Die Dubai Financial Services Authority hat eine öffentliche Konsultation zu vorgeschlagenen Änderungen ihres Rahmens für islamische Finanzen eröffnet. Ziel ist es, die Anforderungen für die Billigung klarzustellen und die Offenlegungsstandards für Takaful-Produkte zu stärken. Die Konsultationsfrist bleibt bis zum 19. Juni 2026 offen; Beiträge werden von Unternehmen, Beratern und Marktteilnehmern erbeten. Laut der DFSA ist die Initiative Teil umfassenderer Bemühungen, um die Ausweitung islamischer Finanzen im Dubai International Financial Centre zu unterstützen.
Das Konsultationspapier bringt klarere Leitlinien dazu, wann Unternehmen eine islamische Billigung benötigen, um Geschäfte zu betreiben. Nach den Vorschlägen würden Unternehmen, die Dienstleistungen oder Produkte als shariakonform darstellen oder anzeigen, dass ein Teil ihrer Geschäftstätigkeit islamischen Grundsätzen folgt, unter diese Anforderung fallen. Fondsmanager, die shariakonforme Strategien betreiben, müssten ebenfalls unter dem vorgeschlagenen Rahmen eine Billigung einholen.
Im Gegensatz dazu würden Unternehmen, die islamische Finanzprodukte vertreiben, ohne Behauptungen über die Konformität aufzustellen, keine Billigung benötigen, sofern die bestehenden Standards zum Schutz von Kunden eingehalten werden. Die Unterscheidung soll dabei Unternehmen, die sich aktiv als Anbieter islamischer Finanzen positionieren, von solchen trennen, die lediglich Zugang zu solchen Produkten anbieten, ohne Verantwortung für deren Einstufung zu übernehmen.
Die DFSA schlägt außerdem erweiterte Offenlegungspflichten für Takaful-Produkte vor, die als gegenseitige Vereinbarungen zur Risikoteilung funktionieren. Die Änderungen würden verlangen, dass Unternehmen detaillierte Informationen zu Vertragsstrukturen, Gebührenermittlung und Mechanismen zur Verteilung von Überschüssen bereitstellen. Zusätzliche Offenlegungen würden mögliche Beiträge betreffen, die von Teilnehmern erforderlich sein könnten, und so die Transparenz über finanzielle Verpflichtungen verbessern. Diese Anforderungen würden gelten, unabhängig davon, ob das Unternehmen eine islamische Billigung innehat.
Laut der Quelle soll die Stärkung der Offenlegung dazu beitragen, das Verständnis der Verbraucher für die Produkteigenschaften zu verbessern und das Risiko von Fehlinterpretationen in komplexen Versicherungsstrukturen zu verringern.
Die DFSA fungiert weiterhin als systembasierter Regulator im Bereich islamischer Finanzen. Dabei liegt der Fokus auf Governance und Kontrollen, statt selbst Shari’a-Konformität festzustellen. Unternehmen sind dafür verantwortlich, interne Prozesse einzurichten, um die Einhaltung islamischer Grundsätze zu steuern.
Charlotte Robins, Managing Director of Policy and Legal bei der DFSA, kommentierte: „Da der Islamische-Finanz-Sektor seine starke Wachstumskurve innerhalb des DIFC, der Vereinigten Arabischen Emirate und weltweit fortsetzt, möchten wir sicherstellen, dass unser regulatorischer Rahmen die Klarheit und Sicherheit bietet, die Unternehmen benötigen, um innerhalb angemessener Grenzen mit Zuversicht zu agieren. Diese Vorschläge spiegeln unser fortlaufendes Engagement mit der Branche und unser Bekenntnis wider, die Entwicklung dieses strategisch wichtigen Sektors zu unterstützen.“
Die Vereinigten Arabischen Emirate bleibt ein bedeutender Markt für islamische Finanzen und zählt in Bezug auf Vermögenswerte sowie die Entwicklung des Ökosystems zu den führenden Rechtsordnungen weltweit. Das DIFC beherbergt eine große Anzahl von Sukuk-Notierungen, darunter Instrumente, die mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen verknüpft sind. Die Ausweitung des Sektors hat zu einer erhöhten Nachfrage nach regulatorischer Klarheit geführt – insbesondere dann, wenn neue Produkte und Strukturen eingeführt werden.
Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen Unternehmen, die im Bereich islamischer Finanzen innerhalb des DIFC tätig sind oder planen, dort tätig zu werden. Klarere Kriterien für Billigungen könnten beeinflussen, wie Unternehmen ihre Dienstleistungen strukturieren und ihre Produkte vermarkten. Erweiterte Offenlegungspflichten für Takaful-Produkte könnten zudem Auswirkungen auf Dokumentation und Prozesse der Kundenkommunikation haben. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Offenlegungen den aktualisierten Standards entsprechen, sobald diese umgesetzt sind.
Nach dem Ende der Konsultationsfrist am 19. Juni 2026 wird die DFSA die eingegangenen Stellungnahmen prüfen und die finalen Änderungen festlegen. Dieser Prozess kann zu Anpassungen führen, die auf Beiträgen aus der Branche basieren – insbesondere in Bereichen, in denen sich operative Erwägungen ergeben.