Am Sonntag (21. Juni) kam es auf der von Jack Farley veranstalteten Konferenz „Macro Minds“ zum Streit zwischen dem legendären Short-Seller Jim Chanos und dem Hedgefonds-Partner Val Zlatev darüber, ob die KI-Investitionsausgaben (CapEx) eine Blase darstellen. Chanos warf dem Markt vor, sich ein „Buchhaltungs-Mismatch“ im Stil der 1990er-Jahre zu wiederholen: In diesem Szenario erkennen Chip-Anbieter wie Nvidia und ASML Erlöse und Gewinne sofort, während Hyperscale-Cloud-Unternehmen massive CapEx aktivieren und über 4-7 Jahre abschreiben. Er nahm dabei insbesondere Unternehmen wie CoreWeave ins Visier, die er als Finanzleasing-Firmen mit einem vorsteuerlichen ROIC von lediglich 5-8% bezeichnete, und warnte, dass Abschreibungen Gewinn-Einbrüche auslösen werden.
Zlatev konterte, dass die KI-Nachfrage real und messbar sei, und verwies auf gestiegene GPU-Mieten um 40-50%, trotz Alterung der Hardware. Zu Angebotsengpässen hob er hervor, dass die Fertigungskapazität im Halbleiterbereich jährlich nur um 30-35% wachsen kann, weil es bei den Produktionsanlagen zu Engpässen kommt, was höhere Preise für Speicherchips stützt. In Bezug auf Bewertungsbedenken bemerkte Zlatev, dass Nvidia lediglich mit dem 15-fachen der für 2027 geschätzten EPS handelt – weit entfernt von Blasen-Niveaus wie sie 1999 zu sehen waren.