Cloudflare wies am Donnerstag veröffentlichte Quartalszahlen für das erste Quartal aus, die sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn besser als die Markterwartungen ausfielen und damit starke Wachstumsimpulse signalisierten. Allerdings löste die Prognose des Unternehmens für den Umsatz im zweiten Quartal, die leicht unter den Schätzungen der Analysten lag, bei den Marktteilnehmern Zweifel aus, ob dieser Wachstumsvorteil anhalten wird. Gleichzeitig kündigte Cloudflare an, rund 1.100 Mitarbeitende zu entlassen, also etwa 20% der gesamten Belegschaft. CEO Matthew Prince betonte, dass KI und Agenten zu zentralen Produktivkräften des Unternehmens geworden seien und das Geschäftsmodell sich in einer Phase grundlegender Umstellung befinde. Infolge der enttäuschenden Prognose und der Nachricht über die groß angelegte Entlassung fiel der Kurs der Aktie (NET) im After-Hours-Handel um fast 19%.
Cloudflare enttäuscht die Prognose, Aktie nachbörslich um 19% abgestürzt
Der Umsatz von Cloudflare im ersten Quartal erreichte 639,8 Millionen US-Dollar und stieg damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34%. Das lag über den Erwartungen der Analysten von 622,7 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Adjusted Earnings Per Share, EPS) betrug 0,25 US-Dollar und übertraf damit ebenfalls die Markterwartungen von 0,23 US-Dollar. Obwohl die Zahlen für das Quartal beeindruckend ausfielen, erwartet das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz von 664 bis 665 Millionen US-Dollar. Das liegt unter der Erwartung von 666,1 Millionen US-Dollar an der Wall Street. In einer stark wachsenden Branche im Bereich Cloud-Computing führt selbst eine geringfügige Absenkung der Ausblicke häufig zu Sorgen bei Anlegern hinsichtlich der Marktdurchdringung und des Wettbewerbsdrucks. Entsprechend fiel die Aktie (NET) im After-Hours-Handel um fast 19%.
Cloudflare kündigt Entlassungen von 1.100 Personen an
Um auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren, kündigte Cloudflare an, rund 1.100 Arbeitsplätze abzubauen, um die Umstellung auf ein KI-gestütztes Agenten-Betriebsmodell zu beschleunigen. CEO Matthew Prince erklärte, dass diese Entscheidung nicht nur eine Maßnahme zur Kostensenkung sei, sondern eine strategische Neuausrichtung der Organisationsstruktur. Da KI-Agenten (AI Agents) in den internen Abläufen eine immer wichtigere Rolle spielen, baue das Unternehmen seinen operativen Modellansatz bewusst neu auf, um den Kunden einen höheren Wert zu liefern.
Es wird erwartet, dass durch die Entlassungen Kosten von 140 bis 150 Millionen US-Dollar entstehen, wobei der Großteil der Kosten im zweiten Quartal erfasst wird.
AI Crawl Control erweitert den Unternehmenskundemarkt
Cloudflare positioniert sich aktiv als Anbieter von Infrastruktur, die Sicherheit, Netzwerk und Entwicklerdienste integriert, und will insbesondere seine Expansion bei großen Unternehmens- Kunden mit jährlichen Ausgaben von mehr als 100.000 US-Dollar vorantreiben. Das jüngst eingeführte Tool „AI Crawl Control“ (KI-Crawling-Kontrolle) steht dabei im Fokus des Marktes: Es hilft Betreibern von Websites dabei, das Verhalten von KI-Systemen beim Crawlen von Inhalten zu steuern und so geistiges Eigentum besser zu schützen. Ein Analyst von Bloomberg weist jedoch darauf hin, dass mit dem weiteren Aufbau von KI-Workloads durch das Unternehmen die damit verbundenen Kosten wie Strom und Hardware kurzfristig die Spielräume für die Profitabilität belasten könnten.
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