
Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) hat am 18. Juni bekanntgegeben, dass sie wegen schwerer Versäumnisse der australischen HSBC-Filiale (HSBC, 0005) beim Schutz vor Betrug Geldbußen in Höhe von bis zu 35 Millionen Australischen Dollar anstrebt. HSBC hat die drei zentralen Verstöße vollständig eingeräumt, und bis Juni wurden insgesamt 21,5 Millionen Australische Dollar an geschädigte Kunden erstattet. Zudem erklärte die Bank, sie werde „konstruktiv mit der ASIC zusammenarbeiten“.
ASIC kündigt an, gegen HSBC in Australien Geldbußen von 35 Millionen Australischen Dollar zu fordern
Laut der Fallbeschreibung der ASIC richtet sich das Vorgehen auf die Tatsache, dass die HSBC-Australienfiliale über mehr als vier Jahre hinweg (vom 1. Januar 2020 bis August 2024) ihren regulatorischen Pflichten zum Schutz von Kunden vor Betrug nicht nachgekommen ist. In diesem Zeitraum wurden rund 950 Beschwerden eingereicht, die unautorisierte Zahlungen und Transaktionen betrafen; der Gesamtschaden der Kunden belief sich auf etwa 23 Millionen Australische Dollar.
Drei zentrale Verstöße: Schwachstelle im Risikomanagement, durchschnittliche Untersuchungsdauer von 145 Tagen, fehlendes proaktives Prüfmechanismus
Die drei von HSBC eingeräumten Kernverstöße lauten wie folgt:
Wesentliche Schwachstellen im System zur Überweisungskontrolle: Im Hinblick auf den in Australien gängigen Echtzeit-Zahlungskanal IAT hat HSBC keine ausreichenden Erkennungs- und Sperrregeln aufgebaut, um Überweisungen zu stoppen, die durch gefälschte Banküberweisungen im Betrugsmodell erfolgen.
Ermittlungen zu Betrugsbeschwerden stark überzogen: HSBC brauchte im Durchschnitt 145 Tage für die Untersuchung. In einigen Fällen waren die Konten der Betroffenen bis zu 542 Tage eingefroren, bevor der Zugang wiederhergestellt wurde – deutlich über den gesetzlichen Fristen der Regulierung.
Fehlende Mechanismen für Kundenentschädigung und Risikoüberprüfung: In der Phase, in der Betrug besonders stark zunahm, hat HSBC die betroffenen Kunden nicht proaktiv überprüft, sondern lediglich passiv auf Beschwerden der Nutzer gewartet.
Bis Juni hat HSBC bereits 21,5 Millionen Australische Dollar erstattet
Nach Beginn der Untersuchung führte HSBC ein spezielles Entschädigungsprogramm ein. Bis Juni 2026 wurden insgesamt 21,5 Millionen Australische Dollar an geschädigte Kunden ausgezahlt. ASIC-Vizevorsitzende Sarah Court erklärte, der Fall zeige eine langfristige und weit verbreitete Systemschwäche bei HSBC in Australien: Obwohl der Bank bekannt gewesen sei, dass sich Betrugsrisiken ausweiten, habe sie keine wirksamen Schutzmaßnahmen ergriffen.
Häufige Fragen
Auf welcher rechtlichen Grundlage fordert die ASIC Geldbußen gegen HSBC in Australien?
Laut der Berichterstattung von HK01 beruhen die Vorwürfe der ASIC auf einer langjährigen systemischen Pflichtverletzung der HSBC-Australienfiliale in Bezug auf nicht autorisierte Transaktionen und die Bearbeitung von Betrugsbeschwerden. HSBC habe die drei zentralen Kernverstöße eingeräumt. Das von der ASIC angestrebte Bußgeld beträgt 35 Millionen Australische Dollar; die endgültige Höhe wird vom Gericht festgelegt. Bisher liegt noch kein rechtskräftiges Urteil vor.
Welche Lücke besteht zwischen der Entschädigung von 21,5 Millionen Australischen Dollar durch HSBC und den Kundenschäden von 23 Millionen Australischen Dollar?
Laut der Fallbeschreibung der ASIC belief sich der Gesamtschaden der Kunden auf etwa 23 Millionen Australische Dollar. Bis Juni 2026 hat HSBC 21,5 Millionen Australische Dollar erstattet; damit besteht noch eine Lücke von rund 1,5 Millionen Australischen Dollar. In den vorliegenden Berichten werden die konkreten Gründe für die Differenz, die verbleibenden Entschädigungspläne und der Zeitplan bis zur vollständigen Abwicklung nicht weiter erläutert.
Warum waren die Verluste besonders stark in dem Zeitraum von Oktober 2023 bis März 2024 konzentriert?
Laut der Fallbeschreibung der ASIC entfielen von den 23 Millionen Australischen Dollar Gesamtschaden fast 16 Millionen Australische Dollar (etwa 70%) auf den rund fünfmonatigen Zeitraum von Oktober 2023 bis März 2024. Das zeige, dass sich Betrug in dieser Zeit besonders geballt entwickelt habe und HSBCs Mechanismen für Risikokontrolle und Beschwerdebearbeitung nicht rechtzeitig reagiert hätten. Welche konkreten Betrugsarten und Hintergründe vorlagen, wird in der Berichterstattung nicht weiter ausgeführt.