Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, hat um 23:00 Uhr Ortszeit auf Social Media einen Beitrag veröffentlicht und dabei historische Bildmotive geteilt, um den „Sieg“ des Iran angesichts der laufenden Waffenstillstandsverhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu untermauern. Der Beitrag zeigte eine Relief-Skulptur aus Nakhsh-e Rostam, die Shapur I., einen sassanidischen persischen Kaiser (ca. 240–270), darstellt, wie er römische Truppen besiegt, begleitet von einer Karte des Iran. Baghaei erklärte: „Die Römer glaubten, Rom sei zweifellos das Zentrum der Welt. Aber die Iraner haben diese Illusion zerschmettert.“ Das Relief, in Felswände nahe der antiken Stadt Persepolis im iranischen Bundesland Fars gemeißelt, erinnert an den militärischen Sieg Shapur I. über ein in das römische Reich einfallendes Kräftefeld. Baghaei verwies auf eine historische römische Expedition unter Führung von Marcus Julius Philippus und schrieb: „Als Marcus Julius Philippus gen Osten Richtung Persien zog, endete diese Expedition nicht mit einem römischen Sieg … sondern endete in einem Frieden, der unter sassanidischen Bedingungen errichtet wurde. Der Kaiser musste die Bedingungen akzeptieren!“ Diese Einordnung scheint darauf abzuzielen, die laufenden Verhandlungsbedingungen zwischen den USA und dem Iran als iranischen Sieg darzustellen.
Berichtete Grundsätze der Einigung
Die Vereinigten Staaten und der Iran hätten Berichten zufolge im Grundsatz zwei zentrale Punkte vereinbart, heißt es in Berichten der „New York Times“ und anderer US-Medien vom 24. Mai. Zu diesen Punkten gehören die Öffnung der Straße von Hormus und die Entsorgung von hochangereichertem Uran durch den Iran. Ein US-Beamter betonte jedoch die Schwierigkeit, die endgültige Form einer Vereinbarung vorherzusagen und ob Irans oberster Führer Ayatollah Khamenei diese formell unterzeichnen wird.
Genehmigungsprozess und Zeitplan
Die Zustimmung beider Seiten zur Einigung erfordert die Billigung durch US-Präsident Donald Trump und Irans obersten Führer Ayatollah Khamenei. Dieser Genehmigungsprozess könnte mehrere Tage dauern. Ein US-Beamter sagte, es sei schwer abzusehen, wie die finale Vereinbarung aufgebaut sein werde oder ob Khamenei offiziell sein Okay geben werde.
Nukleare Fragen und Verhandlungsphasen
US-Außenminister Marco Rubio deutete während eines Besuchs in Indien einen gestuften Ansatz für die Verhandlungen an. Rubio sagte: „Wir können nukleare Fragen nicht in 72 Stunden auf Zuruf von einer Serviette lösen. Die Straße von Hormus muss sofort wieder geöffnet werden. Danach werden wir sehr ernste Verhandlungen führen: zur Anreicherung, zu hochangereichertem Uran, zu ihrer Verpflichtung, keine Nuklearwaffen zu besitzen.“ Dies deutet darauf hin, dass Bestimmungen zu Nuklearwaffen – in den USA als zentrale Streitfrage betrachtet – auf spätere Verhandlungen verschoben werden könnten. Der Status von Irans hochangereichertem Uran bleibt unter den derzeitigen Vorschlägen ungewiss.
Rubio bemerkte außerdem, dass iranische Angriffe wieder aufgenommen werden könnten, falls die Verhandlungen nicht gut vorankommen.
Trumps Vorgabe zur Verhandlungsgeschwindigkeit
Präsident Trump veröffentlichte auf Truth Social, dass die Verhandlungen konstruktiv voranschreiten und die Zeit den Vereinigten Staaten zugutekomme. Trump wies die US-Delegation an, sich nicht in Richtung einer Einigung zu drängen.