Der südkoreanische KOSPI-Index fiel heute um mehr als 8%, löste den fünften Handelsstopp in diesem Monat aus und löschte laut Bull Theory-Analysten rund 360 Milliarden US-Dollar vom Markt. Der Ausverkauf ließ die Aktien von Samsung und SK Hynix jeweils um rund 9% fallen, nach früheren starken Rückgängen am 8. Juni (8% Rückgang in den ersten drei Handelsminuten) und am 22.-23. Juni (ein 10% Rückgang, der den zweitschlechtesten Tag in der KOSPI-Geschichte darstellt). Bull Theory führt die extreme Volatilität auf fünf strukturelle Faktoren zurück: vom Einzelhandel dominierter Handel, Konzentration auf zwei große Aktien, rekordverdächtige Margenschulden, Währungsdruck durch den Won, der ein 17-Jahres-Tief erreicht hat, und Zwangsverkäufe durch den National Pension Service. Der südkoreanische Markt hat in diesem Jahr wiederholte Abstürze und scharfe Erholungen erlebt, wobei Schwankungen von 8%-10% immer häufiger werden, da strukturelle Schwachstellen die täglichen Bewegungen verstärken.
Fünf strukturelle Faktoren treiben die KOSPI-Volatilität an
Bull Theory identifizierte fünf Faktoren, die die Marktunruhen antreiben. Der erste ist die Marktstruktur, wobei der Handel weitgehend von Privatanlegern getrieben wird, die in Südkorea als „Ameisen“ bekannt sind, und nicht von institutionellen Anlegern. Diese Anleger verfolgen oft einen schnellen Rein-Raus-Ansatz, der jeden Rückgang in einen schärferen Ausverkauf und jede Erholung in eine schnelle Rallye verwandelt.
Der zweite Faktor ist die Konzentration. Samsung und SK Hynix machen zusammen 45%-50% des gesamten KOSPI-Index aus. Zum Vergleich: Nvidia und Apple zusammen machen nur etwa 14% des S&P 500 aus. In der Praxis treiben zwei Aktien den Benchmark-Index eines gesamten Landes an.
Der dritte Faktor sind rekordverdächtige Margenschulden, die 32,67 Billionen Won oder etwa 22,4 Milliarden US-Dollar erreicht haben, ein Anstieg von 25% im Jahresvergleich. Leveraged ETFs, die an einzelne Samsung- und SK Hynix-Aktien gebunden sind und im Mai genehmigt wurden, haben die täglichen Bewegungen verstärkt. Infolgedessen kann ein Rückgang von 9% zu einem Verlust von 18% für die Inhaber werden, was Zwangsverkäufe beschleunigt.
Der vierte Faktor ist der Won. Die südkoreanische Währung wird nicht weit verbreitet als globale Reservewährung gehalten, was sie anfälliger macht, wenn ausländische Investoren lokale Vermögenswerte verkaufen. Der Won ist bereits auf ein 17-Jahres-Tief gefallen, was die Importkosten erhöht und die Fähigkeit der Zentralbank einschränkt, die Zinsen zu senken, selbst wenn der Aktienmarkt unter Druck gerät.
Der fünfte Faktor ist die Rolle des südkoreanischen National Pension Service. Laut Bull Theory hält der Fonds Vermögenswerte in Höhe von etwa 60% des BIP des Landes, hat aber bereits seine Aktienallokationsgrenze überschritten. Infolgedessen ist er gezwungen, in Erholungen hinein zu verkaufen, anstatt in Kursrückgänge zu kaufen. Der Dienst gab an, dass der Fonds sogar an dem Tag verkaufte, an dem der Handelsstopp ausgelöst wurde.
MSCI Watchlist-Ausschluss entfernt bullischen Katalysator
Südkorea wurde Ende Juni nicht in die MSCI-Beobachtungsliste für eine mögliche Aufwertung zum Status eines entwickelten Marktes aufgenommen. Laut Bull Theory wurde damit einer der wenigen Katalysatoren entfernt, die ausländische Investoren dazu ermutigt hatten, die Volatilität des Marktes zu tolerieren.
KOSPI verzeichnet tägliche Schwankungen von 8%-10% unter strukturellem Druck
Laut Bull Theory verzeichnet der Index jetzt fast täglich Schwankungen von 8%-10%. Zwischen den Abstürzen hat der Markt auch scharfe Erholungen erlebt. Im März sprang der KOSPI an einem einzigen Tag um fast 10%, unmittelbar nach einem Rekordrückgang von 12%. Der Markt ist stark von Privatanlegern geprägt, konzentriert auf zwei große Aktien, übermäßig gehebelt, Währungsdruck ausgesetzt und es fehlen stabilisierende Käufer.
FAQ
Was hat dazu geführt, dass der KOSPI-Index heute um 8% eingebrochen ist?
Bull Theory-Analysten identifizierten fünf strukturelle Faktoren: vom Einzelhandel dominierter Handel durch „Ameisen“-Investoren, Konzentration auf Samsung und SK Hynix (45%-50% des Index), rekordverdächtige Margenschulden von 32,67 Billionen Won (Anstieg von 25% im Jahresvergleich), der auf ein 17-Jahres-Tief gefallene Won und Zwangsverkäufe durch den National Pension Service, der seine Aktienallokationsgrenze überschritten hat.
Wie viel Marktwert wurde während des Crashs vom KOSPI ausgelöscht?
Etwa 360 Milliarden US-Dollar oder etwa 400 Billionen Won wurden während des Ausverkaufs vom Markt genommen, wobei die Aktien von Samsung und SK Hynix jeweils um rund 9% fielen.
Warum hat die Entscheidung von MSCI den südkoreanischen Markt beeinflusst?
Südkorea wurde Ende Juni nicht in die MSCI-Beobachtungsliste für eine mögliche Aufwertung zum Status eines entwickelten Marktes aufgenommen, wodurch einer der wenigen Katalysatoren entfernt wurde, die ausländische Investoren dazu ermutigt hatten, die Volatilität des Marktes zu tolerieren, so Bull Theory.