Das Bundesverteidigungsministerium hat am 24. Juni offiziell die Beendigung des F126-Fregattenprojekts bekannt gegeben. Grund dafür sind die erwarteten Kostensteigerungen von ursprünglich rund 10 Milliarden Euro auf über 18 Milliarden Euro für den Bau von sechs Fregatten sowie erhebliche Verzögerungen. Die Aktie von Rheinmetall fiel an diesem Tag um 18,7 % auf den tiefsten Stand seit fast 15 Monaten, der Börsenwert schmolz um über 11 Milliarden Euro.
Das F126-Fregattenprojekt sollte ursprünglich von der niederländischen Damen Schelde Naval Shipbuilding-Gruppe durchgeführt werden, doch der Lieferant konnte die Aufgabe nicht termingerecht und budgetgerecht erfüllen. Der Spiegel berichtete, dass Rheinmetall im Mai ein Angebot über 12,8 Milliarden Euro zur Übernahme des Projekts vorgelegt hatte; Rheinmetall-CEO Armin Papperger hatte im Mai ebenfalls erklärt, dass er im zweiten Quartal mit der Unterzeichnung des F126-Deals rechne. Das Verteidigungsministerium gab an, dass seit der Auftragsvergabe für F126 im Jahr 2020 bereits Dienstleistungen im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro erbracht wurden.
Die neue Beschaffungsplanung steht bereits fest: Die ersten vier Meko A-200-Fregatten kosten rund 6,3 Milliarden Euro; Deutschland kann bis Ende 2026 eine Option auf den Kauf von vier weiteren Fregatten ausüben, was zusätzlich rund 5,3 Milliarden Euro kostet, hauptsächlich für die "U-Boot-Abwehr". TKMS-CEO Oliver Burkhard erklärte auf LinkedIn: "Das ist absolut eine gute Nachricht, insbesondere für uns."
TKMS gab an, die Vorbereitungen bereits im Februar 2026 begonnen zu haben, mit dem Ziel, die erste Meko A-200-Fregatte im Jahr 2029 auszuliefern. Man halte es für möglich, bei Ausübung der Option für den Bau von vier weiteren Fregatten mit anderen deutschen Werften zusammenzuarbeiten. Das Verteidigungsministerium hatte bereits im März 2026 angekündigt, die ersten vier Schiffe bei TKMS zu kaufen, als Übergangslösung zur Erfüllung der NATO-U-Boot-Abwehrverpflichtungen ab 2028, mit einer ersten Auslieferung bis Ende 2029.
Die Maklerfirma Metzler schätzt, dass der Auftragsbestand von TKMS bei einer Realisierung sowohl des Meko-Auftrags als auch des Auftrags der kanadischen Marine über 68 Milliarden Euro betragen würde.
Analysten von JPMorgan Chase erklärten, dass die Entscheidung zur Streichung des F126-Projekts ein erhebliches Hindernis für Rheinmetall darstellt, sein Auftragsziel von 80 Milliarden Euro für 2026 zu erreichen. Rheinmetall war erst im letzten Jahr durch die Übernahme von NVL in den maritimen Verteidigungsbereich eingestiegen, und die Streichung von F126 setzt die Expansionspläne im Marinegeschäft unter Druck. Auch andere Rüstungsaktien wurden in Mitleidenschaft gezogen: Hensoldt fiel um 3,3 %, Renk um 8,1 %.
Der deutsche DAX-Index schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,6 % bei 24.740 Punkten. Am selben Tag fiel der Brent-Ölpreis aufgrund von Fortschritten bei den US-iranischen Gesprächen um etwa 3,5 % auf 77,59 US-Dollar pro Barrel, während der Dow Jones um 0,9 % zulegte – beides konnte die Belastung durch Rheinmetall jedoch nicht ausgleichen. Ebenfalls am selben Tag gab KNDS (deutsch-französischer Panzerhersteller) einen doppelten Börsengang bekannt; Insidern zufolge wird das Unternehmen auf rund 15 Milliarden Euro geschätzt.
Das Verteidigungsministerium begründete die Streichung mit erheblichen Verzögerungen und erwarteten Kostenüberschreitungen – ursprünglich rund 10 Milliarden Euro, jetzt voraussichtlich über 18 Milliarden Euro. Obwohl Berlin erwogen hatte, den Auftrag an die Rheinmetall-NVL-Sparte zu vergeben, entschied man sich letztlich für die Streichung des gesamten Programms und stattdessen für die TKMS Meko A-200-Lösung, die bereits auf Februar-Vorbereitungen aufbaut.
Die Beschaffung erfolgt in zwei Tranchen: Die ersten vier Schiffe kosten rund 6,3 Milliarden Euro, bei Ausübung der Option bis Ende 2026 für vier weitere Schiffe kommen rund 5,3 Milliarden Euro hinzu, insgesamt maximal 11,6 Milliarden Euro, hauptsächlich für die U-Boot-Abwehr. TKMS strebt die Auslieferung der ersten Fregatte im Jahr 2029 an.
Analysten von JPMorgan Chase erklärten, dass die Streichung ein erhebliches Hindernis für Rheinmetalls Auftragsziel von 80 Milliarden Euro für 2026 darstellt. Rheinmetall war erst im letzten Jahr durch die Übernahme von NVL in den maritimen Verteidigungsbereich eingestiegen; die Streichung von F126 trifft direkt die Strategie zur Expansion im Marinegeschäft. Rheinmetall lehnte eine Stellungnahme zu dieser Nachricht ab.
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