Laut dem am 14. Mai veröffentlichten Bericht von Moody’s, der auf Gesprächen mit großen US-Banken und Finanzmarkt-Intermediären basiert, gehen die meisten Institutionen davon aus, dass sich die digitale Finanztransformation schrittweise vollzieht, wobei sich der Schwung beschleunigt. Die Tokenisierung soll dabei fortlaufend über mehr Marktteilnehmer, Vermögenswerte und Anwendungsfälle skaliert werden. Derzeit ist die Tokenisierungsaktivität vor allem auf den Handel mit Kryptowährungen, grenzüberschreitende Retail-Zahlungen und ausgewählte institutionelle Anwendungsfälle konzentriert. Zwar haben nahezu alle großen Banken digitale Vermögens-Teams oder Innovationsabteilungen eingerichtet, die sich aktiv an Branchen-Piloten beteiligen.
Moody’s skizzierte drei mögliche Szenarien: ein Basisszenario, in dem die Tokenisierung in Stablecoins und tokenisierten Einlagen wächst, wobei etablierte Asset Manager, Banken und Infrastrukturanbieter ihre Kernausgangspositionen beibehalten; ein Szenario mit geringem Wachstum, in dem regulatorische Reibung und ungelöste rechtliche Fragen die Einführung auf Nischenanwendungsfälle beschränken; und ein disruptives Szenario, in dem Stablecoins breit als On-Chain-Abwicklungsoptionen übernommen werden und dadurch die Einnahmen von Zahlungsabwicklern sowie die Erträge der Korrespondenzbanken unter Druck geraten.