Oracle hat seine schlechteste Woche an der Wall Street seit 25 Jahren abgeschlossen, da die Aktie in dieser Woche um 19 % einbrach und an jedem der letzten fünf Tage um mindestens 2,6 % fiel – der stärkste wöchentliche Rückgang seit einem Einbruch von 20 % im August 2001. Die Bedenken hinsichtlich des Schuldenbergs des Softwareunternehmens und ob sich seine Alles-oder-Nichts-Investition in künstliche Intelligenz auszahlt, nehmen weiter zu. Das Unternehmen bemüht sich, Rechenzentren neben den Cloud-Giganten Amazon, Microsoft und Google zu eröffnen, muss aber Rekordmengen an Schulden aufnehmen, um seine KI-Infrastrukturverpflichtung, hauptsächlich gegenüber OpenAI, zu erfüllen, was Bilanzrisiken schafft, während es sich auf margenschwächere Angebote konzentriert.
Oracle verzeichnet Schulden von 130 Milliarden US-Dollar und negativen freien Cashflow
Oracle saß Ende Mai auf etwa 130 Milliarden US-Dollar Schulden, wobei die Investitionsausgaben im Geschäftsjahr 2026 um 162 % auf fast 56 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Nachdem das Unternehmen im September eine Marktkapitalisierung von 900 Milliarden US-Dollar erreicht hatte, hat die Aktie etwa 55 % ihres Wertes verloren.
Oracle verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen negativen freien Cashflow von fast 24 Milliarden US-Dollar. In diesem Monat teilte Oracle mit, dass es im Geschäftsjahr 2027 plant, 40 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung aufzunehmen, einschließlich eines zuvor angekündigten Aktienverkaufs im Wert von 20 Milliarden US-Dollar, nach 43 Milliarden US-Dollar an Schuldenverkäufen und 5 Milliarden US-Dollar aus Aktienemissionen im vergangenen Geschäftsjahr.
„Wir erwarten, dass Finanzierung/Verschuldung und das Tempo der Aktienemissionen kurzfristig die zentrale Debatte unter Anlegern bleiben, auch wenn die Nachfragesignale stark bleiben“, schrieben Analysten von Evercore, die den Kauf der Aktie empfehlen, am Mittwoch in einer Notiz.
Analysten halten an Kaufempfehlungen trotz Anlegerbedenken fest
Laut FactSet empfehlen 71 % der Analysten den Kauf der Aktie, der höchste Prozentsatz seit 15 Jahren. Wie Evercore bleiben die meisten Firmen zuversichtlich in Bezug auf die Aussichten von Oracle, trotz wachsender Bedenken der Anleger.
Oracle sieht sich mehreren Gegenwinden am Markt gegenüber. Der iShares Expanded Tech-Software Sector Exchange-Traded Fund (IGV) ist im Jahr 2026 bisher um 16 % gefallen, während Oracle um 24 % gefallen ist.
Oracle gibt Personalabbau von 13 % im Geschäftsjahr 2026 bekannt
In seinem Jahresbericht letzte Woche gab Oracle bekannt, dass die Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2026 um 13 % auf 141.000 Mitarbeiter geschrumpft ist, mit einem deutlichen Rückgang im Vertrieb und Marketing.
Larry Ellison, Mitbegründer von Oracle, fehlte bei der Bilanztelefonkonferenz in diesem Monat und überließ es den beiden CEOs Clay Magouyrk und Mike Sicilia sowie dem kürzlich ernannten Finanzvorstand Hilary Maxson, Fragen zu beantworten. „Hilary hat ein hartes Leben“, sagte Magouyrk in dem Gespräch.
Aufgrund des fallenden Aktienkurses von Oracle wurde Ellison auf der Liste der reichsten Menschen der Welt von den Google-Mitgründern Larry Page und Sergey Brin, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Michael Dell überholt. Ellison ist immer noch über 200 Milliarden US-Dollar wert.
Oracle plant Rechenzentren in Michigan, New Mexico und Texas
Oracle treibt seine Ausbaupläne voran und strebt Rechenzentren in Michigan, New Mexico und Texas im Jahr 2027 an.
„Während wir diese Chancen verfolgen, werden wir uns weiterhin auf eine disziplinierte Kapitalallokation, die Aufrechterhaltung einer starken Bilanz und die Bewahrung unseres Investment-Grade-Ratings konzentrieren“, sagte Maxson in der Bilanztelefonkonferenz in diesem Monat.
FAQ
Was verursachte den Kurssturz von Oracle um 19 % in dieser Woche?
Die Bedenken hinsichtlich des Schuldenbergs von Oracle und ob sich die Alles-oder-Nichts-Investition des Unternehmens in künstliche Intelligenz auszahlt, nehmen weiter zu. Das Unternehmen nimmt Rekordmengen an Schulden auf, um seine KI-Infrastrukturverpflichtung, hauptsächlich gegenüber OpenAI, zu erfüllen, was Bilanzrisiken schafft, während es sich auf margenschwächere Angebote konzentriert.
Wie hoch sind die aktuellen Schulden von Oracle?
Oracle saß Ende Mai auf etwa 130 Milliarden US-Dollar Schulden. Das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen negativen freien Cashflow von fast 24 Milliarden US-Dollar und plant, im Geschäftsjahr 2027 40 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung aufzunehmen.
Wie viel Prozent der Analysten empfehlen den Kauf der Oracle-Aktie?
Laut FactSet empfehlen 71 % der Analysten den Kauf der Aktie, der höchste Prozentsatz seit 15 Jahren, trotz wachsender Bedenken der Anleger über die finanzielle Lage des Unternehmens.