu Stablecoins – mit dem Ziel, den Einfluss von Kursvolatilität volatiler Kryptowährungen auf Großbestellungen in der Lieferkette zu verringern.
Chainalysis erklärt, dass führende Anbieter zugleich Bitcoin und Stablecoins zur Abwicklung großer Transaktionen nutzen und dabei eine komplexere On-Chain-Finanzstrategie erkennen lassen.
Sicherheitsrisiken: Verknüpfungen zu Fentanyl-Vorläufern und Testausfälle
Chainalysis bestätigt die folgenden Sicherheitsrisiken: Die Firma Shanghai Sigma Audley, bevor sie ihr Peptidgeschäft ausbaute, verdiente mindestens 1 Million US-Dollar in Bitcoin und 3,59 Millionen US-Dollar in Stablecoins, und das Unternehmen weist On-Chain-Verbindungen zu Organisationen auf, die zuvor an dem Verkauf von Fentanyl-Vorläufern beteiligt waren.
Chainalysis stellt fest, dass On-Chain-Daten zeigen, dass einige „Grey-Market“-Peptid-Anbieter inzwischen von chinesischen Chemieherstellern stammen, die erst kürzlich die Lieferung von Fentanyl- und Amphetamin-Vorläufern an grenzüberschreitende Drogenhändler aufgegeben haben. Mit dem schnellen Zustrom neuer Käufer ist die durchschnittliche Testausgabe pro Käufer vom bisherigen Hoch auf etwa 8 US-Dollar gefallen (Rückgang: 88%). Chainalysis warnt, dass die Kombination aus unregulierten Produkten und Krypto-Zahlungen für unerfahrene Neueinsteiger in den Markt ein zunehmend wachsendes Risiko darstellt.
Häufige Fragen
Warum sind Kryptowährungen zum wichtigsten Zahlungsmittel für „Grey-Market“-Peptid-Transaktionen geworden?
Laut der Analyse von Chainalysis verbieten herkömmliche Banken und Kreditkartenabwickler in der Regel den Verkauf verschreibungspflichtiger Verbindungen und nicht regulierter Stoffe. Dadurch wird es „Grey-Market“-Anbietern (von denen viele in China ansässig sind) erschwert, auf standardisierte Finanzdienstleistungen zuzugreifen. Kryptowährungen füllen diese Zahlungslücke und dienen als zentraler Zahlungsweg, um ausländische Hersteller und internationale Käufer miteinander zu verbinden.
Was bedeutet das Risiko für Käufer, wenn die Testausgaben für Peptidprodukte stark sinken?
Chainalysis weist darauf hin, dass der Anteil der Käufer, die ursprünglich gleichzeitig an Janoshik (tschechisches Labor für Reinheits-Tests von Chemikalien) zahlten, nach dem Ausbruch im Markt deutlich zurückging. Die durchschnittliche Testausgabe sank auf etwa 8 US-Dollar (Rückgang: 88%). Das bedeutet, dass immer mehr Käufer Peptidprodukte kaufen und verwenden, ohne eine unabhängige Reinheitsprüfung durchzuführen. Dadurch steigt das Risiko, mit nicht sterilen Produkten oder Produkten mit zu hohen Verunreinigungswerten in Kontakt zu kommen.
Welche konkreten Sicherheitsbedenken in der Lieferkette zeigt die On-Chain-Tracking von Chainalysis auf?
Der Bericht von Chainalysis bestätigt, dass die Firma Shanghai Sigma Audley On-Chain-Verbindungen zu Organisationen aufweist, die zuvor am Verkauf von Fentanyl-Vorläufern beteiligt waren, und dass die Kryptoeinnahmen vor dem Einstieg in das Peptidgeschäft nachvollziehbar quantifizierbar sind. Der Bericht macht außerdem deutlich, dass es sich bei einigen „Grey-Market“-Peptid-Anbietern um chinesische Chemiehersteller handelt, die erst kürzlich ihr Geschäft von Fentanyl- und Amphetamin-Vorläufern auf Peptide umgestellt haben, um das Betriebsrisiko auf eine Nachfrageexplosion im Peptidmarkt zu verlagern.