Der Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, steht seit seiner ersten Pressekonferenz Anfang dieses Monats verstärkt im Fokus der Wall Street. Damals erklärte er, die Fed werde für Preisstabilität sorgen, signalisierte aber gleichzeitig, weniger Forward Guidance zu geben als seine Vorgänger. Die gestiegene Aufmerksamkeit rührt von Warshs erklärter Absicht her, weniger Orientierung über die künftigen Pläne der Federal Reserve zu geben, was den Marktbeobachtern weniger Klarheit über den Kurs der Geldpolitik lässt. Diese Abkehr von modernen Kommunikationspraktiken der Fed macht Warsh zu einem Brennpunkt für Spekulationen unter Anlegern, da Analysten die klaren Richtungssignale vermissen, die frühere Fed-Führungen auszeichneten.
Warsh signalisiert weniger Forward Guidance
Warsh hat ausdrücklich erklärt, dass er weniger Hinweise auf die künftigen Pläne der Federal Reserve geben möchte. Vor seiner ersten Pressekonferenz Anfang des Monats fragten sich die Anleger, ob Warsh Zinssenkungen anstreben würde, wie Präsident Trump sie offenbar wünscht. Viele Anleger waren erleichtert, als Warsh sagte, die Fed werde für Preisstabilität sorgen, wie die Financial Times berichtet.
Märkte reagieren mit Dollarstärke und Vermögensverschiebungen
Seit Warshs erster Pressekonferenz haben sich bestimmte Märkte so entwickelt, dass Anleger offenbar wieder verstärkt auf die USA setzen. Der Dollar hat an Wert gewonnen. Die Kurse von Gold und Bitcoin sind gefallen. Die Zinskurve der Treasury-Anleihen zwischen zwei- und zehnjährigen Laufzeiten hat sich abgeflacht – ein Zeichen dafür, dass die Anleger eine weniger aggressive Lockerung der Fed einpreisen als zuvor erwartet. Die Anleger wenden sich von dem sogenannten »Debasement-Trade« ab, bei dem sie in Vermögenswerte investieren, die weniger an den Dollar gebunden sind, aus Sorge um das aufgeblähte Defizit der US-Regierung und die Bedrohung der Unabhängigkeit der Federal Reserve.
Analysten äußern Unsicherheit über den Kurs der Fed
Robin Brooks, Senior Fellow an der Brookings Institution, der sich mit Finanzen befasst, sagt, die Zahl der Gespräche über Warsh und die Inflation in den USA sei außergewöhnlich hoch. Analysten rätseln nun, was als Nächstes kommt, wie Neil Irwin, Chef-Wirtschaftskorrespondent von Axios, letzte Woche schrieb. Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers, sagt, der Fokus liege nun wieder auf dem KI-Handel und der Geldpolitik, während Öl nicht mehr die Gespräche dominiere.
Weniger Guidance könnte Marktvolatilität erhöhen
Joseph Brusuelas, Chefvolkswirt bei RSM, sagt, weniger Klarheit der Fed werde wahrscheinlich mehr Volatilität an den Märkten bedeuten. Diejenigen, die formale Modelle erstellen könnten, würden veröffentlichen, was sie aufgrund der Daten für das richtige Vorgehen der Fed halten, was zu unterschiedlichen Einschätzungen und mehr Volatilität führe. Das könne für große Trader, Hedgefonds und institutionelle Anleger, die von Schwankungen profitieren, gut sein, würde aber wahrscheinlich Privatanleger benachteiligen, so Brusuelas.
FAQ
Was sagte Kevin Warsh auf seiner ersten Fed-Pressekonferenz Anfang dieses Monats?
Auf seiner ersten Pressekonferenz Anfang des Monats sagte Warsh, die Fed werde für Preisstabilität sorgen, und signalisierte, dass er weniger Hinweise auf die künftigen Pläne der Federal Reserve geben möchte.
Wie haben die Märkte seit Warshs erster Pressekonferenz reagiert?
Seit Warshs erster Pressekonferenz hat der Dollar an Wert gewonnen, die Kurse von Gold und Bitcoin sind gefallen, und die Zinskurve der Treasury-Anleihen zwischen zwei- und zehnjährigen Laufzeiten hat sich abgeflacht, was darauf hindeutet, dass die Anleger eine weniger aggressive Lockerung der Fed einpreisen als zuvor erwartet.